Politik befasst sich mit Kindergarten-Lage

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Um Neubauten kommt die Gemeinde wohl nicht herum.

Lippetal – Die Gemeinde will sich möglichst schnell auf den steigenden Bedarf an Kindergartenplätzen einstellen.

Wie groß die Lücke wirklich ist und welche Möglichkeiten zur Erweiterung von Kapazitäten es gibt, darüber informieren sich die Ausschüsse für Jugend, Familie, Senioren und Soziales sowie für Sport, Kultur, Schule, Kindergarten in einer gemeinsamen Sitzung am kommenden Dienstag. Die Leiterin des Kreisjugendamtes, Gudrun Hengst, wird dabei über den aktuellen Stand der Realisierung von Zusatzplätzen und -gruppen bereits zum 1. August 2019 berichten. Auch über die Möglichkeiten und die weitere Vorgehensweise zur Errichtung von neuen Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde Lippetal soll in der Sitzung informiert werden. 

Der aktuelle Verfahrensstand: Zum 15. März wurden die Kindpauschalen je Kindertageseinrichtung und in der Kindertagespflege für das Kindergartenjahr 2019/2020 beim Landesjugendamt beantragt. Hierzu wurde vom Jugendhilfeausschuss des Kreises im März jede Kindpauschale pro Einrichtung inklusive des Zeitkontingentes beschlossen. Für Lippetal ergibt sich danach ein Gesamtwert von 467 Kindpauschalen. Der Ausbau der Kapazität ist demnach absolut notwendig. Größenordnungsmäßig geht es in etwa um den Bau von zwei neuen Kitas. „Wir müssen Gas geben“, hatte Bürgermeister Matthias Lürbke im März gefordert. Bereits Ende letzten Jahres hatte sich die Politik auf Antrag der CDU mit dem sich abzeichnenden steigenden Bedarf beschäftigt. Im Februar 2019 stellte auch die SPD einen Antrag zur Kinderbetreuungssituation.

 Zur verschärften Lage haben grundsätzlich die immer häufiger vorkommende Erwerbstätigkeit beider Elternteile und der Zuzug durch neue Baugebiete. Das ist in Lippetal nicht anders, auch hier habe sich eine „beschleunigte Nachfragesituation“ ergeben, erläuterte Hengst bereits im November 2018. Im Ergebnis machen eine steigende Nachfrage für U3 Plätze, aber auch eine hohe Anzahl an über dreijährigen Kindern weitere erhebliche finanzielle Investitionen in Kitas erforderlich. Derzeit liegt die Versorgungsquote mit Betreuungsplätzen in Lippetal bei 47,2 Prozent, damit immerhin über dem Kreis-Durchschnitt (37,5). Gerade die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder im 12 bis 14 Lebensmonat steigt deutlich. Zum Hintergrund: Seit dem Erlass des Kinderförderungsgesetzes 2013 besteht für Kinder ab einem Jahr ein Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Eine Evaluierung des Gesetzes hat ergeben, dass der ursprünglich errechnete Bedarf an Betreuungsplätzen im Kreis Soest bei weitem nicht gedeckt werden kann.

Termin: Dienstag, 28. Mai, 17.30 Uhr, Haus Biele.

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