Gemeinde hat letztes langfristiges Darlehn abgelöst

Seltenheit in NRW: Lippetal ist schuldenfrei 

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Für die Lippetalschule hat die Gemeinde Lippetal insgesamt rund 16 Millionen Euro in die Ausbildung der Jugend investiert. Nur beim Neubau der Realschule für rund 20 Millionen D-Mark wurden Ende der 90er Jahre Kredite aufgenommen. Die sind jetzt komplett zurückgezahlt.

Lippetal – „Reich ist die Gemeinde Lippetal nicht, aber schuldenfrei und voll handlungsfähig“, unter diesem Motto  trafen sich Bürgermeister Matthias Lürbke, Kämmerer Jürgen Sickau und die drei Fraktionsvorsitzenden im Rat, Georg Bertram (CDU), Herbert Schenk (SPD und Werner Sander (BG).

Anlass war eine Bilanz der vergangenen Jahre, in denen die langfristigen Kredite Stück für Stück getilgt wurden. Fazit: Das sei das Ergebnis von langfristigem und nachhaltigem wirtschaftlichem Handeln. Den letzten Kredit in Höhe von 115 000 Euro überwies Kämmerer Sickau im März. 

Zehn Jahre ohne neue Kredite

Die vergangenen zehn Jahre lang haben wir überhaupt keine langfristigen Darlehn aufnehmen müssen“, bestätigt Bürgermeister Lürbke und ergänzt: „Es gab auch nur im Jahr 2011 einen negativen Haushaltsabschluss, nachdem das Land die Schlüsselzuweisungen für die Gemeinde um 1,5 Millionen gekürzt hatte. 

Die Kredite hatte die Gemeinde Lippetal überwiegend aufgenommen, um Ende der 1990er-Jahre den Neubau der Realschule für knapp 20 Millionen Mark zu finanzieren. Höchststand der Schulden war am 31. Dezember 2000, als rund 6,1 Millionen Euro „Miese“ in der Bilanz standen. 

6 Millionen Euro für Erweiterung der Lippetalschule

Später wurden ohne weitere Kredite die Erweiterungsbauten für die Gemeinschaftsschule, als auch noch ein großer Neubau für die Aula und die Mensa errichtet sowie der Zwischentrakt zwischen Alsbau- und Neubau. 

Hinzu kam die komplette Sanierung der Klassenzimmer und Fachräume in der ehemaligen Hauptschule. Gut sechs Millionen wurden für das erweiterte Schulzentrum ausgegeben. Weitere 1,8 Millionen investierte die Gemeinde in den Ankauf von Häusern für die Flüchtlinge, die ab 2015 in die Gemeinde kamen. 

Große Investitionen für den Sport

Ganz erhebliche Mittel wurden auch für den Sport ausgegeben. Die Decken der drei kleinen Turnhallen mussten erneuert werden. Zwei Kunstrasenplätze wurden gebaut und das Lehrschwimmbecken saniert und modernisiert. 

Dann wurde noch eine Gemeindeentwicklungsgesellschaft gegründet und in Photovoltaik-Anlagen investiert, die der Gemeinde langfristig Gewinne bringen. Die Gesellschaft hat auch die 1300 Straßenlaternen in Lippetal von Inoggy übernommen. 

Nur wenige Kommunen sind schuldenfrei

Über die Pro-Kopf-Verschuldung mit 0 Euro können sich die Lippetaler freuen, denn damit stellt sich die Gemeinde finanziell absolut gesund dar und muss ab sofort keine Zinslasten für Kredite mehr tilgen. 

Zudem reiht sich die Gemeinde Lippetal ein in die wenigen NRW-Kommunen, die sich aktuell schuldenfrei nennen dürfen. Für die Fraktionsvorsitzenden und den Bürgermeister ist die Schuldenfreiheit eine sehr positive Angelegenheit, aber kein Dogma. „Wenn es nötig werden sollte, größere Investitionen vorzunehmen, wird die Gemeinde sicher die derzeitigen sehr günstigen Zinsbedingungen nutzen, um derartige Projekte zu finanzieren“, sind sich Bürgermeister und Politiker einig. 

Fördermittel ein Grund für gute Finanzlage

Grundlage für die gesunde Finanzlage sind einerseits die Maßgabe, dass für Investitionen grundsätzlich Fördermittel als Zuschüsse in Anspruch genommen werden. 

Hinzu kam, dass Lippetal sehr früh seine Abwasser-Kanalisation ausgebaut hat und daher noch hohe Landeszuschüsse in Anspruch nehmen konnte. Hier sieht man in den nächsten zehn Jahren Investitionsbedarf, weil die ältesten Rohre schon über 30 Jahre in der Erde liegen.

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