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Leck setzt Lippetalschule unter Druck

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Von: Michael Dülberg

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Im Abstellraum ist der Parkettfußboden hochgeploppt. © Michael Dülberg

Lippetal – Als sie Stühle und Mülleimer im Hauswirtschaftsraum im Nordflügel der Lippetalschule aufstellten, bekamen die Ferienjobber Christina Begemann aus Lippetal und ihr Arbeitskollege Finn Thomas aus Soest am Montag dieser Woche plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes „nasse Füße“.

Denn sie tappten in einem einige Zentimeter hohen Wasserbad, das sich in der „Schulküche“ ausgebreitet hatte. Sofort alarmierten sie Hausmeister Michael Begemann. Er hatte den Schaden schnell gefunden. Das Wasser sickerte aus einem geplatzten Metall ummantelten Schlauch unter einem Spülbecken. Den zugehörigen Haupthahn zuzudrehen, war die erste Reaktion, dann wurde die Gemeindeverwaltung informiert. 

Gemeinsam den Schaden bekämpft

Bauamtsleiterin Elisabeth Goldstein und Bürgermeister Matthias Lürbke nahmen die Nachricht zunächst mit einem Schrecken auf, gingen dann aber zusammen mit ihren Mitarbeitern daran, sich in einer konzertierten Aktion um den Schaden zu kümmern. Schulleiter Volker Wendland wurde umgehend informiert, dann trafen sich die Beteiligten mit Hausmeister Begemann, um den betroffenen Nordflügel der Schule auf die entstandenen Schäden hin zu inspizieren. Die letzte Kontrolle im betroffenen Hauswirtschaftsraum war am vorigen Freitag durchgeführt worden. Rund 60 Stunden könnte das Wasser maximal geflossen sein, das war schnell ermittelt. Was die Teilnehmer der Schadensbegehung dann doch überraschte, waren die Auswirkungen des „Rinnsals“ auf die drei Etagen des Nordflügels. 

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Alles muss raus: Den „abgesoffenen“ Musikraum inspizierten die Entdecker des Wasserschadens Christina Begemann und Finn Thomas zusammen mit , Bauamts-Leiterin Elisabeth Goldstein, Schulleiter Volker Wendland, Bürgermeister Matthias Lürbke und Hausmeister Michael Begemann © Michael Dülberg

Besonders der Musikraum unter dem Leck war betroffen. Hier mussten Fußboden und schallgeschützte Deckenverkleidung komplett runter. In anderen Räumen wie im EDV-Raum war der Estrich nass geworden, das Parkett hochgekommen, hatte Wellen geschlagen oder war sogar aufgeploppt. Bis hinunter in die naturwissenschaftlichen Räume im Souterrain war die Feuchtigkeit gezogen. „Glück im Unglück, dass die Gemeindeverwaltung hier so gut vernetzt ist“, lobt Schulleiter Volker Wendland das Schadensmanagement von Bau- und Schulamt. Versicherung, Handwerker und Trocknungsfirma waren kurzfristig am Einsatzort, um die Schäden aufzunehmen oder an Elektronik, Fußböden, Decken und Möbeln zu beseitigen. Noch am gestrigen Mittwoch wurden die großen Trocknungsgeräte aufgestellt, die in den kommenden Wochen die Feuchtigkeit wieder aus dem Gemäuer ziehen sollen. „Nach augenblicklichem Stand wollen wir den Unterricht trotz Wasserschaden und Corona nach den Ferien wieder in vollem Umfang aufnehmen, auch die Mensa wieder öffnen“, sagt Direktor Volker Wendland. Er erarbeitet jetzt mit seinem Schulteam einen Plan, um mit Ersatzräumen die Unterrichtsräume zu ersetzen, die wegen der Schäden vorerst nicht benutzt werden können. Bürgermeister Matthias Lürbke erwartet einen Schaden in sechsstelliger Höhe. Das wird den Haushalt der Gemeinde Lippetal aber nicht belasten, da es sich um einen Versicherungsschaden handelt. Auch wenn er damals noch nicht dabei war, weiß der Bürgermeister, dass dies nicht der erste Wasserschaden in der Lippetalschule ist. Bereits beim Bau 1997 war der Nordflügel in der Rohbau-Phase „untergegangen“. Damals war durch Risse in der Bodenwanne Grundwasser in die naturwissenschaftlichen Räume geflossen. Bio-Chemie und Physik-Räume und der Kabelgraben mussten samt Estrich ausgeräumt und neu hergerichtet werden. Die Ritzen wurden mit Bauharz unter Hochdruck verpresst. Seither war es trocken geblieben. Bis zum vergangenen Wochenende...

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