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Vor 50 Jahren: Neue Großgemeinde Lippetal im Zeichen des Brückenschlags

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Von: Heyke Köppelmann

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Die Berichterstattung über die Ratssitzung in einer Anzeiger-Ausgabe im Jahr 1971.
Die Berichterstattung über die Ratssitzung in einer Anzeiger-Ausgabe im Jahr 1971. © Heyke Köppelmann

Die Großgemeinde war noch jung, als der Gemeinderat vor genau 50 Jahren ein neues Wappen auswählte.

Lippetal - Ein goldener (oder gelber) Steg und eine kräftige blaue Wellenlinie: Das Wappen der Gemeinde „mitten im Herzen von Westfalen“ symbolisiert den Brückenschlag, der Menschen zueinander führt. Das landwirtschaftlich geprägte Lippetal liegt rechts und links der Lippe, es erstreckt sich zwischen dem Nordrand der fruchtbaren Soester Börde und der parkähnlichen Landschaft des grünen südlichen Münsterlandes.

Die Großstadt Hamm gehört ebenso zu den direkt anliegenden Nachbarn wie Soest und Lippstadt als größere Städte im Kreis Soest und hier auch die Gemeinden Bad Sassendorf und Welver. D

as alles mögen die Bürgervertreter vor Augen gehabt haben, als sie sich genau vor 50 Jahren Gedanken über ein prägnantes Zeichen für die junge Großgemeinde machten. Knapp zwei Jahre lag damals die Gebietsreform mit der kommunalen Neugliederung zurück. Man wollte moderne und leistungsfähige Verwaltungsstrukturen schaffen.

Es ist immer wieder interessant, in dicken, alten Archivbänden unserer Zeitung zu blättern und zu erfahren, welche Themen einst den Alltag prägten. Im noch neuen Jahr 1971 standen die Ratsmitglieder vor der Aufgabe, sich Entwürfe anzusehen, um dann zu entscheiden, welche stilisierte Darstellung am besten - knapp, aber trotzdem präzise und auf den ersten Blick ersichtlich - wiedergibt, was Lippetal mit seinen Dörfern Brockhausen, Heintrop-Bünninghausen, Herzfeld, Hovestadt, Hultrop, Krewinkel-Wiltrop, Lippborg, Nordwald, Oestinghausen und Schoneberg ausmacht. Zustimmung fand laut der damaligen Berichterstattung ein Vorschlag des Gebrauchsgrafikers und Heraldikers Waldemar Mallek aus Münster.

Er verbindet sinnfällig die beiden Ufer des Flusses mit einer Brücke.

Zehn Muster standen seinerzeit insgesamt zur Auswahl, hieß es in der Berichterstattung. Aus der Lippetaler Geschichte kam jedoch der Herzfelder Hirsch, mit dem die heilige Ida oft abgebildet ist, nicht vor. Die vier Sterne, Symbole der vier Kirchspiele, wurden ebenfalls nicht in Betracht gezogen, auch nicht der von Kett(e)lersche Kesselhaken (Haus Assen). Der Gemeinderat, der sich seinerzeit nach dem im Sommer 1969 erfolgten Zusammenschluss noch in der Findungsphase befand, sprach sich für die goldene Brücke über der blauen Lippe aus.

Ein weiteres Thema, das die Kommunalpolitiker um Bürgermeister Elmar Graf von Plettenberg vor fünf Jahrzehnten in derselben Sitzung lange und lebhaft diskutierten: Die vom Kreis Soest vorlegte Lösung für die Ortsschilder. Gemeindedirektor Franz-Josef Nölle verlas den Beschluss des Welveraner Gemeinderates, der sich gegen den Wunsch des Kreises aussprach, zunächst den Namen des Ortsteiles zu nennen und darunter die Gemeinde anzuführen.

Auch im Lippetal waren die Meinungen geteilt. Insgesamt muss sich aber wohl die Erkenntnis, nichts gegen den Kreis Soest ausrichten zu können, durchgesetzt haben, vermittelt der Zeitungsartikel. Mit zehn Gegenstimmen fiel der Beschluss: Erst taucht der Ortsteil auf den gelben Tafeln auf, darunter stehen Gemeinde, Kreis und Regierungsbezirk.

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