Erster Jahrgang

Beweis ist erbracht: Lippetal kann Abitur

Lilli Brokinkel (18) und Willem Schulze (18) hielten die Schülerreden beim historischen ersten Abitur 2020. Mit den frisch gebackenen Abiturienten freuen sich Bürgermeister Matthias Lürbke und Direktor Volker Wendland darüber, dass trotz Corona im Autokino bei Mario Holtewert eine feierliche gemeinsame Übergabe der ersten Reifezeugnisse in der 50-jährigen Geschichte Lippetals organisiert werden konnte.
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Lilli Brokinkel (18) und Willem Schulze (18) hielten die Schülerreden beim historischen ersten Abitur 2020. Mit den frisch gebackenen Abiturienten freuen sich Bürgermeister Matthias Lürbke und Direktor Volker Wendland darüber, dass trotz Corona im Autokino bei Mario Holtewert eine feierliche gemeinsame Übergabe der ersten Reifezeugnisse in der 50-jährigen Geschichte Lippetals organisiert werden konnte.

Abitur im Lippetal - das geht. Den Beweis erbrachten 36 Prüflinge, die ihre Zeugnisse an einem ganz besonderen Ort erhielten.

Lippetal– Das schicke Kleid für den lange geplanten Abi-Ball in der Oestinghauser Gemeinschaftshalle hängt noch im Schrank“, bedauert Abiturientin Lilli Brokinkel (18), dass statt des großen Festes nur eine kleine gemeinsame Abi-Fete auf einem Bauernhof im Outback gefeiert werden durfte. Und auch ihr Schulkamerad Willem Schulze (18) ist am Ende froh, dass das Abi 2020, das als das erste in der Gemeinde Lippetal in die Geschichte eingeht, trotz Corona im technisch brillant ausgerüsteten Autokino würdig gefeiert werden konnte. 

Zeugnisse im Autokino finden Schüler echt cool 

Zu verdanken ist das Bürgermeister Matthias Lürbke, der die Idee hatte, und Unternehmer Mario Holtewert vom Lippetaler Veranstatungsort „Stahlwerk“, der sein Autokino mit der superhellen LED-Leinwand zur Verfügung stellte. Direktor Volker Wendland ließ seine Abiturienten mitbestimmen, die fanden es „echt cool“. So ließ er sich selber für das Projekt begeistern und organisierte mit seinem Pädagogen-Team eine gelungene Zeugnisübergabe. Die Schüler kamen bei schönstem Wetter in kleinen Gruppen, die Abiturientinnen stöckelten mit High Heels über Schotter auf die Bühne. Alle wurden sodann mittels „Fernseh-Übertragung“ für alle sichtbar auf die Leinwand projiziert. Dabei wurden die Gruppen auf der überdachten großen Bühne von selbst ausgewählten Favoriten-Musikbeiträgen von Rap bis Rock begleitet. Zudem gab es ein anspruchsvolles Rahmenprogramm. Höhepunkt war das professionelle Video der Schulleitung mit dem Peter Fox-Hit „Haus am See“, der in „Schule im Dorf“ umgetauft wurde und von den Lehrern choreografisch perfekt begleitet wurde. 

„Schlimmstenfalls hätten wir die Zeugnisse mit der Post schicken müssen“, erläutert Bürgermeister Lürbke den „worst case“, der beim ersten Lippetaler Abi einzutreten drohte. Er ist froh, dass es jetzt doch eine Zeugnisübergabe mit Emotionen gab. Für die Schüler bedeute das Abitur ja nicht nur das Erreichen eines großen Zieles und das Ebnen des Weges in die Zukunft. Das Ende der Schulzeit markiere auch den Abschied von der Schule, den Lehrern und den Mitschülern. 

Die Zeit von Mitte März bis zum Abitur beschreiben die Abiturienten als gar nicht so einfach. „Da gab es die Ungewissheit, ob es sich lohnt, für die Prüfungen zu lernen“, sagt Willem Schulze. Lange Zeit war ja nicht klar, ob Prüfungen zugelassen werden. Am Ende war es dann aber doch „easy“, bestätigen Schüler und Direktor Wendland. Weil nur insgesamt 36 Prüflinge die einzelnen Kurse besetzen, gab es keine Raumprobleme bei den Klausuren. Die Abstandsregeln konnten eingehalten werden. Allein im Sport-Leistungskurs durfte nicht Volleyball gespielt werden. 

Für die Lippetalschule, die im kommenden Jahr zehn Jahre alt wird, war das Abitur nicht nur in organisatorischer Hinsicht ein Erfolg. Obwohl sich die Schulabgänger in den vergangenen neun Schuljahren oft als „Versuchskaninchen“ vorkamen, an denen sich die Schule voran arbeitete, schafften am Ende 30 Prozent eine Note 1 vor dem Komma, die beste erzielte Schulnote war die 1,6. „Damit haben wir es bewiesen, wir können Abitur“, sind Bürgermeister Matthias Lürbke und Direktor Volker Wendland stolz auf das Erreichte. Das Abi gehört in der Gemeinde Lippetal also zukünftig zum Alltag. 

Am Standort Lippetal ist es möglich, von der Kita bis zur Hochschulreife in Einrichtungen im Dorf zu gehen. Der Erfolg ist natürlich auch auf den intensiven Einsatz der Lippetaler Lokalpolitiker zurückzuführen, die sich seit Gründung der Lippetalschule intensiv und einstimmig für Bildung engagiert haben. So waren auch die Fraktionsvorsitzenden Georg Bertram (CDU) und Herbert Schenk (SPD), Werner Sander (BG) sowie der gesamte Schulausschuss zur ersten Abitur-Zeugnisausgabe eingeladen worden.

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