Warten auf den 6. Call

Millionen Euro für schnelles Internet in Lippetal

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Die Bauarbeiten für den 3. Call laufen. Die Firma „Diroba“ zieht die Gräben im Gewerbegebiet „Tannenbusch“. Oliver Pöpsel, Bürgermeister Matthias Lürbke und Christoph Hellmann vom Kreis Soest (von links) erkundigten sich bei Patrick und Robert Gliem von der Baufirma über den Fortschritt der Baumaßnahme.

Lippetal – „Es handelt sich mit mehr als 100 Millionen Euro Fördermitteln in den beiden laufenden Verfahren um das größte Infrastruktur-Projekt aller Zeiten im Kreis Soest."

"70 Bautrupps sind derzeit im Kreis unterwegs,“ stellt der Breitband-Koordinator des Kreises Soest, Christoph Hellmann, in Sachen Ausbau für schnelles Internet mit Glasfaserkabel fest.Er kam zur Visite nach Lippetal, um gemeinsam mit Kreistags-Mitglied Oliver Pöpsel und Bürgermeister Matthias Lürbke die Tiefbau- und Kabel-Verlegearbeiten im Gewerbegebiet Tannenbusch in Augenschein zu nehmen. 

Ausbau für 3. Call läuft

Hier wird für den Ausbau des so genannten „3. Call“ der Graben gezogen. Damit werden in Lippetal das Gewerbegebiet „Tannenbusch“, das Baugebiet „Am Steinbach“ und die „Dolberger Straße“ bis zum Autohof angeschlossen. Insgesamt werden im Kreis Soest für den 3. Call 600 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. „Wenn wir schon einmal buddeln, dann richtig“, erklärt Christoph Hellmann. Überall wo wir als Kommunen in den freien Markt mit Fördermitteln eingreifen dürfen, lassen wir natürlich die Zukunftssichere Glasfaser verlegen. Wir wollen so fördern, dass ein anschließender eigenwirtschaftlicher Ausbau für die restlichen Bereiche möglich ist.“ Der Kreis will schnellstmöglich Glasfaser komplett und bewirbt sich zurzeit auch um die Landes- und Bundes-Zuschüsse für den 6. Call. 

180 Kilometer Kabel für 440 Liegenschaften

Der bedeutet für Lippetal das Verlegen von 180 Kilometern Leitungen und den möglichen Anschluss von 440 Adressen bis nach ganz weit draußen. Immerhin liegen rund zwei Drittel der 126 Quadratmeter großen Flächengemeinde nördlich der Lippe und zwar dort in Münsterländer Art weit verstreut in der Landschaft. Im gesamten Kreis werden im Call 6 in den 14 Kommunen 1200 Kilometer Kabel im Tiefbau verlegt. Mit 180 Kilometern erobern die Lippetaler allein davon satte 15 Prozent der Gesamtstrecke. Das Ganze wird in Lippetal mindestens 8 Millionen Euro kosten, davon übernimmt der Bund die Hälfte, das Land NRW 40 Prozent und die Gemeinde Lippetal 10 Prozent, also rund 800 000 Euro. Die endgültigen Summen werden im zweistufigen Verfahren aber später ermittelt. „Als Gemeinde Lippetal profitieren wir im Kreis Soest am meisten von den Fördermitteln. Diese einmalige Chance durften wir uns nicht entgehen lassen“, sagt Oliver Pöpsel, beim Kreis auch Vorsitzender des Ausschusses für Regionalentwicklung. Sowohl der Kreistag als auch der Rat der Gemeinde Lippetal haben das Projekt beschlossen und damit die Finanzmittel bereit gestellt. Christoph Hellmann rechnet fest damit, dass der Zuschussantrag des Kreises in etwa drei Monaten vom Bund und Land bewilligt wird. 

Kreis Soest ganz vorn mit dabei

„Wir sind ganz vorn mit dabei im so genannten Windhund-Verfahren“, erläutert Hellmann. Das läuft nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Wenn alles gut geht, könnten die Bauarbeiten für den 6. Call noch in diesem Jahr beginnen. Glasfaser flächendeckend in der Gemeinde Lippetal, das bedeutet nicht nur schnelles Internet für alle Haushalte, es unterstützt auch die Arbeit der Verwaltung, das digitale Lernen an den Schulen, das Home-Office, die Landwirtschaft, die Unternehmen und auch das geplante Industriegebiet an der Autobahn 2. Letztlich ist auch das kommende 5G-Netz für Mobilfunk davon abhängig, dass ausreichend Kapazität von schnellem Glasfaser-Netz vorhanden ist. 5G-Standard ist beispielsweise nötig für autonomes Fahren.

Info beim Kreis Soest

„Wenn es losgeht, werden alle Haushalte informiert“, kündigt Christoph Hellmann an. „Auf unserer Homepage kreis-soest.de/breitband halten wir Interessenten immer aktuell auf dem Laufenden.“ Hier und bei den Breitband-Koordinatoren des Kreises sollten sich alle Lippetaler informieren, denn noch besteht die einmalige Chance, das bis zu einem Gigabit schnelle Glasfaserkabel nicht nur ans Grundstück, sondern bis direkt ins Haus kostenlos verlegt zu bekommen.

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