FDP will in Lippetal nichts überstürzen

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Starschuss für den FDP-Ortsverein? Jetzt gab es ein erstes Treffen bei Ziegler.

Lippetal – Dem Ziel, einen FDP-Ortsverband in Lippetal zu gründen, ist die Partei einen Schritt näher gekommen. Man wolle aber nichts überstürzen, sagte Kreisvorsitzender Fabian Griewel.

Am Mittwoch, 11. März, soll um 19 Uhr in der Firma „Groth-Catering“ im Gewerbegebiet Kosberg bei Herzfeld ein zweites Treffen stattfinden. Der Zeitpunkt nach dem Wahldebakel um Parteifreund Thomas Kemmerich aus Thüringen hätte kaum schlechter sein können. FDP-Kreisvorsitzender Fabian Griewel hatte das Treffen anlässlich der Sondierung zur Gründung eines FDP-Ortsvereins dennoch nicht abgesagt. 

CDU schickt einen Kundschafter

So freute er sich gemeinsam mit MdL Christof Rasche sichtlich, dass neben dem „CDU-Spion“ Vize-Bürgermeister Franz-Theo Nübel auch einige Interessierte in die gemütliche Kneipe bei Ziegler an der Schlossstraße in Hovestadt gekommen waren. Griewel erläuterte die Absicht, auch die bisherige FDP-Diaspora zu besiedeln. „In 13 von 14 Kommunen im Kreis Soest gibt es bereits FDP-Ortsvereine und wir stellen dort auch Kandidaten für alle Wahlkreise. Das sollten wir das auch in Lippetal hinbekommen.“ 

Zuletzt mehr als 10 Prozent geholt

Optimistisch stimmt ihn, dass die FDP bei den Landtags- und Bundestagswahlen in Lippetal zuletzt jeweils über zehn Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Da sei es doch denkbar, auch bei den Kommunalwahlen in den Rat einzuziehen. Weil es aber bei der Kommunalwahl nur eine Stimme gibt für den jeweiligen Direktkandidaten, sei es wichtig, im Falle einer Teilnahme auch möglichst alle Wahlkreise mit Kandidaten zu besetzen. Immerhin verfüge die FDP mit ihren 450 Mitgliedern im Kreis Soest auch über einige in Lippetal. 

Mehrheit der CDU attackieren

Jetzt gelte es auszuloten, ob es auch FDP-Anhänger als bislang verstecktes Potenzial gibt, die hier ein Projekt starten, sich einbringen und etwas verändern wollen. Das sei angesichts der absoluten Mehrheit der CDU sicher eine interessante Aufgabe. Griewel stellte dabei auch fest, dass das lokalpolitische Engagement durchaus in verschiedenen Zeitbudgets, also mehr oder weniger intensiv, eingebracht werden kann. Wer in die Lokalpolitik richtig einsteigen wolle, müsse sich auch im Klaren sein, dass dies zeitaufwenig ist. Neben Ratssitzungen, Ausschuss- und Fraktionssitzungen gehörten auch die Parteiarbeit und der Wahlkampf zu den Aufgaben. 

Lokalpolitik als reizvolle Aufgabe

Andererseits sei es aber auch eine überaus reizvolle Aufgabe, durch das lokalpolitische Engagement in der Heimat etwas zu verbessern. Griewel hofft, dass in Lippetal noch geheimes Potenzial schlummert, das möglicherweise durch die geplante Gründung eines Ortsverbandes geweckt werden kann. Die Hemmschwelle könne möglicherweise gesenkt werden und ein Schneeballsystem aufgebaut werden, das nach und nach Interessierte in die FDP holen könne. 

Aufruf zu politischem Engagement

Man müsse auch nicht unbedingt Mitglied werden, um sich zu engagieren oder zu kandidieren. Griewel findet es nicht gut, wenn in einer Kommune nur einer regiert, das könne zu Intransparenz führen. „Es ist elementar wichtig, sich zu engagieren!“ – MdL Christof Rasche appellierte an die Anwesenden, sich in die Politik einzubringen. Hier gebe es in Deutschland dringenden Handlungsbedarf. Insgesamt seien nur 0,1 Prozent der Deutschen in Parteien organisiert. Er beobachte, dass die politische Mitte verwais und die Ränder immer stärker werden. Das aber gefährde die Stabilität der Demokratie.

Erste Themen

Worum sich die FDP in Lippetal kümmern will: Ende der absoluten CDU-Mehrheit Mehr Transparenz in der Kommunalpolitik. Steigende Kreisumlage unaufhörlich und was kann man dagegen tun zum Beispiel beim Stellenplan? Verkehrskonzepte für Lippetal. Wirtschaftspolitik. Industriegebiet an der A2. Mehr ÖPNV.

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