Umfangreiche Chronik über Hovestädter Familie ist fertig

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Ein Exemplar übergab Herrmann Vogel (rechts) an Bruno Hinse fürs Brücke-Archiv.

Hovestadt/München – Ein Besuch bei Tante Finchen und Onkel Josef Bals in Geseke im Jahr 1967 weckte bei Hermann Vogel eine Leidenschaft, die ihn bis heute nicht mehr loslässt: Die Ahnenforschung.

Der Onkel hatte ihm damals alte Dokumente übergeben, verbunden mit der Bitte, sie sorgfältig aufzubewahren. Das tat er. Immer wieder begab sich der mittlerweile in München lebende 73-Jährige seitdem aber auch auf die Spuren der Familie der Geschichte Knierbein in Hovestadt. In diesem Sommer hat er seine Kenntnisse in einer über 150 Seiten starken Chronik zusammengefasst – prallvoll mit Ereignissen, Bildern und Dokumenten. 

Anlass für den Erscheinungstermin: Ein großes Sippentreffen zum 150-jährigen Bestehen des Anwesens Knierbein in Hovestadt. „Heute kann ich in diesem Chronikbuch die Vorfahren ab 1635 bis zur Gegenwart präsentieren“, sagt Hermann Vogel anlässlich des Erscheinens. Ein Werk nicht nur für Familienmitglieder, sondern auch auch für alle, die an der Heimatgeschichte interessiert sind.

 Es finden sich zum Beispiel Informationen zur Schulgeschichte oder auch zu den Anfängen des Männergesangvereins Herzfeld-Hovestadt, die Entstehung der Sparkasse, die Historie des Schlosses oder den Werdegang des Schützenwesen. Jeder Part vermittelt automatisch auch den Zeitgeist der jeweiligen Epoche. Beispiel: Der Lehrvertrag für Clemens Knierbein aus dem Jahr 1900, der komplett abgedruckt ist. Die Handwerkskammer Dortmund legte darin den Lohn im ersten Lehrjahr auf 30 Mark monatlich fest. Zu den Pflichten des angehenden Handwerkers hieß es: „Der Lehrling ist gegen den Lehrherrn, welche die väterliche Zucht gegenüber denselben zusteht, (...) zu Treuer und gehorsam (...) verpflichtet.“ Da bekommt der Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ eine greifbare Basis.

 Ein Exemplar erhielt folgerichtig auch der Verein Brücke e.V. Ein dankbarer Abnehmer. So etwas hat es bisher nicht gegeben“, freute sich Vorstandsmitglied Bruno Hinse bei der Übergabe im Archiv. Vieles aus der jüngeren Familiengeschichte hat Hermann Vogel aus eigener Anschauung beschrieben – die gewann er eben bei Ereignissen wie den Besuch bei Tante Finchen und Onkel Bals. Wichtig sei der Familie über all die Jahrhunderte stets die Familie, die Arbeit, das religiöse Leben, Eigentum und Heimat gewesen. In seinem Vorwort erläutert Hermann Vogel: Die Ahnenforschung beschränke sich grundsätzlich nicht nur auf Ermittlung von Daten wie Namen, Geburts- und Sterbedaten, sondern gebe Antworten auf die Fragen: Wie lebten die Vorfahren, wie war ihr Beruf, wie viele Kinder hatten sie, in welchen Orten lebten sie und ihre Nachkommen, gab es besondere Begabungen, waren sie arm oder wohlhabend, wie waren die sozialen und politischen Verhältnisse in dieser Zeit? All diese hohen Ansprüche deckt das Buch ab.

 „Dieses Chronikbuch möge dem Leser, der Nachkommenschaft Knierbein einen Eindruck über das Leben der Vorfahren in ihrer jeweiligen Lebenszeit geben“, so der Wunsch des Autors in seinem Schlusswort. Zwischen Vor- und Schlusswort steckt jede Menge Lesestoff – eingebunden in einen kräftige-blauen Deckel, verziert mit dem Knierbein-Familienwappen.

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