Bei Rüthen

Weltkriegs-Phosphor-Munition könnte Waldbrand verursacht haben

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Kneblinghausen - Im Wald des Rüthener Ortsteils Kneblinghausen wurde am Freitagnachmittag ein Waldbrand gemeldet. Wenig später gab ein Förster einen Hinweis, der die Einsatzkräfte zu noch viel größerer Vorsicht mahnte.

Ein aufmerksamer Augenzeuge hatte eine Rauchentwicklung aus dem Wald zwischen Kneblinghausen und Paderborn entdeckt. Ohne zu zögern, wählte er den Notruf. Die Feuerwehr Rüthen rückte an. Etwa 50 Quadratmeter Waldboden standen in Flammen.

Plötzlich gab es den wichtigen Hinweis eines Försters: In dem Waldgebiet war während des Zweiten Weltkriegs ein Munitionslager stationiert gewesen. Bereits in der Vergangenheit sei im betroffenen Bereich hochentzündliche Phosphor-Munition gefunden worden. Diese gilt als wahrscheinlicher Auslöser des Feuers. Denn: Wald- und Wanderwege sind weit von der Einsatzstelle entfernt.

Feuerwehr muss besonders achtsam sein

Nachdem die Flammen gelöscht waren, musste der Boden umgegraben werden, um sämtliche Glutnester zu löschen: "Da mussten wir besonders auf mögliche Munition achten", erklärte Feuerwehr-Sprecher Kevin Teipel. Kampfmittel wurden jedoch nicht gefunden.

Was dennoch einen bleibenden Eindruck hinterließ: "Man dachte, der Boden sei ausreichend mit Wasser geflutet worden. Als wir ihn dann umgegraben hatten, qualmte es auf einmal wieder", schilderte Teipel. Um sicherzustellen, dass der Brand sich nicht unbemerkt unter der Waldbodenoberfläche ausbreiten kann, wurde ein Wassergraben um die Einsatzstelle herum geschaffen.

Mehr Sensibilität für Waldbrandgefahr

Rückblickend sagte Teipel: "Es war Glück, dass der Brand schnell gemeldet wurde und sich durch unser Einwirken nicht weiter ausbreiten konnte. Ich hoffe, dass die Menschen mittlerweile sensibler für das Thema Waldbrandgefahr geworden sind."

Im Einsatz waren Einheiten aus Kneblinghausen, Meiste, Kallenhardt, Rüthen und das ELW-Team. Unterm Strich waren rund 60 Einsatzkräfte an den Arbeiten beteiligt, einige von ihnen waren zuvor beim Großbrand in Lippstadt im Einsatz.

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