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Pilze, wie am Klinikum in Soest, sind derzeit im gesamten Kreisgebiet kaum zu finden. Schuld ist das Wetter.

Soest - Herbstzeit ist Pilzzeit, sollte man zumindest denken. Doch in diesem Jahr gucken viele Sammler und Feinschmecker in die Röhre. Man findet in den Wäldern weit und breit keine Pilze.

Klaus Störmer ist Pilz-Experte. In den Wäldern des Sauerlandes und des Arnsberger Waldes gibt es keine Sammelstelle, die er noch nicht gefunden hat. Doch in diesem Jahr hatte der 78-Jährige noch keinen Pilz in der Pfanne. „Das hat es noch nie gegeben – und ich bin schon seit 30 Jahren dabei“, sagt er. Störmer ist Mitglied der deutschen Gesellschaft für Mykologie, also der Wissenschaft von den Pilzen. 

Die Ursachen für den Mangel an Waldpilzen liegen im aktuellen Wetter. Pilze bestehen zu großen Teilen aus Wasser. Die beliebten Steinpilze zum Beispiel zu 83 Prozent. Wenn es im Herbst daher nicht ausreichend regnet, bleiben die Fruchtkörper im Boden. „Pilze benötigen ein ausgewogenes Klima“, erklärt Störmer. „Wenn es zu lange Regen- oder Trockenphasen gibt, wachsen die Pilze nicht. Und der Herbst in diesem Jahr ist einer der trockensten der letzten Jahrzehnte.“ 

Nicht nur fällt in diesem Jahr das private Pilze-Sammeln aus, auch die Seminare und Touren, die Störmer in der Vergangenheit häufig angeboten hatte, fallen aus. „Der Aspekt der Anschauung, also das Zeigen von Pilzen, war einfach nicht möglich“, so Störmer. Auch in den letzten Herbstwochen sieht es für Pilzsammler nicht rosig aus. Die kühleren Nächte sorgen dafür, dass der Boden zu kalt für die Pilze wird, sodass sie nicht wachsen können. 

Pilzfreunden bleibt daher nichts anderes übrig, als auf das nächste Jahr zu hoffen. Da wird es hoffentlich wieder Sammeltouren und Seminare über die besten Fundstellen der schmackhaften Waldbewohner geben. 

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