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Tonnenweise Hilfsgüter für Ahrweiler

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Von: Michael Dülberg

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Diese Lippetaler helfen den Flutopfern mit Maschinen-Power, tatkräftiger Aufräumarbeit und 270 gepackten Kartons mit vorsortierten Spendengütern (von links): Jasmin Donner mit Noah, Phillip Donner, Bauunternehmer Hubert Hohoff (hinten), Niklas Trilling, Dirk Donner, Lkw-Fahrer Reinhard Kloppenburg (hinten) und Steve Kraballe.
Diese Lippetaler helfen den Flutopfern mit Maschinen-Power, tatkräftiger Aufräumarbeit und 270 gepackten Kartons mit vorsortierten Spendengütern (von links): Jasmin Donner mit Noah, Phillip Donner, Bauunternehmer Hubert Hohoff (hinten), Niklas Trilling, Dirk Donner, Lkw-Fahrer Reinhard Kloppenburg (hinten) und Steve Kraballe. © Dülberg, Michael

Tief in der Nacht zum Samstag startete der Truck von Bauunternehmer Hubert Hohoff, um einen ganzen Hänger voller Hilfsgüter in 270 Kartons und einigen Paletten aus Lippetal ins Ahrtal zu den Geschädigten der Flutkatastrophe zu bringen.

Lippetal/Ahrweiler – Lkw-Fahrer Reinhard Kloppenburg vom Bauunternehmen aus Assen steuerte den Lkw ins Krisengebiet, wo die Sachspenden vor Ort direkt an Bedürftige verteilt werden. Insbesondere liefert der Lkw 1,5 Tonnen Babypflegemittel, die die Soester Firma Bübchen gespendet hat.

Jasmin Donner aus dem Danziger Weg in Herzfeld konnte die Bilder aus den Katastrophengebieten in der Vorwoche nicht mehr ertragen, ohne selber tätig zu werden. „Wie kann man von hier aus helfen“, fragte sie sich angesichts der immensen Schäden und der Opfer, besonders auch der kleinen Kinder im betroffenen Gebiet.

Mit einem Anhänger durch die Börde

Am vorigen Wochenende startete sie dehalb einen Aufruf über Facebook mit der Bitte um Spenden. Es dauerte keine Stunde, da gab es bereits Resonanz. Insgesamt rund 50 Mitbürger boten an, etwas für die Flutopfer abzugeben.

Das bedeutete für Familie Donner und befreundete Helfer natürlich vollen Einsatz. Mit einem Anhänger fuhren sie das ganze Wochenende hindurch alle Haushalte ab, die sich gemeldet hatten, das reichte von Lippetal über Lippstadt, Bad Sassendorf, Soest und Welver bis nach Warstein.

Das Einsammeln der Utensilien von Drogerieartikeln über Lebensmittel, Bekleidung, Fahrräder, Spielzeug bis hin zu Kinderbetten war aber erst der erste Teil der Hilfsaktion, denn jetzt waren Jasmin Donner und Mutter Nicole gefragt, das bergeweise Sammelsurium zu ordnen und zu sortieren. „Die Guten in Kartons und beschriften, die Schlechten aussortiert“, hieß dabei das Motto, denn unter den Spenden befanden sich auch einige „faule Eier“, wie ein Müllsack, der den Sammlern frech untergejubelt worden war.

Bauunternehmer bietet Hilfe an

Um die Sammlung an die Betroffenen zu bringen, fehlte jetzt noch der Transporter. Jasmin Donner hatte die Idee, dabei unsere Redaktion einzuschalten. Per E-Mail war der Kontakt zur Redaktion schnell hergestellt und so gelangte eine Meldung, in der nach einem Hilfstranport gesucht wurde am nächsten Tag in die Zeitung.

Die las dann wiederum Bauunternehmer Hubert Hohoff, der mit einigen Mitarbeitern, befreundeten Landwirten, zwei Baggern, Lkws, Kippern und Radladern schon längst in Ahrweiler unterwegs ist, um dort bei den Aufräumarbeiten an den ungeheuerlichen Schäden zu helfen. Gesagt getan, er bot sich an, die 270 Kartons mitzunehmen und so wurden sie zuletzt verladen und mit Planen gesichert. In der Nacht ging es los mit der Ladung samt weiteren Baumaschinen für die Hilfe in den Notstandsgebieten um Ahrweiler.

Helfer übernachten in Kaserne

Heute wird dann wieder rangeklotzt. Die Mitarbeiter haben dafür von der LVM-Versicherung eine spezielle Krankenversicherung bekommen. Die Unterbringung der Helfer vor Ort ist inzwischen auch gesichert. Sie übernachten in einer nahen Kaserne. Vor weiteren Flutopfern in Ahrweiler und Umgebung gibt es noch Angst und Befürchtungen. Mancher habe wohl noch versucht, vor der gewaltigen Flutwelle sein Auto aus der Tiefgarage zu retten, sei aber niemals wieder herausgekommen...

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