Personalmangel

Außengastronomie im Lippetal: Verhaltener Start - Gäste sind noch vorsichtig

Sophie Bergander (hinten) serviert bei Tante Malchen Speis und Trank für Winfried und Ulrike (links) Roelen aus Essen und Tochter Sonja (rechts) aus Hoetmar.
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Sophie Bergander (hinten) serviert bei Tante Malchen Speis und Trank für Winfried und Ulrike (links) Roelen aus Essen und Tochter Sonja (rechts) aus Hoetmar.

Die meisten Restaurants, Cafés und Gasthäuser haben wieder geöffnet. Allerdings noch nicht durchgehend, sondern überwiegend von Mittwoch oder Donnerstag bis Sonntag.

Lippetal - Die meisten suchen händeringend Servicekräfte. Außerdem kommen längst noch nicht so viele Gäste wie sonst zu dieser Zeit.

Seit vergangenem Samstag hat der Landgasthof Kluppe in Höntrup wieder geöffnet. Zum Gastaufkommen sagt Inhaber Peter Schäfer: „Mal geht’s, mal nicht so.“ Er hat festgestellt, dass seine Gäste, „überwiegend ältere Leute“, vorsichtig sind. „Diese Woche zieht es hoffentlich wieder an, jetzt, wo draußen wieder alles erlaubt ist.“ Dann gibt es hoffentlich auch wieder Bier vom Fass. Das zu beschaffen, sei ein Problem gewesen, da die Brauereien offenbar ihre Produktion heruntergefahren haben und von der schnellen Lockerung wohl überrascht worden sind.

Außengastronomie im Lippetal: „Kein Ansturm“

Dorothea Ziegler von der gleichnamigen Gaststätte in Hovestadt schwärmt von ihren Gästen: Seit Sonntag ist dort wieder geöffnet – nach sieben langen Monaten: „Es gab keinen Ansturm, aber die Plätze draußen waren besetzt. Viele wollen keinen Test machen“, hat sie festgestellt. Aber auf die Luca-App waren alle vorbereitet. „Wir haben die QR-Codes draußen an den Bierdeckelständern angebracht und alle haben sie von sich aus genutzt“, freut sie sich.

Tigges Scheune in Lippborg ist seit Mittwoch vor Christi Himmelfahrt wieder geöffnet. Zuerst sei das Gastaufkommen verhalten gewesen. Nach dem Wegfall der Testpflicht ziehe es deutlich an: „Jetzt am Wochenende war es schon besser“, erzählt Maria Schnittker-Sticht. Trotzdem seien derzeit nur etwa 60 Prozent der Gäste da, die man sonst habe. „Viele scheinen in Urlaub zu sein, auf Sylt“, habe sie gehört.

Hubertus und Birgit kommen aus Sundern und haben auf Fahrradreise für eine Erfrischung am Saloon in Kesseler Station gemacht.

Tante Malchen hat seit Samstag nach Himmelfahrt wieder geöffnet. „Am vergangenen Freitag, als die Testpflicht weggefallen ist, steppte hier der Bär. Es fühlte sich wie Sommer an“, schwärmt eine Mitarbeiterin und reicht den Hörer dann an Betriebsleiterin Beate Rolf weiter. Von Mittwoch bis Sonntag, immer 9 bis 18 Uhr, ist Tante Malchen in Lippborg jetzt wieder auf hungrige und durstige Besucher eingestellt. Die Gäste seien regelrecht ausgelassen und alle würden sich positiv äußern. „Endlich geht Spontanität wieder. Zumindest draußen gilt: Wer kommt, der kommt.“

Der Lippborger Hof ist noch geschlossen. „Wir hatten ein halbes Jahr zu. Jetzt brauchen wir erst einmal viele neue Mitarbeiter“, sagt ein Mitarbeiter. Wann wieder geöffnet werde, kann er noch nicht sagen. Das hänge davon ab, wie schnell man Personal finde.

Es ist toll, dass viele unserer Stammgäste wieder kommen und wir freuen uns, sie wiederzusehen.

Josef Willenbrink, Gasthof Willenbrink Lippborg

Seit 14 Tagen hat der Landhof und Saloon Kesseler in Herzfeld geöffnet, auch er vorerst „nur mittwochs bis sonntags von 12 bis open end“, wie Geschäftsführer Jörg Goldammer mitteilt. Auch hier herrscht Personalmangel in allen Bereichen. „Seitdem die Biergärten wieder erlaubt sind, läuft es gut an. Am Wochenende war es rappelvoll“, sagt er.

Melanie Lammert, die Pächterin von „Melle’s Restaurant“ in Oestinghausen hat am 17. Mai wieder angezapft. Sie zieht eine durchwachsene Bilanz: „Drinnen ist es ruhig wegen der Testpflicht.

Draußen im Biergarten sind wir sehr gut besucht, besonders am Wochenende. Die Gäste sind super glücklich.“ Der Außer-Haus-Verkauf gehe parallel dazu wieder zurück.

Im Gasthof Willenbrink servieren Gabi und Josef Willenbrink eine Scholle. Sie freuen sich, dass die touristische Nachfrage anzieht.

Josef Willenbrink vom gleichnamigen Gasthof in Lippborg freut sich aktuell über „die erste touristische Buchung. Die Nachfrage nach Zimmern zieht gerade an. Zu uns kommen viele Radfahrer“, erzählt er. Das Restaurantgeschäft wird jetzt bestimmt auch anziehen, glaubt er. Seit „Samstag vor acht Tagen“ sei wieder geöffnet. Seitdem würden überwiegend Gäste kommen, die getestet seien. Leider könne er wegen der Abstandsregeln drinnen nur die Hälfte der 19 Tische besetzen und draußen nur 16 statt bis zu 30 Leute bewirten.

„Es ist toll, dass viele unserer Stammgäste wieder kommen und wir freuen uns, sie wiederzusehen. Es sind ja viele Ältere darunter.“ Ein älteres Ehepaar war so glücklich, dass es eine Lokalrunde gegeben habe. Willenbrink hat keinen Personalmangel und hat damit anders als die anderen Gastronomen Glück.

Den Lockdown habe er wegen der Stammgäste relativ gut überstanden: „Die sind zum Teil aus Welver, Ahlen, Hamm, Beckum und Soest angereist, um Essen im Außer-Haus-Verkauf abzuholen.“

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