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Gemeinde Lippetal will ab 2022 einen Klimaschützer einstellen

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Von: Michael Dülberg

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Blühende Landschaften in Lippetal: Blühstreifen und-felder wurden im vorigen Jahr angelegt
Blühende Landschaften: Für den Klimaschutz in der Gemeinde wird extra ein Mitarbeiter eingestellt. © DÜLBERG

Mehr Personal für die Verwaltung wegen neuer Herausforderungen? Ein solcher Vorschlag vom Bürgermeister und Verwaltungschef könnte schon mal eine heikle Angelegenheit werden. Im Fall der Lippetaler sieht die Politik allerdings ebenfalls Handlungsbedarf. Und so signalisierten CDU, SPD, FDP, Grüne und BG im Ausschuss für Umwelt und Mobilität übereinstimmend die Notwendigkeit und eine klare Zustimmung zur Einrichtung einer neuen Personalstelle ab Januar 2022 für den Aufgabenbereich Mobilität und Klimaschutz.



Lippetal – Im Haupt- und Finanzausschuss am Montag (21. Juni) soll weiter beraten und dem Rat ein positiver Beschluss empfohlen werden. Nicht erst, seit auch die Grünen im Rat und seinen Gremien beteiligt sind, beschäftigen die neuen Herausforderungen die Lokalpolitiker und die Verwaltung. So wurde zum Beispiel bereits in der vergangenen Legislaturperiode der Arbeitskreis „Umwelt und Naturschutz“ ins Leben gerufen, der im Bereich der Lippetaler Teichanlagen und bei Blühstreifen an Wegesrändern auch bereits zählbare Erfolge erzielte. Teiche wurden ökologisch aufgewertet, an diversen Stellen Blühbeete für die Insekten angelegt.

Neue Stelle im Rathaus: Klimaschutz und Mobilität

Insgesamt stehen die Kommunen wie auch Lippetal lokal und regional vor der Herausforderung, die nationalen Klimaschutzziele umzusetzen. Dies kann aber nach Ansicht der Verwaltungsführung nur gelingen, wenn die vielschichtigen Handlungsfelder ermittelt und zukunftsweisend aufgestellt werden. Die Vielzahl an bereits vorliegenden klimaschutzrelevanten politischen Anträgen und Vorschlägen aller Parteien in der Gemeinde Lippetal lässt laut Verwaltungsbericht bereits heute erkennen, dass dieses Thema auch hier fraktionsübergreifend einen hohen Stellenwert einnimmt. Aus Sicht der Verwaltung ist es notwendig und zielführend, die verschiedenen Einzelanträge und -maßnahmen konzeptionell einzubetten und eine gemeindliche Strategie zu entwickeln, um den Klimaschutz vor Ort aktiv und unter Einbeziehung aller relevanten Akteure voranzubringen.

Neue Stelle im Rathaus: Aufwendiger Arbeitseinsatz

Die Strategieentwicklung und Umsetzung der Maßnahmen werde dabei einen stetigen und aufwendigen Arbeitseinsatz erfordern, der auch Bürgerberatungen, Austausch mit Vereinen und Initiativen sowie mit den politischen Gremien beinhaltet.
Dieses neue Aufgabenfeld kann nach Ansicht von Bürgermeister Matthias Lürbke nur mit zusätzlichem, fachlich in diesem Bereich qualifiziertem Personal vorgenommen werden. In der Regel würden hierzu Fachkräfte herangezogen, die beispielsweise über ein abgeschlossenes Studium in den Bereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien, Umwelt- oder Versorgungstechnik verfügen und die Politik und Verwaltung in ihren Ideen und Vorhaben beraten und unterstützen.

Neue Stelle im Rathaus: Arbeitskreis Umwelt unterstützen

Die Zuständigkeit des Klimamanagements könnte auch die Organisation und Aufgabenerledigung rund um den Arbeitskreis Umwelt umfassen. Die von der Fraktion Bündnis90/Die Grünen beantragte Implementierung eines Mobilitätsmanagements bei der Gemeinde Lippetal könnte ebenfalls im Aufgabenbereich des Klimamanagements angesiedelt werden. Die grundsätzlich im Rahmen der Kommunalrichtlinie möglichen Förderungen für die Entwicklung von Klimaschutzkonzepten innerhalb sogenannter „Erstvorhaben“ durch zusätzliches Personal stehen den Kommunen im Kreis Soest nicht mehr offen, da diese Förderung bereits für das im Jahre 2011 auf Kreisebene entwickelte integrierte Klimaschutzkonzept bewilligt wurde. Dies schließt derzeit eine weitere Förderung aus.

Neue Stelle im Rathaus: Gemeinde muss selbst finanzieren

Eine entsprechende Stelle müsste daher neu im Stellenplan ausgewiesen und aus dem Gemeindehaushalt finanziert werden. Organisatorisch und fachlich ist laut Verwaltungschef eine Ansiedlung dieses Aufgabenbereichs im Bauamt sinnvoll. Von hier aus könnten die notwendigen Vernetzungen in die weiteren Ämter sichergestellt werden.

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