Investor gibt Windkraft-Projekt entnervt ab

LIPPETAL - Die Windkraftgegner im Lippetaler Norden müssen sich auf einen neue Ansprechpartner einstellen. Überraschend hat das Unternehmen „Prowind“ aus Osnabrück das Projekt vom bisherigen Investor Tobias Kohr aus Willich übernommen.

Der Gegenwind der Bürgerinitiative sei ausschlaggebend für seinen Schritt gewesen, erläuterte Kohr gegenüber dem Anzeiger: „Das Ganze ist sehr hochgekocht, es gab eine immer stärker aufgeheizte Stimmung.“ Eine abschätzbare Fortführung des Projektes sei daher für ihn nicht mehr möglich gewesen. Zumal noch zwei Gerichtsverfahren anhängig sind. „Es geht dabei um Existenzen“, so Kohr.

Bei der Realisierung wird auch die deutlich größere „Prowind“ Geduld aufbringen müssen. Derzeit befasst sich das OVG Münster mit einer NormenkontrolKlage der BI bezüglich der 42. Änderung des Flächennutzungsplans gegen die Gemeinde Lippetal. Erst danach werden die weiteren Nachbarschaftsklagen vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg behandelt. „Sie ruhen bis dahin“, bestätigt Pressesprecher Wilhelm Müschenborn von der Baugenehmigungsbehörde, dem Kreis Soest. Eine abschließende juristische Klärung wird sich vermutlich also noch lange hinziehen.

In den Bereichen „Wilde See“ und „Löttenknapp“ sollen jeweils zwei Windenergieanlagen vom Typ Enercon E-82 E2, mit je 2,3 Megawatt Nennleistung errichtet werden. Am Standort A „Löchtenknapp“ nördlich von Lippborg mit einer Nabenhöhe von 141,63 Metern und einer Gesamthöhe von 182,63 Metern sowie am Standort B „Wilde See“ nördlich von Herzfeld mit einer Nabenhöhe von 138,38 Metern und einer Gesamthöhe von 179,38 Metern.

Die „Prowind“ sieht sich als „Unternehmensgruppe mit Spezialisierung auf Akquirierung, Planung, Genehmigung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Anlagen, die erneuerbare Energien erzeugen“. Hauptbetätigungsfeld ist derzeit Rumänien. - rad

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