Viele Störche sind schon da

Die meisten Horste an Lippe und Ahse wie hier bei Morgenrot in den Ahsewiesen bei Hultrop sind bereits wieder von Störchen besetzt. Der Horst der Störche nördlich vom Aussichtsturm hat sich leicht geneigt, weil der Mast vom Wind verdreht wurde. Foto: Suermann

Lippetal – Jetzt schreiten sie wieder zwischen Lippstadt und Hamm, zwischen Lippe und Ahse über Wiesen und Felder. Die Störche sind zurück aus ihren Winterquartieren.

Biologin Birgit Beckers von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest (ABU) hat beobachtet, dass 15 von 16 bekannten und bereits 2018 besiedelten Horsten schon wieder bewohnt sind. Ein neuer Horst ist in der Hellinghauser Mersch entstanden. Und sie hat gezählt, dass sich im Lippetal zurzeit mehr Störche aufhalten als die, die schon Horste besetzt haben. 

Werden mehr Horste bezogen?

Beckers hält es daher für möglich, dass weitere Horste wie zum Beispiel der in den Ahsewiesen neben dem Aussichtspunkt, der Horst in Scheidingen oder ein neuer bei Wiltrop in den Ahsewiesen noch besetzt werden. Spätestens Anfang Mai muss die Brut beginnen, wenn sie erfolgreich sein soll. Da haben die Rotschnäbel von jetzt an wohl noch ein paar Wochen Zeit. 

Küken brauchen feuchte Nahrung

Aber dann muss es losgehen, denn in den ersten Wochen brauchen die Storchenküken feuchte Nahrung, damit sie nicht austrocknen. Frösche, Würmer, Schnecken und auch Fische werden benötigt. Später können die Eltern den Jungen auch Mäuse als Beute zum Fraß vorsetzen. Wenn es aber wie in vergangenen Jahren eine lange Trockenperiode im Frühling gibt, dann bekommen die Jungstörche nicht genug feuchte Nahrung und sterben an Dehydrierung. Der heiße und trockene Sommer ist laut Beckers vermutlich die Ursache dafür, dass alle Lippetal-Störche im Winter 2018/2029 in den Süden gezogen sind. Sie hatten offensichtlich im Herbst nach der großen Hitze in ihren Lebensräumen hierzulande nicht mehr genug Nahrung gefunden. Das gilt übrigens für fast alle Storchenpaare in NRW. 

Winterstörche 2018/2019 sehr selten

Lediglich im Münsterland wurde auch noch im Januar ein Paar beobachtet. Aktive Storchenhilfe durch den Bau von Horstanlagen auf Masten und dergleichen leistet die ABU zurzeit nicht, allerdings werden Privatinitiativen zum Horstbau wie zum Beispiel eine von RWE bei Hultrop unterstützt. Für Birgit Beckers geht es nicht um eine starke Vergrößerung der Population, sondern darum, dass sich die vorhandenen Störche in den hiesigen Lebensräumen etablieren. „Es sollten nicht zu viele Störche werden, denn das Nahrungsangebot muss für eine gute Versorgung der Jungen ausreichen.“

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