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Bürger sammeln Unterschriften für neuen Kreisverkehr an der B475 in Lippetal

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Von: Michael Dülberg

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Julia Sterz übergab jetzt 735 Unterschriften an Bürgermeister Matthias Lürbke
Julia Sterz übergab jetzt 735 Unterschriften an Bürgermeister Matthias Lürbke mit denen sich die Personen vordringlich für einen Kreisverkehr oder andere verbessernde Maßnahmen an der kritischen Kreuzung der B475 mit der Kreisstraße 6 (Stocklarn/Brockhausen) einsetzen. © Dülberg

735 Unterschriften für einen Kreisverkehr oder andere Verbesserungen an der kritischen Kreuzung der Bundesstraße 475 mit der Kreisstraße 6 Brockhausen/Stocklarn hat die Oestinghauserin Julia Sterz bei ihrer privat organisierten Unterschriftenaktion gesammelt.

Lippetal –Das flatterige Papierbündel übergab sie am Montag vor der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses im Herzfelder Bürgerhaus an Bürgermeister Matthias Lürbke, der zusagte, die Sammlung an die zuständigen Behörden, Straßen NRW und Kreis Soest weiterzuleiten.
Lürbke informierte zu Beginn der Sitzung auch die Lokalpolitiker und die zahlreichen Zuhörer, die der öffentlichen Sitzung aufgrund der umfangreichen Themen von großem Interesse beiwohnten. Er dankte Julia Sterz für ihre Initiative und folgerte aus der Menge Unterzeichner ein „deutliches Zeichen von Bürgerwillen“ dafür, dass die Situation an der Kreuzung neben der Tankstelle Rüther verbessert werden sollte.

Gespräche mit Anliegern geführt

Lürbke führte weiter aus, dass er auch Gespräche mit Anliegern und dem Tankstellen-Eigentümer Karl Rüther über die Kreuzung und Verbesserungen der Verkehrssituation dort gesprochen habe. Dabei habe sich herausgestellt, dass „alle großes Interesse an Verbesserungen“ haben. Er werde nun bei Straßen NRW und dem Kreis Soest dringend anmahnen, dass Lösungen geprüft und umgesetzt werden.

Probleme, dort einen Kreisverkehr zu installieren, gibt es insbesondere bei der Frage der beteiligten Grundstückseigentümer, die für einen Kreisverkehr mit dem für Bundesstraßen geforderten Durchmesser von 40 Metern kleine Flächen abtreten müssten. Straßen NRW erkennt die Kreuzung bisher nicht als so gefährlich an, dass hier große Maßnahmen getroffen werden sollten. Bisher dargestellte Lösungsmöglichkeiten zur Verringerung gefährlicher Situationen wären neben dem Kreisverkehr eine Ampelanlage, Temporeduzierung und die bestehenden 70 Km/h sowie eine Totalsperrung der Fläche vor der Tankstelle.

Lokalpolitiker beauftragen Verwaltung mit Maßnahmen

Die Politiker unterstützen Julia Sterz und den bereits seit Sommer gestellten Antrag der Bürgergemeinschaft Lippetal (BG) und stimmten einstimmig für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, der nun noch vom Rat am 13. Dezember bestätigt werden muss. Wortlaut: „Der Rat der Gemeinde Lippetal beauftragt die Verwaltung, bei der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Soest und beim Straßenbaulastträger Straßen NRW eine Überprüfung des Kreuzungsbereiches von B 475 und K 6 zu veranlassen zwecks Anordnung verkehrssichernder Maßnahmen, Beispiel: Geschwindigkeitsreduzierung.“

KOMMENTAR

Statt Umgehung: Kreisverkehr beste Lösung für Kreuzung B475

Eine merkwürdige Trägheit befällt Entscheidungsträger nicht nur bei Straßen NRW immer dann, wenn es um die Entschärfung kniffliger Stellen im Straßenverkehr geht. So dauerte es Jahre, bis an der Brockhauser Straße/Nordwalder Straße (K6/K36) auf Initiative von Schulmeister Manfred Bauss nach tödlichen Unfällen Stop-Schilder aufgestellt wurden. Seitdem ist Ruhe dort.

So dauerte es Jahre, bis am Ortseingang von Hultrop ein Blitzer aufgestellt wurde, nachdem Ratsherr Franz-Theo Nübel immer wieder darauf hingewiesen hatte. Heute ist der Blitzer sehr einträglich für den Kreis Soest und hat die schnelle Einfahrt ins Dorf merklich verlangsamt.

So dauerte es lange, bis in der Ortsmitte von Herzfeld ein Kreisverkehr installiert wurde, statt der unsäglichen „Zeitlücken-Fünf-Ampel-Lösung“ von Straßen-NRW.

Auf zu hohe Kosten für einen Kreisverkehr zu argumentieren, kann in Oestinghausen auch nicht funktionieren. Das Land hat mit dem Verzicht auf die große West-Umgehung Gelder in zweistelliger Millionen-Höhe eingespart. Da dürfte die halbe Million für den Kreisverkehr doch wohl drin sitzen.

Die Nachbargrundstücke würden auch nur an den Ecken angeknabbert.

Kreisverkehre haben sich inzwischen nicht nur in Lippetal, sondern überall bewährt. Dass schwere Lkw und Pkw nicht anhalten und tonnenschwere Lasten wieder anschieben müssen wie an Ampeln spart Sprit, verpestet weniger Luft und spart Co2. Also nichts wie ran an den neuen Kreisel.

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