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Der Fischotter ist zurück an der Lippe

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Von: Gökcen Stenzel

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Das Foto zeigt einen jungen Fischotter in der Lebendfalle.
2022_Fischotter A.Gertimholte.jpg © Gertimholte

Naturschützer sind hoch erfreut: Es gibt eine erste Lebendsichtung mit Fotonachweis im Kreis Soest und im Hammer Lippe-Bereich.

Lippetal – Ganz im Westen der Gemeinde Lippetal machte Alfons Gertimholte eine höchst bemerkenswerte „Beute“, über die er gleich der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (Abu) informierte.

In einer Lebendfalle, die er an einem kleinen Bach zum Fang von den unerwünschten Nutrias und Waschbären aufgestellt hatte, fand er zu seiner Überraschung einen Fischotter. Erst auf gutes Zureden verließ das verängstige Tier die Falle und sprang in den Bach. Auf Grund der Größe nehmen die Fachleute an, dass es sich um ein Jungtier aus dem vergangenen Jahr handelt. Das berichten Dr. Henning Vierhaus und Dr. Margret Bunzel-Drüke von der Abu.

Erster Beleg seit vielen Jahren

Der Fund ist der erste durch ein Foto belegte Nachweis eines Fischotters aus neuer Zeit im Kreis Soest und Hammer Lippe-Bereich. Aus diesem Gebiet gibt es bisher nur eine weitere Sichtbeobachtung und zwei indirekte Nachweise über Kotspuren dieses Wassermarders. Die Feststellung in Lippetal ist besonders erfreulich, weil der Otter in NRW jahrzehntelang als ausgestorben galt.

Die früher an Gewässern allgemein verbreitete Art war nicht nur durch Verfolgung seines wertvollen Pelzes wegen oder um ihn als Fischräuber auszurotten, sondern auch auf Grund der Verschmutzung und des Ausbaus der Bäche und Flüsse verschwunden.

Verwandtschaft im Münsterland

Seit 2009 liegen eine ganze Reihe neuer Nachweise dieser streng geschützten Art aus dem Münsterland vor. Die Mehrzahl davon erfolgte durch Aufnahmen mit Fotofallen, aber leider auch als Verkehrsopfer. Diese neuen westfälischen Otter gehen auf Tiere zurück, die überwiegend aus Niedersachsen, aber auch aus den Niederlanden eingewandert waren. Dort nämlich läuft seit Beginn dieses Jahrtausends ein erfolgreiches Wiederansiedlungsprogramm der Art. Und daher hat der Lippetaler Otter wahrscheinlich verwandtschaftliche Beziehungen zu der münsterländischen Population.

Zweifellos sind auch die erfolgreichen Maßnahmen zur Reinhaltung und Renaturierung der heimischen Gewässer ein entscheidender Grund für die neuen Ottervorkommen. Der naturnahe Umbau der Bäche und Flüsse schafft nicht nur schöne Landschaften, sondern stellt auch ursprüngliche Lebensräume für Hecht, Eisvogel, Biber, Flussjungfer und zahlreiche andere Arten wieder her. „Die Bezirksregierung Arnsberg, der Lippeverband, die Stadt Hamm und der Kreis Soest haben viele gute Renaturierungen durchgeführt.

Umfangreicher Naturschutz

Und diese umfangreichen Naturschutzmaßnahmen an der Lippe und ihren Zuflüssen könnten dem jungen Otter den Weg nach Lippetal geebnet haben und damit die Grundlage für eine neue, stabile Population entlang der Lippe sein“, stellt Margret Bunzel-Drüke von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz fest.
Man hoffe darauf, dass die bisher erfolgten und sich in Planung befindenden Maßnahmen dem eleganten Wassermarder in der Region weiterhin zugute kommen.

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