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Frostige Diskussion um Erhalt der Friedhofsbäume

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Frostig begann am Freitagnachmittag bei Minus-Temparaturen die Diskussionsrunde, zu der Stefan Flüchter auf den Oestinghauser Friedhof eingeladen hatte. ▪
Frostig begann am Freitagnachmittag bei Minus-Temparaturen die Diskussionsrunde, zu der Stefan Flüchter auf den Oestinghauser Friedhof eingeladen hatte. ▪ © M. Dülberg

OESTINGHAUSEN ▪ „Darf ein Bürger zu einer Diskussionsrunde auf den Friedhof einladen, der Eigentum der Kirchengemeinde ist?“ – Frostig begann bei Minus-Temparaturen die Diskussionsrunde, zu der Stefan Flüchter auf den Oestinghauser Friedhof eingeladen hatte.

Friedrich August Graf von Plettenberg und nahezu der gesamte Kirchenvorstand sowie interessierte Oestinghauser sahen sich einem dutzend Kritiker gegenüber, die sogar aus Bad Sassendorf, Welver und Ahlen gekommen waren, um sich zu informieren. Gegner der geplanten Rodungsaktionen wollten das Kultur- und Naturdenkmal schützen. Man solle nicht immerzu alles abholzen.

„Ich liebe Bäume, man soll bei jedem genau hingucken, ob er ab muss“, forderte eine Sassendorferin. Deutlich wurde aber auch, dass auch Land und Kreis auch aus finanziellen Gründen überfordert sind, alle Naturdenkmäler zu unterhalten. Auch Graf Plettenberg argumentierte in diese Richtung. Die Verantwortung für die Sicherheit der Friedhofsbesucher könne der Pfarrgemeinde niemand abnehmen. Als Forstexperte stellte er weiterhin fest, dass die Gesundheit der Bäume eben nicht gegeben sei. Die Fäulnis sei in die Stämme vorgedrungen. Somit mache es aus seiner Sicht auch keinen Sinn mehr, die Fällung der Kastanien und Linden durch Kronenkappung hinauszuzögern. Das Sicherheitsrisiko werde immer weiter für Kosten sorgen, bis die Bäume dann doch gefällt werden müssten.

Die Kritiker waren allerdings vor allem deshalb nicht zu überzeugen, weil die Kirchengemeinde das Gutachten des beauftragten Soester Baumexperten zurückhält. Ein Kenner in Sachen Naturdenkmäler stellte fest: „Der ist eher ein Gutachter, der der Forstwirtschaft nahesteht.“ Von einer Einigung waren die Kontrahenten auch nach 40-minütiger Diskussion weit entfernt. Ein Vorschlag lautete, das Gutachten zum Zustand der Bäume bei einer öffentlichen Diskussion vorzustellen. Dann allerdings in wohltemperierten Räumen. ▪ dümi

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