Alle Hühnerställe bleiben vorerst dicht

Aufstallpflicht wegen drohender Geflügelpest

Lippegänse aufgestallt in Lippborg wegen Geflügelpest
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Auch keine Ausnahme für Haustiere auf der Roten Liste: Die Lippegänse von Antje Limbrock müssen unter Stress im Stall bleiben und brüten dort ihre 20 Eier aus.

Die Auswirkungen der Geflügelpest ist auch im nördlichen Kreis Soest zu spüren. Teilweise muss für das Federvieh kräftig improvisiert werden.

Lippetal – „Alle Tiere müssen aufgestallt und die Gehege vor Wildvögeln und deren Kot geschützt werden und ich gehe davon aus, dass das auch passiert“, sagt Ludger Möllenhoff, der amtierende erste Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Oestinghausen (RZGV). Die entsprechende Anordnung des Veterinäramtes wegen der latent drohenden Geflügelpest habe er in der Vorwoche an die im Verein organisierten heimischen Geflügelzüchter weitergeleitet.

Im RZGV sind zurzeit noch rund 50 Mitglieder in der Mitgliederdatei eingetragen, darunter auch einige Jugendliche.
Welche Auswirkungen die Vorsichtsmaßnahmen haben, das erfährt zurzeit Antje Limbrock aus Lippborg, die im Vorjahr mit der Zucht von Lippegänsen begonnen hat. Im Frühjahr 2020 bekam sie zwei Tiere, nach der Zuchtschau des Stammbuch-Vereins im Sommer wurden ihr zwei passende Zuchttiere zugewiesen. Die Zucht ist erfolgreich verlaufen, allerdings musste wegen der Aufstallungspflicht anlässlich der Geflügelpest ein Carport zum Gänsestall umfunktioniert werden und die Gänse sind dort geschützt vor den gefährlichen und ansteckenden Viren untergebracht.

Geflügelpest droht: Stress für Lippegänse im Stall

Allerdings ist das für die Tiere purer Stress, wenn sie nicht auf die Weide können und genügend Platz und Abstand haben. Zudem ist es fraglich, ob beide Gelege mit insgesamt 20 Eiern auch ausgebrütet werden. Es könnte passieren, dass das zweite Paar das Brüten aufgibt, wenn die ersten Küken schlüpfen und dies durch ihr Piepsen auch verkünden. Für das andere Gänsepaar könnte dies ein Zeichen sein, dass das Brüten vorbei ist, weil sie glauben, dass auch ihre Küken schon geschlüpft sind.

Geflügelpest droht: Auch Mastbetriebe betroffen

Neben den Hobby-Geflügelzüchtern sind natürlich auch die Zucht- und Mastbetriebe alarmiert. Für Bernd Hautkapp, den renommierten Geflügelzüchter aus Brockhausen, hat sich allerdings nur wenig verändert. In seinem Betrieb, in dem die Tiere sowieso permanent im Stall gehalten werden, hat die Hygiene zu jeder Zeit eine entscheidende Bedeutung. So werden die Tiere auch in normalen Zeiten nur in Schutzbekleidung aufgesucht, die Sauberkeit im Betrieb ist äußerst wichtig. Angesichts der Bedrohung durch die Geflügelpest wird jetzt zusätzlich darauf geachtet, jedweden von Wildvögeln abgesetzten Kot wie zum Beispiel von umherziehenden Gänsen auf dem Hof umgehend zu beseitigen.

Geflügelpest droht: Ordnungsamt schaut hin

Das Lippetaler Ordnungsamt ist an der Umsetzung und Kontrolle der Verordnung des Kreis-Veterinäramtes nur am Rande beteiligt. Da es keine in Lippetal relevanten Sperrbezirke gibt, sondern die gesamte Fläche mit der Aufstallung und Abriegelung der Gehege unter „Quarantäne“ gestellt wurde, sind auch keine Sperrbezirke auszuschildern. Allerdings ist es Mitarbeitern des Ordnungsamtes im Außendienst laut Amtsleiter Ludger Schenkel schon ein paar Mal aufgefallen, dass hier und da ein paar Hühner oder anderes Geflügel noch frei herumliefen. In solchen Fällen habe man die Halter angesprochen und auf die Bestallungspflicht hingewiesen. Sollte es vorkommen, dass solche Halter sich nicht an die Auflagen halten, müsse dies dem Kreis Soest gemeldet werden, der sodann als offizielle ordnungsrechtliche Behörde einschreiten kann.

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