Vereinsmitglieder sind sauer

VfJ Lippborg: Ärger über illegal entsorgten Müll am Osterfeuer

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Gute Nacht: Wer diese Lattenroste illegal entsorgt hat, darf sie gerne wieder abholen.

Lippborg – Kai Kuznik ist sauer. Stinksauer. Da legen sich er und viele Freiwillige vom VfJ Lippborg Jahr für Jahr ins Zeug, um den Menschen im Ort ein schönes Osterfeuer zu bieten – und dann nutzen Unbekannte die Nachtstunden, um illegal ihre Müll zu entsorgen.

„Irgendwelche Mitbürger verwechseln das Osterfeuer mit einer Müllverbrennungsanlage“, ärgert er sich. „Während der ehemalige Besitzer zweier Lattenroste diese einfach ablegte, hat sich ein anderer mehr Gedanken gemacht und seine zersägten Türblattabschnitte mitten auf dem Schnittgutberg gut versteckt.“ 

Nun müsse der Verein das lackierte Holz vom großen Haufen entfernen und gemeinsam mit den Lattenrosten entsorgen. Kai Kuznik: „Das kostet Geld und Nerven.“

Konsequenzen werden diskutiert

Und hat möglicherweise Konsequenzen. Man müsse sich angesichts dieses extrem unsozialen Verhaltens als Verein fragen, ob die Organisation des Osterfeuers in Zukunft überhaupt noch geleistet werden kann. Über das Absperren des Geländes neben dem Sportplatz denke der Vorstand aktuell ebenso nach wie über feste Zeiten, an denen Bürger ihren brennbaren Holzschnitt bringen dürften.

Bisher lief die Sache mit dem Feuer beim VfJ Lippborg reibungslos: Während in den ersten Jahren vor allem der Vorstand fürs Brennbare sorgte, machten anschließend auch immer mehr Bürger mit. So wuchs der Holzschnittberg quasi von alleine. 

Zeit genug für die Verantwortlichen des Sportvereins, am Rahmenprogramm zu feilen. „Wir stellen auch in diesem Jahr wieder Feuerschalen auf und bieten drumherum Sitzgelegenheiten für Familien mit Kindern. Wer einen Stock mitbringt, darf wieder kostenlos Stockbrot machen“, erklärt Kai Kuznik. Besonderer Clou: Wer den Stock aus dem Brot gezogen hat, bekommt einen Schokoriegel, der exakt in das Loch in der Mitte passt. Ein Vergnügen, das nicht nur die Kinder lieben.

Kai Kuznik hofft auf Einsicht der Müllentsorger

Für die Großen gibt’s Bratwurst und Getränke – und für alle das große Feuer. Damit alles reibungslos läuft, sind sämtliche Genehmigungen bei der Gemeinde eingeholt, der Trecker zum finalen Umschichten des Brennholzes steht bereit, die Strahler zum Ausleuchten des Geländes sind zur Montage bereit und auch „ein gutes Dutzend“ Helfer stehen parat, um auszuschenken oder als Feuerwache für Sicherheit zu sorgen. 

„Wenn das Wetter so bleibt, dann werden wieder viele Leute kommen“, freut sich Kai Kuznik trotz des Ärgers aufs Feuer. Schließlich biete es dem Verein die Möglichkeit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen – und ein paar Euro für die Vereinskasse zu verdienen. Und vielleicht zeigen die Müllentsorger ja sogar Einsicht und holen ihre Lattenroste noch vor dem Sonntagabend wieder ab. Kai Kuznik: „Dazu sind sie herzlich eingeladen.“

Termin 

Das Osterfeuer des VfJ Lippborg wird am Ostersonntag, 21. April, um 19 Uhr an der Sportanlage entzündet.

Amtliche Vorgaben

Die öffentlichen Osterfeuer werden im Vorfeld beim Ordnungsamt der Gemeinde angemeldet. Das informiert darüber, dass „Brauchtumsfeuer nicht das Verbrennen von Abfällen zum Ziel haben, sondern der Brauchtumspflege dienen“. Auch wird über Mindestabstände zu Anwohnern und Wegen informiert. Zudem weist das Amt darauf hin, dass zwei Erwachsene Feuerwache zu halten haben „bis Glut und Asche erloschen sind“.

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