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Das sagt Sänger Leon heute zur verpatzten Chance beim Song Contest

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Von: Heyke Köppelmann

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Leon Jürgen Göbel
Sänger Leon, Jürgen Göbel aus Hovestadt. 1996 trat er für Deutschland beim ESC an, schied aber in der Qualifikation aus und verpasste das Finale der besten 23. © Agentur

Erinnern Sie sich noch an Leon. Der Sänger, der aus Lippetal kommt, wollte einmal am Grand Prix Eurovision de la Chanson teilnehmen und hatte die Fahrkarte schon fast in der Tasche. Doch dann kam alles anders.

Lippetal – Aus und vorbei! Diesen Tag hat der Sänger Leon, den gute Bekannte und die Freunde aus vergangenen Kindertagen als Jürgen Göbel kennen, nie vergessen. Genau 25 Jahre ist es her, als ihn die frustrierende Nachricht erreichte: Damals sollte er Deutschland beim Grand Prix de la Chanson vertreten – und dann das Debakel: Das Lied „Planet of Blue“ fiel schon im Vorentscheid der Eurovision durch. Schade!

Gern hätte der Friseur am größten Musik-Festival der Welt teilgenommen, um dort im Rampenlicht zu stehen, sich dem internationalen Publikum vorzustellen und mit den anderen Künstlern gespannt auf die Punktevergabe zu warten. Daraus wurde nichts. Derzeit läuft der 65. Europäische Song Contest in Rotterdam – ein spektakuläres Ereignis, das Erinnerungen weckt. Auch daran, dass sich einst ein Nachwuchs-Star aus Lippetal aufmachte, um mit 26 Jahren die große Bühne zu erobern.

Bei einem Gastspiel in Lippborg zeigte Leon vor geraumer Zeit, dass er es versteht, seine Zuhörer zu begeistern und sie zu animieren mitzusingen. Wie ist es ihm ergangen? Im Gespräch mit Heyke Köppelmann äußert sich Leon zu seinem heutigen Leben und macht klar, dass er die damalige Enttäuschung gut weggesteckt hat.

Denken Sie noch oft an den deutschen Vorentscheid und an die Enttäuschung, 1996 nicht nach Oslo fahren zu dürfen?

Ja, ich denke mit sehr viel Freude an diesem großen Auftritt, beim Vorentscheid des Grand Prix Eurovision de la Chanson 1996, heute noch zurück! Hanne Haller fragte mich damals, ob ich mir zutrauen würde, vor einem Millionen-Publikum live zu singen und zu performen. Ich fragte, worum geht es denn? Als ich erfuhr das es sich um den Grand Prix Eurovision de la Chanson handelt, habe ich sofort zugesagt. Hanne Haller schrieb mir den Titel „Planet of Blue“ auf dem Leib, den wir 1995 produzierten. Also kannte ich den Song schon, von dem ich hundertprozentig überzeugt war. Ich gewann mit 37,19 Prozent und war überglücklich.

Damals war ich, na klar, enttäuscht, aber nur damals. Denn das Publikum in Deutschland reagierte positiv auf meinem Song, ebenso die Schweiz und Östereich. Eine Reise mit der Musik begann...

Für mich ist es heute keine Enttäuschung mehr, eher ein Gewinn! Ein Gewinn, an Erfahrung, Freude, und ich geh in die Geschichte des ESC ein, was auch ein Erfolg ist.

Stehen Sie heute noch auf der Bühne?

Ja ich habe kleine Gastauftritte, eher bei Feiern oder Firmen. 2018 habe ich ein kleines 60-minütiges Konzert in Lippetal-Lippborg gegeben, und 2012 nahm ich meine letzte Single in Rom auf.

Ich war aktiv von 1996 bis 2009, und danach habe ich mich viel mit Studioarbeiten befasst.

Ich schreibe eigene Titel und nehme sie im Studio auf. Das mach mir sehr viel Spaß. Doch nun wird es Zeit für einen neuen Remix von „Planet of Blue“ oder? 25 Jahre her – yeah!

Die Leidenschaft, Energie und Liebe zu Musik brennt immer noch in mir! Ich bin Widder vom Sternzeichen. Ein neues Album wäre auch nicht schlecht, schauen wir was die Zeit bringt, lach...

Wo leben sie heute und kommen sie noch ab und zu ins Lippetal?

Ich lebe seit 1993 in München! München ist absolut meine Wahlheimat-Stadt, ich fühle mich sehr wohl hier. Ja Lippetal-Hovestadt ist meine richtige Heimat, dort bin ich geboren und meine ganze Familie wohnt dort. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich nach Hause fahre. Das passiert meistens an Weihnachten, im Frühjahr und Spätsommer.

Dort sind meine Wurzeln und, wie gesagt, meine Familie, die ich sehr liebe und für kein Geld in der Welt tauschen möchte!

Ich hatte eine glückliche Kindheit, und da begannen auch die ersten Schritte mit der Musik!

Ich erinnere mich an einen Auftritt im Albertussaal in Hovestadt. Der Tag der Musik war das, und jeder konnte sich anmelden, um etwas vorzutragen. Ich nahm meine Gitarre, sang im Alter von zwölf Jahren „Ein bisschen Frieden“ in fünf Sprachen und die Moderatorin, Frau Müthel, musste das Mikrofon mitsamt Ständer die ganze Zeit vor mir halten, weil ich im Sitzen nicht an das Mikro kam, lach. Das hat sich jetzt aber geändert, haha..

Ich grüße alle die ich mich kennen und vor allem meine Mama, die Brüder Christian und Daniel und den ganzen Familienclan in Lippetal!

Was bedeutet Ihnen das Lied über den blauen Planeten?

Ich liebe meinen Song „Planet of Blue“. Dadurch wurden mir sehr viele Türen geöffnet…

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