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Fatih Çevikkollu begeisterte Lippetaler bei Orthues

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Von: Guido Tusch

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Diabolisch lächelnd trieb Fatih Çevikkollu sein Publikum in urkomische, politisch aber unkorrekte Momente, in denen man vor Lachen nicht an sich halten konnte. - Foto: Tusch
Diabolisch lächelnd trieb Fatih Çevikkollu sein Publikum in urkomische, politisch aber unkorrekte Momente, in denen man vor Lachen nicht an sich halten konnte. - Foto: Tusch

Herzfeld  - Kabarett mal ein bischen anders – schon in der Anmoderation von KIL-Sprecher Franz Peters deutete sich an, was kommen würde: Fatih Çevikkollu zelebierte ein bewegendes kabarettistisches Feuerwerk, in dem dem Zuschauer oftmals das Lachen herausbrach, obwohl es eigentlich politisch inkorrekt war.

Getreu dem Tucholsky-Motto „Je größer der Tabu-Bruch, desto größer die Pointe“ trieb Çevikkollu sein Publikum von einem Lacher zum nächsten, immer die Grenzen des Geschmacks massiv tangierend, ohne allerdings ins Unpassende abzugleiten.

Çevikkollu brach das Eis zum Publikum, indem er mit seiner Rolle des „Murat“ aus der TV-Serie „Alles Atze“ parlierend, auf die Themen eines „deutschen Türken“, eines Wanderers zwischen den Kulturen, eines brillianten Beobachters beider Bevölkerungsgruppen zu sprechen kam.

Absurde Szenarien aus dem realen Leben, wie die Begegnung mit einer vorurteilbehafteten Sachbearbeiterin im Ausländeramt, oder Çevikkollus Eingeständnis, als Türke ein deutscher Spießbürger zu sein – der Protagonist verstand es immer wieder exzellent, mit den auch im Publikum immer latent vorhandenen Vorurteilen zu spielen. Oft genug ließ er seine Zuschauer ins „geöffnete Messer“ laufen, um aus der Betroffenheitsstille mit einem neuen humorvollen Winkelzug ein Lachen zu wecken, was das Publikum ihm mit reichhaltigem Applaus dankte.

Kurzum, ein vergnüglicher Abend, der aber im Nachgang viele Momente des Nachdenkens bringen wird. - gt

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