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„Cäcilia“ spendet Erlös für Ukraine-Hilfe von Archemed

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Heinrich Heimann (links) und Hubertus Bömer, beide Ehrenamtler des Vereins Archemed, stellten ihre Vereinsarbeit vor und standen für Fragen zur Verfügung.
Heinrich Heimann (links) und Hubertus Bömer, beide Ehrenamtler des Vereins Archemed, stellten ihre Vereinsarbeit vor und standen für Fragen zur Verfügung. © Josy Tusch

1300 ist die Zahl des Abends. So viel Geld hat das Benefizkonzert für die Ukraine Nothilfe des Vereins Archemed – Ärzte für Kinder in Not eingespielt. Dabei sah es für das Konzert am vergangenen Freitag zunächst gar nicht gut aus.

Hultrop – Chorleiterin Dora Rubart-Pavlíková fiel am Donnerstag krankheitsbedingt aus. Doch Kirchenmusikerin Susanne Flecke, die den Chor ohnehin am Klavier begleiten wollte, erklärte sich kurzfristig bereit, diesen auch zu dirigieren, sodass das Konzert wie geplant stattfinden konnte.

Im von Karsten Stengel stimmungsvoll ausgeleuchteten, mit Kerzen und Herbstblühern dekorierten Vereinsheim an der Windmühle wurde eine bunte Mischung aus geistlichen und weltlich-volkstümlichen Stücken von dem gemischten Chor Cäcilia Hultrop gesungen oder dem sechsköpfigen Ensemble der Blasmusik Hultrop gespielt.

Das Publikum genoss den Abend in vollen Zügen und spendete begeistert Beifall. Bei den volkstümlichen Stücken wurde mitgeklatscht und nach Einladung des Chores auch lautstark mitgesungen.

Der komplette Erlös des Abends soll, wie vom Vorstand des Chores beschlossen, an den Verein Archemed – Ärzte für Kinder in Not – gehen. Finanzvorstand Hubertus Bömer stellte den Verein und die von ihm geleistete Arbeit vor und brachte Informationsmaterial zum Mitnehmen mit.

Archemed hat seine unter Corona seine ursprünglich auf Eritrea fokussierte Arbeit auf Albanien, Tansania und Afghanistan ausgeweitet. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine werden dort Kinderkliniken, insbesondere in der Versorgung von Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen, unterstützt.

Für die Ehrenamtler des Vereins ist es selbstverständlich, dort unmittelbar und unbürokratisch zu helfen, wo Hilfe benötigt wird. So hat man bereits im März den ersten Transport mit Hilfsmitteln in die betroffene Kriegsregion schicken können. Mittlerweile arbeitet man mit sechs Kliniken zusammen, ermittelt ihren Bedarf und versucht diesen gezielt mit Sachspenden zu decken.

Diese Sachspenden umfassen zunächst Medikamente, medizinisches Verbrauchsmaterial und Medizintechnik, aber auch Notstromaggregate, Rettungswagen und Grundnahrungsmittel werden im Rahmen der Kindernothilfe in Polen an der Grenze an ukrainische Helfer übergeben.

Nach Beendigung des Krieges werde der Verein schauen, inwiefern er vor Ort helfen kann, die Infrastruktur der Kliniken wieder aufzubauen, und ob nicht einige seiner medizinischen Teams dorthin reisen und aktiv helfen können.

Bömer bedankte sich bei allen Beteiligten, die dieses Benefizkonzert möglich gemacht hatten und dadurch die momentan so schwierige Welt zumindest zeitweise ein wenig besser machen würden. Sein Dank galt auch allen Spendern, unter anderem dem Sportverein Schwarz-Weiß Hultrop, der mit gutem Beispiel voranging und bereits vor dem Konzert eine Spende in Höhe von 250 Euro zugesagt hatte.

Er und das Chormitglied Heinrich Heimann, der ebenfalls für Archemed tätig ist und mit seiner Berufserfahrung im Bereich der Logistik das Lager des Vereins in Echtrop betreut und den Versand von Hilfsgütern regelt, standen in der Konzertpause und auch nach dem Konzert beim gemütlichen Beisammensein zum Ausklang eines stimmigen Abends für Fragen bezüglich der Vereinsarbeit zur Verfügung.

Der Chor Cäcilia Hultrop machte zudem ein wenig Werbung in eigener Sache. So beginnen nach dem Benefizkonzert die Proben für das Weihnachtskonzert am 18. Dezember um 17 Uhr in der St. Barbara Kirche in Hultrop, zu denen Interessierte immer mittwochs um 19.30 Uhr im Vereinsheim an der Windmühle eingeladen sind.

„Tief in meinem Herzen glaube ich daran, dass wir eines Tages in Frieden leben werden“, war die Botschaft des letzten Liedes, welches vor der Zugabe gemeinsam von Blasmusik, Chor und Publikum vertont wurde, und die Menschen mit einer Hoffnung, die im Hinblick auf das Zeitgeschehen nicht aktueller sein könnte, entließ.

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