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Drei Bäume mussten weg

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Diese Linde war nicht zu retten: Zwei weitere Artgenossen mussten ebenfalls gefällt werden, weil sie die Sicherheit auf dem Friedhof gefährdeten. ▪
Diese Linde war nicht zu retten: Zwei weitere Artgenossen mussten ebenfalls gefällt werden, weil sie die Sicherheit auf dem Friedhof gefährdeten. ▪ © M. Dülberg

OESTINGHAUSEN ▪ Bei satten Minus-Temperaturen sind am Samstagmorgen offenbar wegen „Gefahr im Verzug“ drei Linden auf dem Oestinghauser Friedhof gefällt worden. Anwohner informierten den Anzeiger und beklagten erneut mangelnde Transparenz, weil die Öffentlichkeit über diese offenbar dringend notwendigen Fällungen dennoch nicht informiert wurde. Dies sei aufgrund der zuvor herausgegebenen Presseerklärung in Sachen Abholzung nur schwer verständlich.

Da standen die Bürger am Samstagmorgen am Friedhof plötzlich vor den Baumfällern. Stefan Flüchter, der der gesamten Kahlschlag-Aktion auf dem ehemals denkmalgeschützten Friedhof kritisch gegenüber steht, zeigte Verständnis dafür, dass Bäume, die die Friedhofs-Besucher nachweisbar gefährden, gefällt werden müssen. Er kritisierte aber mangelnde Transparenz bei der Maßnahme. Er bezeifle nicht, dass eine Genehmigung für die Fällung vorgelegen habe – warum dies in der kontroversen Situation nicht kommuniziert worden sei, bleibe ihm schleierhaft. So werde kein Vertrauen in die Handlungen der Verantwortlichen geschaffen.

Bürgermeister Matthias Lürbke betonte gegenüber dem Anzeiger die Rechtmäßigkeit der Fällung. Friedhofsbesucher seien durch die maroden Bäume akut gefährdet gewesen. Die Abteilung Landschaftsschutz beim Kreis Soest, der Landschaftsverband als obere Denkmalbehörde und die Gemeinde Lippetal als untere Denkmalschutzbehörde hätten in der Vorwoche nach Abstimmung dem Antrag der Kirchengemeinde stattgegeben, die drei gemäß dem Gutachten maroden Bäume zu fällen. Die unangekündigte Aktion stehe deshalb nicht im Gegensatz zu der Presseerklärung. Lürbke stellte zudem fest, dass es im Zusammenhang mit der Unterschutz-Stellung des Friedhofs völlig neue Entwicklungen gebe. So werde der Denkmalschutz vom Landesdenkmalamt erneut überprüft. Auch sehe es so aus, als ob es Landeszuschüsse für die Erhaltung der Friedhofsbäume geben könne, wenn das Ensemble wieder unter Denkmalschutz gestellt werde. Lürbke stellte in Aussicht, dass nach Absprache mit dem Friedhofs-Eigentümer bald weitere Details zur Zukunft des Friedhofs veröffentlicht werden könnten.

Der Anzeiger veröffentlicht zur Erinnerung nochmals die Presseerklärung vom 9. Januar im Wortlaut: Die katholische Kirchengemeinde Jesus Christus, die Gemeinde Lippetal und der Kreis Soest (Sachgebiet Natur- und Landschaftsschutz) hatten wie folgt – im Wortlaut – informiert:

„Alle Beteiligten wollen gemeinsam die Situation prüfen und bewerten. Hierbei werden sowohl die Aspekte der Verkehrssicherheit für die Besucherinnen und Besucher des Friedhofes als auch des Schutzes von Denkmal, Bäumen und Landschaft berücksichtigt. Vor Abschluss dieser Überprüfungen werden keine Baumfällaktionen auf dem Friedhof in Oestinghausen erfolgen.“ ▪ dümi

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