Wildblumenwiese nervt Nachbarn - Anlieger beklagen Insektenflug

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Es blüht ganz prächtig westlich neben dem Spielplatz. Mohn und Kornblumen und viele andere Wildblumen haben sich hier nach der Aussaat vor ein paar Wochen kunterbunt entwickelt.

Schoneberg – „Da tut die Gemeinde Lippetal etwas Sinnvolles für die Insekten, da gibt es auch schon Probleme“, beklagt eine Schonebergerin, dass sich angeblich Nachbarn über den Insektenflug an der neu eingesäten Blumenwiese hinter der St. Johannes-Kapelle beschwert haben.

Es blüht ganz prächtig, westlich neben dem Spielplatz. Mohn- und Kornblumen, Margeriten und viele andere Wildblumen haben sich hier nach der Aussaat vor ein paar Wochen kunterbunt entwickelt und ziehen jetzt natürlich wie gewünscht die Insekten an. Bienen, Käfer, allerlei Fliegenarten und Schmetterlinge geben sich ein Stelldichein. Wunderschön anzusehen, lebendig und biologisch sicher viel wertvoller als die kahl geschorene Wiese, die es hier bisher gegeben hat.

Ausreichend Abstand zum Spielplatz

 „Der Bauhof hat beim Anlegen des Blumenbeetes natürlich darauf geachtet, ausreichend Abstand zu den Spielgeräten auf dem Spielplatz zu halten“, berichtet auf Anfrage des Anzeiger Bürgermeister Matthias Lürbke. Die Verwaltung habe erfahren, dass die Blumenwiese ein Gesprächsthema im Dorf gewesen ist. „Natürlich werden wir die Auswirkungen der Wildblumenwiesen im Auge behalten“, sagt Lürbke. 

Wildblumenwiesen sollen bleiben

Wie bei allen Neuerungen könne es auch bei dieser Maßnahme zugunsten der Insekten zu gewissen Beeinträchtigungen kommen. Allein die Tatsache, dass es in den Blumenwiesen so lebendig kreucht und fleucht, dürfte aber kein Grund für die Gemeinde sein, von der Praxis der Wildblumen-Aussaat wieder abzulassen. Schließlich gehört sie zu den Maßnahmen, die der Ausschuss für Umwelt auf Initiative der CDU-Fraktion vorgeschlagen und der Rat inzwischen einstimmig beschlossen hat. 

Nicht betreten, keine Blumen pflücken

Übrigens sollten die üppig gewachsenen und bunt blühenden Wildblumenwiesen auch nicht betreten werden. Ebenso ist nicht daran gedacht, dass man sich dort etwa einen Blumenstrauß zusammenstellen sollte. Hier drohte am Ende dann wohl auch die Gefahr, sich im Gesträuch eine Zecke an Land zu ziehen. Eine Gefahr, die auch in unseren Breiten wegen der allgemeinen Erwärmung immer öfter gesehen wird. Insekten-Experte Dr. Ralf Joest von der ABU befürwortet die Anlage von Wildblumen-Wiesen als sinnvolle Maßnahme für Insekten. Es komme darauf an, möglichst mehrjährige heimische Arten auszusäen, die von heimischen Insektenarten dann auch genutzt werden können. 

ABU: Blumenwiesen sind sinnvoll

Auch die geeignete Lage der Blumenwiesen und die Überwinterung der Blumen sei von Bedeutung. Die vermeintliche Beobachtung, dass dieses Jahr mehr Insekten auftreten als in den Vorjahren, kann Joest nicht kommentieren. Dazu fehlten notwendige Zählungen. Vorkommen verschiedener Arten könne sich von Jahr zu Jahr ändern. Insgesamt habe sich am sinkenden Mittelwert der Anzahl der vorkommenden Insekten seiners Wissens nichts geändert.

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