Frei nach dem Motto "Nur die Harten komm’ in Garten"

Lippborger Narren trotzen Tief "Yulia" - und haben ihren nassen Spaß dabei...

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Reichlich nass: Der Zug ist durch

[Update 16.48 Uhr] Die Lippborger Jecken haben ihren Umzug gemeistert. Es waren zwar nur etwa halb so viele Leute am Wegesrand wie sonst und ein paar Wagen konnten nicht mitfahren. Trotzdem waren am Ende alle glücklich.

Lippborg – „Wer ist schon Yulia?“, sagten sich KKL-Boss Rodger Urbansky und seine Getreuen vom Kulturkreis Lippborg am Ende der Krisensitzung, die die Narren am Sonntagvormittag wegen des Sturmtiefs „Yulia“ einberufen hatten. 

„Nur die Harten komm’ in Garten“, lautete am Ende der Narrenspruch und Rodger verkündete es gegen 11.30 Uhr in Presse und Rundfunk: „Wir fahren!“

Allerdings riss „Yulia“ dann doch empfindliche Lücken in den Rosensonntagsumzug. Die schönsten Wagen mussten in der Garage bleiben. Das betraf vor allem das Prinzenpaar Bärbel und Stefan Hegemann von Ruckzuck Assen. 

Etliche prächtige Motivwagen nicht mit von der Partie

Ihr prächtiger dreistöckiger Prinzenwagen durfte wegen der Windböen nicht im Zug mitfahren. Die Gefahr, dass der große Wagen kippen könnte, war einfach zu groß. 

Ähnlich erging es den Eskalanten, deren Moorhuhn gut bedacht unter Beckers Dach abgestellt wurde, gleich daneben der Motivwagen „Casino“ von den Saufziegen. 

Auch die Motivwagen der Weedeländer, der Landeier und am Ende sogar der KKL-Elefant „KarLi“ blieben beim Umzug 2020 wegen „Yulia“ außen vor. 

Karnevalsumzug in Lippborg

„Die Gruppen haben sich freiwillig entschieden, keine Gefahren heraufzubeschwören“, lobte Rodger Urbansky die Einsicht seiner Wagenlenker. Trotzdem ließen sich die 950 am Umzug beteiligten Aktiven natürlich nichts anmerken.

Mit Plastik, Bierchen und Likörchen gegen das Nass

Viele hatten sich schützende Plastikfolien übergezogen, andere bekämpften das Unwetter mit Bier oder kleinen Likörchen. 

Als der Zug sich pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung setzte, da hatte auch der Sturm ein Einsehen. Er ließ nach, und die Karawane setzte sich in Richtung Kreisverkehr und Ortszentrum in Bewegung. 

Reichlich flogen Törtchen, Lutscher und Kamellen, als die Gruppen vorüberzogen. Wegen der geringeren Zahl der Besucher sammelte manches Kind ganze Taschen voller Süßigkeiten ein.

Bei gutem Wetter säumen 10.000 Zuschauer den Straßenrand

Wird die Zahl der Zuschauer bei guten Wetter auf über 10.000 geschätzt, die den Narrenumzug säumen, kamen diesmal vielleicht rund die Hälfte, um sich das bunte Spektakel anzuschauen. 

Frieren brauchte man jedenfalls nicht, während die prächtig kostümierten Gruppen und die kleineren Wagen vorbeizogen, denn kalt wurde es hier keinem: Dabei half schon die gute Stimmung, die die Gruppen mit flotter Musik und unzähligen „Helau-Rufen“ noch anzuheizen versuchten. 

Bei den Themen drehte sich viel ums Klima

Doch da, wo sonst viele Kehlen antworten, blieb das Echo diesmal aus, denn der Wind erstickte die vereinzelten Reaktionen am Straßenrand und die zahlreichen neuen KKL-Flaggen, die vom Wind getrieben fast ständig horizontal in der Luft hingen, flatterten laut und heftig. 

Gut zu hören war hingegen der Mini-Elefant, dessen Trompeten-Getöse „KarLi“ ein wenig ersetzte. 

Bei den Themen drehte sich vieles ums Klima: „Gibt’s auf der Welt den Klimaknall, feiern wir im Weltall Karneval“, hieß es bei den Sitzungslosen und „Klimawandel stoppen, das Bier muss kalt bleiben“.

Der Umzug in Werl war am Sonntag abgesagt worden.

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