Grüne fordern Gleichheit für Radler und Beseitigung von Problemstellen

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Die Grünen-Sprecherinnen Mathilde Heise (von links) und Wiebke Mohrmann sowie Kassierer Richard Christiani haben sich zusammen mit dem AFC Soest mit dem Thema „Sicherer und bequemer Fahrradfahren in Lippetal“ beschäftigt.

Lippetal – „Für Alltagsradler, die genau wie die Autofahrer, ihr Ziel sicher und auf dem kürzesten Wege erreichen möchten, sind die innerörtlichen Kurzstrecken in der Gemeinde Lippetal aktuell noch nicht sicher und barrierefrei“, das hat Sprecherin Wiebke Mohrmann von den Grünen in Lippetal bei einer „Erfahrung“ der Gemeinde herausgefunden. Hingegen seien in Lippetal die Fahrradwege für Freizeit-Radtourer, die eine Rundreise machen oder auf Radrouten auf Durchreise sind, gut ausgeschildert.

„Wir sind dafür, die Bedingungen für Fahrradfahrer zu verbessern, statt mehr Parkplätze zu bauen“, so die Grünen. Dabei komme den sicheren Schulwegen für Radfahrer und den bequemen Zufahrten zum Einkauf samt geeigneter Fahrradständer eine wichtige Bedeutung zu.

Bündnis 90/Grüne Lippetal haben im Zuge der Entwicklung ihres Wahlprogramms einige kritische Verkehrspunkte in Lippetal beschrieben und schlagen Änderungen der Verkehrsführung zur Sicherheit der Radler vor. 

Die Aufzeichnungen und Erkenntnisse haben sie dem Ortsverband Soest des Allgemeinen Deutschem Fahrrad-Clubs (ADFC) vorgelegt. Die Grünen bitten dort um Überprüfung auf Machbarkeit und Verbesserungen der Vorschläge durch die Experten des Verbandes. 

Kritische Verkehrspunkte

Die kritischen Verkehrspunkte für Radfahrer wurden Anfang Juli bei der verkehrspolitischen Fahrrad-Auftakttour durch Herzfeld, Oestinghausen und Lippborg dokumentiert. Damit die kritischen Verkehrspunkte anschaulich vor Ort dargestellt werden können, laden die Grünen zu einer offiziellen Radtour nochmals die Experten des Soester ADFC sowie die Vertreter des Lippetaler Bau-, Umwelt- und Sport- und Schulausschusses und aller Lippetaler Parteien sowie Bürgermeister Matthias Lürbke ein zur verkehrspolitischen Radtour am Samstag, 8. August, 10 Uhr, ab Lippetalschule an der Lippstädter Straße in Herzfeld. 

Wiebke Mohrmann: „Die Umsetzung eines radfahrfreundlichen Verkehrswegeplans verursacht Kosten und es mag sich die Frage stellen, ob die verhältnismäßig geringe Anzahl der „Alltagsradler“ in Lippetal den Aufwand rechtfertigt. Bündnis 90/Grüne Lippetal meinen: „Erst wenn die Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit für Radfahrer in Lippetal verbessert wird, trauen sich ungeübte Radler mit dem Fahrrad ins Dorf. 

Sobald das Lippetaler Verkehrswegenetz die gleichberechtigte Nutzung von innerörtlichen Straßen für Radfahrer und Autofahrer zulässt, können Eltern und Lehrkräfte Kinder und Jugendliche ruhigen Gewissens in die Bildungseinrichtungen radeln lassen. 

Radfahren soll sicherer werden

Grüne Kritikpunkte und Vorschläge Radrouten in Lippetal sind teils unbequem und sogar gefährlich. Fahrradfahren muss bequem und materialschonend sein, die Auslagerung des Fahrradverkehrs beschleunigt den Autoverkehr. Ein Mobilitäts-Gesamtkonzept ist nötig. Mehr Leute aus dem Auto rausholen und aufs Fahrrad bringen, denn Autos nehmen mehr Platz weg. Die Busse sind leer, stattdessen fährt fast jeder alleine in seinem Auto und wieder zurück. Regionalverkehr sollte wie in Hannover Fahrräder kostenfrei mitnehmen und jeder Schüler eine Freikarte für den ÖPNV bekommen. 

Verkehre nicht kanalisieren, gleichberechtigte Teilung der Straßen in Kfz- und Fahrradverkehr verlangsamt die Kraftfahrzeuge. Hohe Bordsteine sind Gefahren für Radfahrer, da sie ein Ausweichen verhindern. 

Umdenken ist gefordert: Die sonntäglichen Brötchen werden immer häufiger mit dem Rad geholt. Könnte man nicht auch den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad schaffen? Dazu benötigt die nötige Bereitschaft, aber auch ein flexibler Öffentlicher Nahverkehr. Die Fahrradmitnahme muss inklusive im Fahrpreis sein, so dass Kurzstrecken zwischen Bus freien Strecken problemlos überwunden werden können. 

Nutzung von Autos reduzieren

Die Grünen stellen nicht den privaten Autobesitz in Frage, sondern regen dazu an, das Auto nur dann zu nutzen, wenn man es wirklich braucht. Zum Beispiel um große Einkäufe zu transportieren oder um Fahrgemeinschaften zu bilden. Weniger Autos im Dorf senken nicht nur die Feinstaubbelastung; sie erhöhen auch den Wohlfühlcharakter für Anwohner, Fußgänger und Radfahrer. Eine Änderung der Mobilität weg vom Auto und hin zum Fahrrad hilft der Artenvielfalt. Tote Vögel und Insekten – der Autoverkehr belastet die Tiere und Insekten, behindert die Reproduktion und gefährdet die Artenvielfalt. Nicht jeder kann mit dem Fahrrad fahren. 

Für Menschen mit Behinderungen muss das System „Bürgerbus“ an den Start gehen. Unabhängig, ob es ein gewerblicher Anbieter oder ein kommunales Projekt ausführt; es muss einfach und leicht zu buchen sein und die Infos als unübersehbare Flyer und online veröffentlicht werden. Die Kommune muss sich mit dem behindertengerechten „Lokalverkehr“ befassen und darf es nicht allein dem Ehrenamt übergeben.

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