Pferdezüchter will Verkehrsberuhigung einklagen

Niederbauer -  Nach einem langen fruchtlosen, über zwei Jahre dauernden Streit mit dem Kreis Soest über eine Beruhigung der Ortsdurchfahrt in Niederbauer verklagt Heiner Cramer jetzt den Kreis Soest.

Der Pferdezüchter muss im Frühjahr mehrmals täglich seine Stuten samt Fohlen quer über die Straße auf die gegenüberliegende Seite seines Hofes auf die Weide führen. Das Problem: Auch viele Autofahrer nutzen die Straße „Zur Linde“ und sind dabei nach Ansicht von Heiner Cramer zum Teil ziemlich rücksichtslos unterwegs. Erlaubt ist Tempo 50. Aber auch das ist ihm für diesen Bereich schon zu viel.

 Bei der Gestaltung der Verkehrsberuhigung zeigt sich der Mann aus Niederbauer flexibel. Am liebsten wäre ihm – und dabei geht es um weit mehr als ein Wortspiel – ein Zebrastreifen für seine Pferde. Auch eine Tempobeschränkung oder eine Ampel kämen in Frage. Egal, es soll nur die Situation entschärfen. Der Kreis Soest beruft sich auf eine Verkehrszählung. Die hatte 400 Bewegungen pro Tag ergeben – zu wenig, um am Ist-Zustand etwas zu ändern. 

Was Heiner Cramer besonders stört, ist genau diese sture Haltung des Kreises Soest. Während sich Polizei und Gemeindeverwaltung durchaus interessiert gezeigt haben, ist es mit der Abteilung Straßenwesen in Soest noch nicht einmal zu einem Ortstermin gekommen. „Arrogant“ findet er das. Rechtlichen Beistand hat er seit einiger Zeit durch seine Anwältin Nina Lülf (Hamm). Auch sie findet die Situation unter dem Eindruck einer Besichtigung sehr wohl „gefahrenträchtig“ und versteht daher nicht, warum sich der Kreis Soest „komplett stur stellt“. Ihre Versuche, die Sache einvernehmlich zu regeln, scheiterten. Der juristische Weg wird teuer, aber Heiner Cramer geht es mittlerweile ums Prinzip: „Ich will nicht darauf warten, dass etwas passiert.“ 

Dass die Kläger mit ihrer Einschätzung der Verkehrslage nicht ganz falsch liegen, zeigt ein Vorfall vom 13. Juni. An jenem Dienstagabend kam es an der Einmündung Zur Linde/In der Huer – also in direkter Nachbarschaft – zu einem Unfall zwischen einem Pkw und mit einem radelnden Schüler. Nach Polizeiangaben lag die Schuld zwar nicht beim Autofahrer, dennoch dokumentiert dieser Fall nach Ansicht von Heiner Cramer, dass auf dieser Straße so oder so Handlungsbedarf besteht. Bisher beschränkten sich die Aktivitäten der Verkehrsbehörde auf das Aufstellen von zwei Geschwindigkeitsanzeigen. „Und die funktionieren die meiste Zeit nicht mal“, ärgert sich Heiner Cramer. 

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