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Bioladen zieht um und vergrößert sich

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Von: Philip Maack

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Recht beengt geht es inzwischen in den angestammten Räumen des Möhrchens zu.
Recht beengt geht es inzwischen in den angestammten Räumen des Möhrchens zu. © Maack

Immer mehr Kunden setzen auf zertifizierte Bio-Produkte. Der darauf spezialisierte Laden passt sich der neuen Nachfrage nun an.

Lippborg – Mitten im Lippborger Gewerbegebiet Rommersch steht eine kleine Holzhütte, die eigentlich so gar nicht in diese Umgebung mit all den Hallen von Handwerksbetrieben passt. Hier ist es eng, mit drei Personen ist die Hütte quasi voll. In den Regalen stapeln sich verschiedene Lebensmittel, Pflegeprodukte und ähnliches. „Doch es hat einen ganz besonderen Charme“, findet Hildegard Köhler.

Die kleine Hütte ist nämlich besser bekannt unter dem Namen „Möhrchen“ und ist der Bio-Laden der Genossenschaft der Öko-Bauern.

„Anders als in anderen Läden“

„Wir verkaufen hier ausschließlich Bio-Produkte“,erzählt Köhler, die für den Laden verantwortlich ist. Alles, was die Landwirte der Genossenschaft produzieren, lande hier in den Regalen, den Rest kaufe man im Bio-Großhandel dazu. Das komplett zertifizierte Sortiment – alle Produkte haben das Bio-Siegel – ist jedoch nicht das, was das besondere Ambiente der Verkaufshütte ausmacht. „Hier ist alles sehr persönlich“, meint Köhler. „Wir kennen fast alle Kunden mit Namen und nehmen uns auch gerne mal Zeit für ein Pläuschchen. Es macht unheimlichen Spaß, hier zu arbeiten.“ Das sei ihr und ihrem Team wichtig. „Es soll hier schließlich anders sein als in anderen Läden“, sagt sie.

Ein Konzept, dass voll aufgeht. Seit 2007 steht das „Möhrchen“ nun schon im Gewerbegebiet, seit 2010 ist Köhler dabei. „Damals haben die Leute noch nicht so viel Bio gekauft“, erinnert sie sich. „Viele im Dorf wussten nicht mal, dass es uns hier gibt.“ Köhler machte die Hütte aber bekannt, auch über die Lippborger Grenzen hinaus. Heute kommen die Kunden teilweise aus Soest, Beckum oder Bad Sassendorf her. „Und in der Corona-Zeit ist das sogar nochmal mehr geworden“, sagt Köhler.

Andrang ist zu groß geworden

Doch der Andrang ist mittlerweile zu viel für die kleine „Möhrchen“-Hütte geworden. Mit ihren 12 Quadratmetern bietet sie jetzt nicht mehr genug Platz, um dem Kundenaufkommen gerecht zu werden. Aus diesem Grund hat sich die Genossenschaft der Öko-Bauern dazu entschlossen, mit dem „Möhrchen“ umzuziehen.

Direkt hinter der Hütte richtet sie aktuell mehrere Büroplätze und einen Verkaufsraum mit 36 Quadratmetern her. „Wir wollen unser Sortiment erweitern und auch die Verwaltungsarbeit ist mehr geworden“, erklärt Köhler.

So plant sie, im neuen Laden Bio-Fleisch ins permanente Angebot aufzunehmen. Bisher hatte das „Möhrchen“ dafür etwa alle sechs Wochen eine Sammelbestellung für seine Kunden abgegeben.

Neueröffnung im August

Am 19. August soll der neue Laden eröffnen, bis dahin bleibt die Holzhütte geschlossen. Köhler und ihre Kollegin Petra Hinz sind in der Zwischenzeit nämlich damit beschäftigt, den Umzug voranzutreiben. Dabei bekommen sie Hilfe von Conny Rüschenbaum, die jetzt die dritte Mitarbeiterin des „Möhrchens“ ist. „Sie passt sehr gut zu uns“, freut sich Köhler über die Verstärkung des Teams.

Und wenn Corona eines Tages mal vorbei ist, hofft Hildegard Köhler, dass die Menschen weiterhin auf Bio-Produkte setzen werden und dem Möhrchen treu bleiben.

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