Gewitterzelle erreicht Kreis Soest

Wegen Unwetter: Rea Garvey bricht Konzert in Geseke ab

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Versprach, wiederzukommen: Rea Garvey, hier vor dem Abbruch seines Konzertes am Mittwochabend.

[Update, 13.36 Uhr] Der irische Künstler Rea Garvey hat am Mittwochabend sein Konzert in einem Geseker Steinbruch abbrechen müssen. Der Veranstalter bat die 7.000 Gäste gegen 22.30 Uhr, zu gehen, weil die Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet werden konnte. 

Geseke - Die Konzertbesucher zeigten sich einsichtig, zogen ruhig und geordnet ab. Diesen Eindruck von vor Ort bestätigte auch die Polizei. Mit Problemen sei hier nicht zu rechnen, hieß es in der Leitstelle, Minuten nachdem der Künstler sein Bedauern darüber ausgedrückt hatte, dass er sein Konzert in dieser besonderen Kulisse nicht zu Ende spielen konnte.

7000 Konzertbesucher im Alten Steinbruch - um kurz nach 22 Uhr mussten wegen einer Unwetterwarnung alle gehen. 

Die amtliche Unwetterwarnung war per Warnapp "NINA" um 22.05 Uhr verschickt worden. Der Deutsche Wetterdienst stufte das Unwetter als ein Ereignis der Stufe 3 ein. Gewarnt wird vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel.

Geseke traf die Unwetterfront trotz einsetzenden Regens und vieler Blitze, die die Steinbruch erhellten, letztlich aber nur am Rande. Als sich das Unwetter ankündigte, hatte Garvey die Fans zum Bleiben aufgefordert: „Dortmund hat aufgegeben – aber wir halten durch“. Und: „Das ist wie duschen, nur draußen“ - bis der Sicherheitsdienst die Bühne betrat und das Konzert abbrach. 

Die Bühne sei auf die zu erwartenden Böen von über 100 km/h nicht ausgelegt, sondern maximal für 80 km/h. Der Veranstalter bat die Fans, die sich größtenteils Regencapes umgeworfen hatten, um Verständnis. Da peitschte bereits erster Regen auf die Besucher.

Garvey hatte seinen für 20 Uhr angekündigten Auftritt deutlich verspätet begonnen. Erst um 21.15 Uhr hatte er zu spielen begonnen, stieg aber sogleich mit den Hits ein, die die Fans laut mitsingen können. Und das taten sie auch. 

Da war noch alles trocken, auch Garveys Kehle. „Wenn ich husten muss: Ich hab ein halbes Kilo Erde gegessen“. Der Wind hatte zuvor viel Staub durch die Arena getrieben. Die Location lobte der Künstler mehrfach („Es ist echt schön hier. Ihr wusstet das schon, aber ich nicht.“).

Und dass ein Rock-Star im Steinbruch auftrete, passe ja perfekt. Alles andere als staubtrocken der Humor des Iren, als es wenige Minuten nach Konzertbeginn erste stärker Winde gab, die die großen Ballons, die erst später ins Publikum geworfen werden sollten, losrissen. „Wir hatten 16. Zwölf sind jetzt in Paderborn“, scherzte der Künstler. 

Der Wind nahm zu, erste Tropfen fielen. Die meisten Besucher harrten aus; viele allerdings verließen nach einer ersten Warnung des Veranstalters gegen 21.45 Uhr, dass wegen der nahenden Unwetterfront der Abbruch drohen könnte, bereits frühzeitig das Festgelände.

Weg sind sie: Ruhig und geordnet zogen die 7.000 Fans davon.

Pascal Rückert, bei der Stadt Geseke mit der Organisation von "Der Steinbruch brennt" verantwortlich, verwies am Freitag darauf, dass mit "20 Uhr" der Start des Hauptprogramms gemeint gewesen sei. Das habe von vornherein die Vorband "Leslie Clio" einbezogen, die Rea Garvey selber mitgebracht habe. 

Deren Programm sei sogar eigens verkürzt worden und der Ire 15 Minuten früher als ursprünglich geplant auf die Bühne gekommen, als die Unwetterfront absehbar war. 90 Minuten habe Garvey spielen wollen, 68 seien es letztlich geworden. Zum Abbruch des Konzerts habe es keine Alternative gegeben, sagt Rückert.

In Hamm hatte eine Gewitterzelle bereits eine Stunde zuvor für den Abbruch der Eröffnungsfeier der Special Olympics und des Landesturnfestes gesorgt.

Rea Garvey versprach, wiederzukommen. Das Konzert im Steinbruch Kohle Süd war Teil von Garveys Neon Summer Tour und stand unter dem Titel "Der Steinbruch brennt".

Rea Garvey begeistert 7.000 Fans im Steinbruch - bis das Unwetter aufzieht

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