Nach USA-Trip viel selbstständiger

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Franziska (Mitte) mit ihrer Gastfamilie in Burlington. Für den Einsatz in der Familie gab es 195 Dollar pro Woche.

Herzfeld – „Die Erfahrung hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich bin nach dem Jahr als Au pair in den USA viel selbstständiger geworden. 

Außerdem habe ich meine Heimat in Lippetal und in Deutschland und was meine Eltern für mich getan haben, viel besser schätzen gelernt“, das ist das Fazit von Franziska Bruschwitz (19) aus Herzfeld nach einem Jahr USA-Aufenthalt als „Kindermädchen“ bei der Familie Woulf in Burlington im Staat Vermont. Die junge Herzfelderin wurde in Soest geboren und ist in Herzfeld aufgewachsen und dort zur Ida-Grundschule gegangen. Später besuchte die das Gymnasium Johanneum in Wadersloh und schloss die Schullaufbahn mit dem Abi am Convos in Soest ab.

Australien war zu weit weg

England zu nah an der Heimat Danach wollte sie erstmal für ein Jahr ins Ausland und entschied sich als Alternative zu „Work and Travel“ für ein Engagement als Au pair. Angebotene Ziele wie England und Schweden waren ihr zu nahe bei der Heimat, Australien dann doch etwas zu weit weg. So entschied sie sich für die Organisation „Cultural Care“, die sie als Spezialist für die USA in die Vereinigten Staaten von Amerika vermittelte. Hier fühlte sie sich bei der Information über das Vorhaben am besten unterstützt. Bedingung für das Engagement als Au pair ist unter anderem, dass man beim „Aufpassen“ bereits 200 Stunden Erfahrung im Umgang mit Kindern haben muss. 

Schon Erfahrung beim Babysitten

Für Franziska war dies ein leichtes, denn beim Judo im 1. SC Lippetal, als Betreuerin im Ferienlager und als Babysitterin hatte sie bereits den entsprechenden Hintergrund und auch die Erfahrungen. Weiterhin musste sie eine Bewerbung ausfüllen, in der unter anderem nach Hobbies, Eigenschaften und persönlichen Daten gefragt wurde. Am 1. Juli 2018 startete Franziska dann von Düsseldorf und flog über Dublin in Irland nach New York. Dort gab es noch einmal eine Woche intensives Training für die neuen Au pairs, von der Organisation „Cultural Care“, ehe der Inlandsflug Franziska in ihre Wahlheimat Burlington am Champlain-See in Vermont brachte. 

Bei Gastgebern freundlich aufgenommen

Hier wurde sie freundlich von ihrer Gastgeber-Familie Woulf aufgenommen. Am ersten Abend gab es sofort ein Willkommens-Dinner für Franziska und gleichzeitig ein Abschieds-Dinner für ihre Vorgängerin. Danach begann dann abwechslungsreiche und oft witzige die Arbeit mit den Kids im Haus der Woulfs, das zwar normal groß war, laut Franziska aber typisch amerikanisch großzügig ausgestattet war. So musste zum Beispiel der Kühlschrank für die Eltern Marla und Mike sowie die Kinder Gage, Leili, und Johnny einen ganzen Wocheneinkauf und dabei Frischkäse-Becher von 1,5 Kilogramm fassen, weil man nur einmal in der Woche zum Großeinkauf mit dem dicken Van ins Geschäftszentrum zum Supermarkt fuhr. Kurze und hilfreiche Kurse für die Au pairs, wie man mit den Kindern umgehen sollte, als Hilfe zur Stressbewältigung und gegen Heimweh halfen Franziska mit der Fremde umzugehen. Einen Erfolg verbuchte sie beim „Potty-Training“, um den Jüngsten der Familie „stubenrein“ zu bekommen. 

Eltern und Gastfamilie unterstützten

Auch von daheim wurde die Tochter von den Eltern unterstützt, sogar durch einen Besuch in Amerika. Und die Gasteltern luden zu ihrem Geburtstag ihre Au pair-Freunde ein, um Franziska gegen Heimweh zu stärken. Ausnahmsweise wurde dazu sogar eine Torte selber gebacken. Neben dem Alltag im Hause ihrer Gastfamilie gab es für Franziska in „Ami-Land“ natürlich auch vieles zu erleben. Gemeinsam mit den Woulfs startete sie zu ersten Skiabenteuer in „Smuggs-Ferienresort“ und übte das Gleiten auf zwei Brettern. Gemeinsam mit anderen Au pairs ging es ansonsten regelmäßig Freitagsabends vom Flughafen in Burlington zu Flugreisen in die bekanntesten Städte und sonntags zurück. Weitere Reiseerlebnisse schlossen sich im Ferienmonat nach der Au pair Zeit an. 

Attraktionen in den USA besucht

So konnte sich Franziska in Boston, Washington D.C., New York, Miami, Chicago, Las Vegas, San Franzisco, an den Niagara-Fällen, im Grand Canon und im Yosemite-Nationalpark die schönsten Attraktionen anschauen. „Mit meiner Gastfamilie hatte ich Glück“, berichtet Franziska, die Lebensart war recht offen und frei. Er arbeitete als Banker und sie war Immobilienmaklerin. Politik war in dem Jahr kaum ein Thema, auch von Fernsehen hielt Franziska nicht viel, weil Filme ständig durch Werbung unterbrochen und die Nachrichten in den Privatsendern meist aufgebauscht und sensationslüstern sind. Insgesamt fand sie das Leben in den Staaten recht hektisch und aufregend.

Ein Jahr in USA ist genug

 „Für ein Jahr ist das in Ordnung, aber Leben in Deutschland ist mir lieber“, fasst Franziska ihr Abenteuer zusammen. Allein schon die Sicherheit durch die Sozialsysteme in Deutschland hat sie schätzen gelernt, während in den USA noch nicht einmal der Bestand der von Präsident Obama eingeführten gesetzlichen Krankenversicherung sicher ist. Franziskas Tipp für Nachahmer: „Wichtig ist auf jeden Fall, das Au pair mit einer guten Organisation anzugehen, denn für den Fall, dass man mit seiner Gastfamilien nicht klar kommt, gibt es dann Alternativen.“

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