"Bleibt einfach weg!"

Gastwirt mit klarer Ansage an Masken-Verweigerer und Corona-Leugner

Kay Fräder Friedchen&#39s Warstein-Niederbergheim
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Kay Fräder vom „Friedchen's“ in Warstein-Niederbergheim hat eine klare Botschaft an Masken-Verweigerer.

„Friedchen's“-Gastronom Kay Fräder hat keine Lust mehr auf Diskussionen mit Masken-Verweigerern. Deswegen veröffentlichte er eine Videobotschaft, in der er in Richtung der Masken-Querulanten, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker unmissverständlich klarmacht: „Bleibt einfach weg!“ 

Warstein/Soest – Vorausgegangen war ein Vorfall in seinem Bikertreff „Friedchen's“ an der Möhnestraße in Niederbergheim: Ein „Mitte, Ende 30 Jahre alter Mann“, schätzt Kay Fräder, sei vor der Eingangstür „in ganz freundlichem Ton“ auf die derzeit geltenden Corona-Regeln aufmerksam gemacht worden. 

Die Regeln sind recht einfach zu verstehen: Gäste müssen vor der Tür warten, bis sie vom Personal abgeholt und zu ihrem Tisch gebracht werden. Bevor es in die Pommesbude geht, müssen die Hände desinfiziert, drinnen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, solange man nicht sitzt. 

Masken-Verweigerer bereitet Probleme: Er "lief einfach an der Bedienung vorbei"

„Der Mann lief einfach an der Bedienung vorbei und spurtete ins Lokal, ohne eine Maske zu tragen und sich die Hände zu desinfizieren. Er behauptete lauthals, er müsse sich nicht an die Regeln halten“, berichtet Fräder im Anzeiger-Gespräch. 

Erneut sei der Mann „höflich darum gebeten worden“, den Anweisungen des Personals Folge zu leisten. Das hatte jedoch nur weitere Diskussionen, mittlerweile auch mit anderen Gästen, als Konsequenz. „Er wurde immer rabiater und ausfallender“, so der Gastronom aus Dortmund, der das „Friedchen's an der Möhne“ im Sommer eröffnete. 

Angestellter mit Unterstützung der Gäste - Negativ-Bewertung bei Google

Erst als ein Angestellter mit verbaler Unterstützung von etwa zehn Gästen dem Masken-Verweigerer zu verstehen gab, dass die Polizei hinzugerufen würde, wenn er nicht umgehend das Grundstück verlassen würde, suchte er das weite. Eine halbe Stunde später meldete sich der Masken-Verweigerer mit einer Negativ-Bewertung bei Google zurück. 

Fräder betonte in seiner Video-Stellungnahme: „Bei uns im Laden wird die Maske getragen – wenn man den Laden betritt und wenn man aufsteht. Es werden vorher die Hände desinfiziert, man wartet bis man abgeholt wird – daran müsst ihr euch halten. Wir haben keine Lust, wegen euch Strafe zu zahlen.“ 

"Wir möchten nicht, dass jemand infiziert wird"

Das Ordnungsamt habe betont, dass bei Verstößen gegen die Corona-Regeln kein Auge zugedrückt werde. Beim ersten Verstoß würden 2000, beim zweiten 20.000 Euro Strafe drohen, erklärte Kay Fräder. Gleichzeitig unterstrich er: „Wir haben als Gastronomen ja auch eine Fürsorgepflicht für Gäste und Mitarbeiter. Wir möchten nicht, das jemand infiziert wird. Deswegen werden die Vorschriften ohne Wenn und Aber umgesetzt.“

Menschen, die das nicht akzeptieren wollen, gebe es zwar regelmäßig. Aber: „Der Großteil unserer Gäste hat mit den Regeln keine Probleme. Im Gegenteil: Die Resonanz ist positiv, weil sich die Leute sicher fühlen.“ 

Fräders Erfahrungen zufolge gebe es „mit jungen Leuten nie Probleme“. „Wenn es Diskussionen gibt, dann mit denen, die schätzungsweise zwischen 35 und 60 Jahre alt sind.“ Für seine klare Haltung erntete der Gastronom überwiegend Zustimmung. 

Erfahrungen mit Masken-Verweigerern hat auch Peter Schmitz, Geschäftsführer von Rewe Stolper in Soest: „98 Prozent der Kunden haben keine Probleme damit, die Maske zu tragen“, schätzt er. „Wenn es aber Kunden gibt, die sich strikt weigern, ist es problematisch.“

Wer bei Peter Schmitz' Rewe Stolper einkaufen möchte, muss Maske tragen oder nachweisen, dass man von der Maskenpflicht befreit ist.

Bislang habe er ausschließlich Vorfälle erlebt, bei denen die Kunden behaupteten, von der Maskenpflicht befreit zu sein. "Das akzeptieren wir – aber dann möchten wir auch das Attest dazu sehen", betonte Schmitz. „Dann bestehen sie darauf, dass sie das Attest nicht vorzeigen müssten, was grundsätzlich richtig ist. Richtig ist aber auch, dass wir in der Folge von unserem Hausrecht Gebrauch machen. Zum Teil wird uns dann mit Klage gedroht. Dabei wird sich auf Datenschutz-Bestimmungen und Diskriminierung bezogen, was natürlich keine Aussicht auf Erfolg hat, weil wir immer Gebrauch vom Hausrecht machen können.“ 

"Es kommt häufig vor, dass die Nase nicht bedeckt ist"

Wer die Befreiung der Maskenpflicht nicht nachweise, könne in seinem Laden nicht einkaufen. „Für irgendwas hat der Gesetzgeber die Pflicht ja schließlich verhängt.“ Oftmals beobachte Schmitz im Übrigen, dass der Mund-Nasen-Schutz von Kunden nicht richtig getragen würde: „Es kommt häufig vor, dass die Nase beispielsweise nicht bedeckt ist. Darauf weisen wir die Kunden dann freundlich hin.“ 

Thorsten Pälmer, Chef vom „Wilden Mann“ in Soest, hatte mit Masken-Muffeln bislang keine Probleme: „Alle Gäste sind sehr diszipliniert – zum Glück.“ 

"An die, die einen auf Wendler, Xavier Naidoo und Attila machen.."

Kay Fräger vom „Friedchen's“ richtete abschließend eine Botschaft "an die, die einen auf Wendler, Xavier Naidoo und Attila sowieso machen und irgendwelche Verschwörungstheorien in die Welt setzen": „Da werden wir ungefähr noch ein Jahr mit leben müssen. Mindestens. Das ist meine Verschwörungstheorie.“

Die Corona-Zahlen im Kreis Soest steigen derzeit wieder stark an. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es in unserem Ticker. In manchen Städten des Kreis Soest sollen die Masken auch draußen getragen werden - zumindest bei Veranstaltungen.

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