Vogelgrippe in Menden

Geflügelpest-Ausbruch: Sperrbezirk betrifft Soester Kreis-Gebiet

Die Geflügelpest rückt näher an den Kreis Soest heran.
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Die Geflügelpest rückt näher an den Kreis Soest heran.

In einem nahe der Soester Kreisgrenze gelegenen Legehennen-Betrieb besteht der Verdacht eines Vogelgrippe-Ausbruchs.

Kreis Soest/Werl/Wickede/Ense - Sobald die Bestätigung der Geflügelpest des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vorliegt, werden ein Sperrbezirk (mind. 3 Kilometer Radius) und ein Beobachtungsgebiet (mind. 10 Kilometer Radius) gebildet, die auch das Kreisgebiet Soest betreffen. Der Veterinärdienst des Kreises wird deshalb ein Anschluss-Sperrbezirk und ein Anschluss-Beobachtungsgebiet einrichten.

Die Mendener Haltung im Märkischen Kreis hatte 100 Junghennen aus einem Betrieb im Kreis Paderborn bezogen, in dem die Tierseuche bereits ausgebrochen war. Sie zeigten schon deutliche Krankheitserscheinungen. Der betroffene Bestand wurde gesperrt und die Tötung der Tiere aus Tierschutzgründen und zur Ausschaltung des Seuchenherdes angeordnet und durchgeführt.

Geflügelpest: Werl, Wickede und Ense betroffen

Die Allgemeinverfügung über den Anschluss-Sperrbezirk, der in Wickede-Ruhr liegt, und das Anschluss-Beobachtungsgebiet, das neben Wickede/Ruhr auch Werl und Ense betrifft, wird nach Bestätigung des Ausbruchs durch das FLI am Freitag, 26. März, im Amtsblatt des Kreises Soest veröffentlicht und erlangt dann am 27. März Rechtskraft.

Für das Sperrgebiet und das Beobachtungsgebiet gelten Restriktionen. Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten sind aufzustallen. Außerdem dürfen unter anderem gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte von Geflügel weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden.

Geflügelpest: Betriebsfremde müssen Schutzkleidung tragen

Tierhalter haben sicher zu stellen, dass Ställe oder sonstige Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden. Für Fahrzeuge gilt eine Desinfektionsverpflichtung. „Das Ministerium beabsichtigt, in den nächsten Tagen für den gesamten Regierungsbezirk Arnsberg eine Aufstallungspflicht anzuordnen“, erläutert Professor Dr. Wilfried Hopp, Leiter des Veterinärdienstes beim Kreis Soest, in diesem Zusammenhang.

Der Leitende Kreisveterinärdirektor appelliert einmal mehr, Vorsicht und Achtsamkeit walten zu lassen. Die Geflügelpest sei hochansteckend und für Hühner und Puten meist sehr schnell tödlich. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch vergingen in der Regel nur wenige Stunden bis Tage. Professor Dr. Wilfried Hopp bittet deshalb alle Geflügelhalter im Kreis Soest dringend, ihre Tiere genau zu beobachten und Verdachtsfälle dem Kreis zu melden.

Geflügelpest: Große Verantwortung für Halter

Insbesondere Geflügelhalter, die ihre Tiere nicht ausschließlich in Ställen halten, hätten eine große Verantwortung bei der Einhaltung der in der Geflügelpest-Verordnung vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen. Dazu gehöre vor allem die Pflicht, das Veterinäramt über unklare Krankheits- oder Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Außerdem müsse Wildvögeln der Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen versperrt und Tiere dürften nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang hätten.

Hintergrund

Die Aviäre Influenza, auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die ihren natürlichen Reservoir-Wirt im wilden Wasservogel hat. Die Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der aviären Influenza. Sie wird durch sehr virulente (hochpathogene) Stämme aviärer Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 hervorgerufen. Alle Nutzgeflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten sind hochempfänglich für die Infektion. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet – teilweise bis zu 100 Prozent. Wasservögel erkranken seltener und oft weniger schwer, scheiden aber dennoch das Virus aus und können als Reservoir für Ansteckungen dienen.

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