Zucht von Mikroalgen

Investor hält an Algen-Projekt fest

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25 Stränge mit Aquakultur zur Produktion von Mikroalgen sollten in der Rommersch in Betrieb genommen werden. Für Planung und Baugenehmigung wurden bereits 75 000 Euro investiert. Jetzt fehlt das Grundstück (rechts).

Lippetal – „Wir brauchen noch mehr Zeit für die Finanzierung des 15-Millionen-Projektes, aber wir wollen unbedingt am Standort in Lippetal festhalten“ – das sagt Hans Hullegie von der Geatek-GmbH, die im Gewerbegebiet Rommersch in Lippborg eine Halle  für Mikroalgen-Zucht errichten will.

Dafür hat der Kreis Soest im Oktober 2018 bereits eine Baugenehmigung erteilt. Der Lippetaler Rat hatte im Frühjahr 2018 beschlossen, das Grundstück an die Geatek zu verkaufen. Weil der Handel aber bis Ende März 2019 nicht zustande kam, hat das Gremium Anfang April hinter verschlossenen Türen beschlossen, den Verkauf rückgängig zu machen, um das Grundstück eventuell anderweitig vermarkten zu können. 

Grundstückskauf nicht abgeschlossen

Grund dafür ist offensichtlich, dass der Grundstückskauf auch nach einem knappen Jahr nicht über die Bühne ging. Inzwischen ging wegen der Verzögerung den Ratsherren offensichtlich die Geduld aus. Das bedauert allerdings Hans Hullegie von der Geatek-Geschäftsführung. In einem Status-Bericht zum „Projekt Mikroalgen-Zucht in Lippetal“, der an Bürgermeister und Ratsmitglieder gerichtet ist, hat die Geatek noch einmal bekräftigt, die Planung für eine Anlage zur Produktion von Mikroalgen-Biomasse, die ein breites Spektrum für die Nahrungsmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie abdeckt, an dem favorisierten Standort Lippetal im Gewerbegebiet Rommersch weiter voran zu treiben.

Kooperation mit Firma Weber

Das geschehe in einer Kooperationsgemeinschaft mit der Firma Weber GmbH in Aschaffenburg. Zum aktuellen Planungsstand zum Projekt berichtet Hans Hullegie, dass sich die Planungsvorbereitungen für die technische Produktionsanlage in der Abschlussphase befinden. Des Weiteren sei die Umsetzung der Energiegewinnung, Klimatisierung, Wasseraufbereitung und Materialtrocknung in der fortgeschrittenen Entwicklung. Die Vorplanung des Gebäudes sei soweit abgeschlossen, dass der Bauantrag erstellt wurde und die Baugenehmigung erteilt wurde. Der weitere Schritt sei nun die Produktion der Fertigbauteile der Halle und Büro- und Sozialgebäude für 25 bis 30 Mitarbeiter in die Wege zu leiten, sowie die dazu gehörigen Maßnahmen zur Erstellung des Produktionsgebäudes. 

15 Millionen Euro Investition

Für die Durchführung der Investition und die Finanzierung der Anlaufphase ist laut Hullegie ein erster Betrag von 15 Millionen Euro erforderlich. Hullegie: „Bisher scheiterten die Versuche der Kreditfinanzierungen immer daran, dass es kein Referenzobjekt gibt. Auf Grund der Höhe des Investitionsbetrages waren private deutsche Investoren aus dem üblichen Umfeld nicht zu finden. Aus diesem Grund wird jetzt ein anderer Weg beschritten. Wir sind ein Vertragsverhältnis mit einer Deutschen Finanzierungsgruppe in Langenfeld eingegangen.“

Anderen nicht im Wege stehen

Hullegie geht nun davon aus, dass er in den kommenden Wochen eine Finanzierung darstellen kann. Er hofft, dass sich der Rat dann noch einmal anders entscheiden könnte. Hullegie: „Sollten sich aber im genannten Zeitraum anderweit Kaufinteressenten bei der Gemeinde Lippetal ihr Interesse an diesem Grundstück bekunden, wollen wir dem nicht im Wege stehen.“

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