Lippegänse wieder auf dem Vormarsch

Verein Stammbuch verzeichnet acht neue heimische Züchter

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Edith Schumacher und Robert Plattfaut-Schumacher präsentieren das neue Buch über die Lippegans. Mehrere Autoren haben Wissenwertes über die Rasse verfasst.

Lippetal – Acht neue Lippegans-Züchter im Jahr des 20-jährigen Bestehens. Das hatten Edith Schumacher und Robert Plattfaut-Schumacher, die Macher vom Verein „Stammbuch Lippegans“ zu Jahresbeginn noch nicht zu hoffen gewagt.

Doch es kam anders. Die Berichterstattung über die gefährdete Haustierart im Anzeiger brachte unerwarteten Erfolg. Insgesamt meldeten sich 14 Interessenten bei Schumachers am Vereinssitz in Wiggeringhausen, acht machten dann Ernst und haben inzwischen Zuchtpaare auf der eigenen Weide. Zwei davon liegen in der Gemeinde Lippetal, zwei in der Gemeinde Bad Sassendorf, die weiteren in Unna, Horn-Bad Meinberg und Hoetmar. 

Ein toller Erfolg für die Gänsefreunde

„Ein toller Erfolg“, freut sich Edith Schumacher, dass insgesamt 23 Tiere verkauft wurden. Damit steigt für sie und auch für den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter die Hoffnung, dass die vom Aussterben bedrohte Lippegans demnächst vielleicht wieder von der roten Liste der Haustierarten gestrichen werden kann. Die Gesamtanzahl der derzeit lebenden Lippegänse beträgt zurzeit rund 300, zuvor war die Zahl bis auf 105 geschrumpft, die Art galt als „extrem gefährdet“. 

Auftrieb auch für den Verein

Auch der Verein hat Auftrieb bekommen. Derzeit stehen hundert Personen auf der Mitgliederliste, daraus gebildet werden insgesamt vierzig Bestände, die sich im weiten Umfeld der Lippe, aber auch in Oberstdorf im Allgäu, in Schleswig Holstein und Niedersachsen befinden. Blaue Augen „Lippegänse sind nur echt, wenn sie ins Stammbuch eingetragen sind und mit einem Fußring mit Kennziffer, Buchstaben und Jahrgang markiert sind“, erläutert Edith Schumacher. Außerdem wird jedes Tier in das seit drei Jahren betriebene Herdbuch eingetragen. So kann festgestellt werden, welche Tiere von den Zuchtwarten und Preisrichtern als Brutpaare fürs Verpaaren zusammengestellt werden können, damit Inzucht und Vererbung von Krankheiten vermieden wird. Dabei ist es natürlich von Vorteil, wenn viele Tiere zur Verfügung stehen, denn dann fällt es den Experten leichter, die zur Zucht geeigneten Tiere auszusuchen. In diesem Jahr gab es laut Edith Schumacher dank der großen Zahl von Gänsen super Voraussetzungen für die Neuinteressenten. 

Blaue Augen, aufrechte Statur

Typische Kennzeichen der Art sind zum Beispiel blaue Augen, ein dichtes und weiches Federkleid mit üppigen Daunenfedern auf der Brust sowie die aufrechte Haltung. Stammbuch-Schau Unter Corona Bedingungen fand kürzlich die Stammbuchschau der Lippegänse auf dem Hof Rinsche-Schumacher in Wiggeringhausen statt. 

Bei der Stammbuch-Schau im Jahr des 20-jährigen Bestehens wurden Gänse von 60 verschiedenen Züchtern von den Zucht- und Preisrichtern bewertet.

Die Öffentlichkeit war ausgeschlossen, neben den 60 Züchtern, die ihre Tiere ausstellten, begrüßten die Schumachers den Kreis-Veterinär Dr. Hopp, der die Veranstaltung in der großen Scheune und im Freien zusammen mit dem Erwitter Ordnungsamt unter Auflagen möglich gemacht hatte. So wurde zum Beispiel bei der Erbsensuppe und bei den belegten Brötchen hinter Plexiglas-Verkleidungen gar nicht kassiert, sondern ein Sparschwein aufgestellt, in das jeder Teilnehmer seinen Obolus fürs Essen und Trinken einzahlte. 

Buch über die Lippegans herausgegeben

Übrigens hat der Verein Stammbuch Lippegans unter Federführung der Schumachers zum 20-jährigen Bestehen ein 200-Seiten-Buch über die Lippegans herausgegeben. Darin gehen die Autoren unter anderem den Fragen nach, woher die Lippegans kommt, wie sie wiederentdeckt wurde und wie sie gehalten werden sollte. Es ist in vier Buchhandlungen, Ellinghaus in Bad Sassendorf und Soest, in Geseke und im Freilichtmuseum Detmold im Museumsshop erhältlich sowie in der Geschäftsstelle des Vereins auf dem Hof Rinsche-Schumacher in Erwitte-Wiggeringhausen. Kontakt: info@stammbuch-lippegans.de

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