Gleich zwei Pfadfindertreffen auf Haus Assen

+
Die Glut in der Feuerstelle des Lagers zu entfachen, ist für einen richtigen Scout natürlich kein Problem. 34 junge Pfadfinder hatten jetzt für eine Woche ihr Lager bei Haus Assen aufgeschlagen. Dort ließen sich zeitgleich auch mehrere Pfadfinderleiterleiter aus der ganzen Welt fortbilden.

Lippborg -  Das Haus Assen bei Lippborg bildete jetzt eine Woche lang die malerische Kulisse für gleich zwei Pfadfindertreffen.

So campierten vor dem Schloss 17 erwachsene Pfadfinder aus der ganzen Welt, die für eine Fortbildung nach Lippetal gekommen waren. Zeitgleich hatten in den Wäldern hinter der Anlage aber auch 34 Jungpfadfinder – unter anderem aus dem Allgäu, der Pfalz und dem Schwarzwald – ihre Lager aufgeschlagen.

Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien, Schweiz, Spanien, Polen, Slowakei, Weißrussland, Litauen und Argentinien – die Liste der Länder, aus denen die 17 Pfadfinder kommen, die sich nun für sechs Tage auf Haus Assen eingefunden hatten, war lang. In ihrer Heimat sind die Gäste jeweils auf nationaler Leiterebene tätig. In Lippborg nahmen sie an einer Fortbildung teil, die von dem Spanier Juan Carlos Corvera geleitet wurde. Mit dabei auch Corveras Vorgesetzter Martin Hafner, der pädagogische Leiter der Internationalen Union der Pfadfinderinnen und Pfadfinder Europas.

„Den Jugendlichen so sehen, wie er ist“

„Wir nennen diese Fortbildung unser ,Zwölf-Sterne-Lager’, das kommt daher, dass wir ein europäischer Verband sind“, erklärte Hafner. Inhaltlich gehe es bei dem Treffen vor allem darum, den Teilnehmern die tragenden Elemente der Pfadfinder-Pädagogik zu vermitteln. Dadurch sollen die Leiter, die die Fortbildung besuchen, befähigt werden, auch in ihren Ländern Schulungen abzuhalten. Den Kerngedanken brachte Hafner dabei wie folgt auf den Punkt: „Es geht uns mit unserer Pädagogik darum, den Jugendlichen so zu sehen, wie er ist. Wir wollen ihm einen Rahmen geben, in dem er selbst für sich Verantwortung übernehmen kann, auch wenn man es ihm vom Alter her eigentlich noch nicht zutraut.“

Im Grunde decke das Programm der Fortbildung vier Dimensionen ab, so Hafner, nämlich die menschliche Person als solche, dann den Bereich Gesellschaft, die europäische und schließlich die christliche Dimension. All das mache die Identität der Pfadfinder aus. Hochkarätige Dozenten, aus Deutschland und dem Ausland, waren dann auch nach Lippborg gekommen, um zu den einzelnen Themen zu referieren. Unter anderem war etwa Weihbischof Matthias König von Paderborn zu Gast. „Er hat uns ein Schlaglicht darauf gegeben, wie sich die Pfadfinderbewegung in den Dienst der Kirche stellen kann“, berichtet Hafner.

Zudem stellten aber auch das Lagerleben und der Bereich „Ausdruckskunst“ – hierunter fielen Aktivitäten im Bereich Theater, Gesang und Pantomime – verbindende und das Gemeinschaftsgefühl fördernde Elemente der Woche dar. Gerade vor dem Hintergrund der bestehenden Sprachbarrieren sind solche Dinge wichtig, weiß Hafner, und so campierten auch die erwachsenen Pfadfinder in ihren Zeltern und saßen abends beim Lagerfeuer zusammen.

Junge Pfadfinder auf großer Wanderung

Ihnen gleich taten es die jüngeren Pfadfinder von der Katholischen Pfadfinderschaft Europas, die in Kleingruppen von fünf bis acht Jugendlichen – den so genannten Sippen – über den Wald hinter Haus Assen verteilt ihre Lagerstätten errichtet und bezogen hatten. Höhepunkt des Programms für die jungen Pfadfinder war dabei sicherlich der „Hike“, eine dreitägige Wanderung, bei der sich die Kleingruppen zu beweisen hatten und die den Zusammenhalt innerhalb der Sippen nochmal zusätzlich stärkte, wie oft zu hören war.

Festzuhalten bleibt, dass sich junge und ältere Pfadfinder in Lippborg sehr wohl gefühlt haben. „Die Atmosphäre war eine sehr spezielle und die Natur hier ist einfach herrlich“, lobte Hafner das Ambiente.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare