Hubschrauber landet in Kellinghausen: Frau (29) aus Oelde nach Bielefeld geflogen

Unfall auf L536 in Rüthen: Polizei sucht unter Hochdruck weißen Sportwagen

+
Mit einem Rettungshubschrauber wurde die Schwerverletzte in eine Unfallklinik geflogen.

[Update 8.31 Uhr] Rüthen - Nach dem schweren Unfall auf der L 536 in Rüthen-Kellinghausen von Sonntagnachmittag, bei dem eine 29-Jährige aus Oelde schwer verletzt worden war, sucht die Polizei unter Hochdruck nach einem weißen Sportwagen. Der war mutmaßlich der Auslöser für das dramatische Unfallgeschehen, flüchtete aber unerkannt.

"Zeugen, die Hinweise zum Fahrzeug oder dem Fahrer machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 02902-91000 mit der Polizei in Verbindung zu setzen", heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Polizei von Montagmorgen.

Die Ermittler bestätigten den Sachverhalt, über den unsere Redaktion am Sonntag ausführlich berichtet hatte.

Demnach war die Frau (29) aus Oelde gegen 16.15 Uhr aus Hemmern kommend in nördlicher Richtung auf der Kellinghauser Straße unterwegs gewesen, als sie überholt worden sei.

Die Polizei hofft, dass sie Hinweise zu dem Sportwagenfahrer erhält oder, dass dieser sich selbst meldet.

"Eine 36-jährige Lippstädterin setzte ebenfalls zum Überholen an, musste aber nach rechts ausweichen, als ein weißer Sportwagen von hinten angerast kam. Beim Ausweichen touchierte sie mit ihrem Kia das Heck des vor ihr fahrenden Hyundai. 

Schwerer Verkehrsunfall in Rüthen-Kellinghausen: Auto geht in Flammen auf - Hubschrauber im Einsatz

Die 29-Jährige kam nach rechts von der Fahrbahn ab und überschlug sich im Graben. Bevor ihr Fahrzeug auf dem angrenzenden Feld zum Stehen kam, wurde es in die Schutzplanke geschleudert. 

Die Fahrerin musste schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden, die Insassen des Kia wurden leicht verletzt. 

Von dem weißen Sportwagen, der den Unfall verursacht hat, fehlt jede Spur", so die Kreispolizeibehörde Soest.

Hier lesen Sie unsere Berichterstattung von Sonntag

Die Alarmierung am Sonntagnachmittag gegen 16.25 Uhr klang sehr dramatisch: Zwei Personen sollten nach einem schweren Unfall auf der Kellinghauser Straße in Rüthen in einem Fahrzeug eingeklemmt sein, das obendrein Feuer gefangen haben sollte. 

Das bewahrheitete sich so nicht, denn Ersthelfer hatten eine Frau bereits vor Eintreffen der Einsatzkräfte aus ihrem brennenden Wagen gerettet. Die Frau (29) aus Oelde musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Bielefeld geflogen werden.

Nach ersten Informationen waren insgesamt drei Autos am Unfallgeschehen auf der L 536 zwischen Kellinghausen und Hemmern beteiligt, wobei sich der mutmaßliche Unfallverursacher - ein weißer Sportwagen - aus dem Staub gemacht haben soll.

Nach ersten Angaben der Polizei war ein Hyundai, in dem eine 29-jährige Frau aus Oelde alleine saß, auf der L 536 relativ langsam unterwegs gewesen, obwohl dort 100 km/h erlaubt sind.

Überholender SUV wird selbst noch überholt

"Zwei Fahrzeuge haben den Wagen der Frau überholt. Ein drittes Fahrzeug, ein SUV, will als drittes Fahrzeug überholen, schert ordnungsgemäß aus und plötzlich kommt von hinten ein weißer Sportwagen angerauscht. Dieser ist mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit noch an dem SUV vorbeigeschossen. Die Fahrerin des SUV hat sich dadurch sehr erschreckt, ist instinktiv wieder nach rechts eingeschert und hat dabei den Wagen, den sie überholen wollte, berührt", erklärte der Einsatzleiter der Polizei. 

In den Graben, über die Leitplanke auf den Acker

Dadurch wurde der Kleinwagen der 29-Jährigen von der Straße geschoben, fuhr durch den Graben bis zur Einmündung eines Wirtschaftsweges, flog dann hier quasi aus dem Graben heraus über die Leitplanke auf einen Acker, wo das Auto in Flammen aufging.

Der Kleinwagen brannte vollständig aus.

Im SUV - einem Kia - saßen vier Personen, die in Krankenhäusern in Warstein und Lippstadt untersucht werden, zunächst aber nicht als verletzt gelten. Dieses Auto wurde von einer 36-jährigen Frau aus Lippstadt geführt.

Für die Unfallaufnahme und die Bergungsarbeiten war die Kellinghauser Straße komplett gesperrt worden. 

Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte stand der Kleinwagen der jungen Frau in Vollbrand und wurde von der Feuerwehr Rüthen, die mit 40 Einsatzkräften aus Rüthen, Menzel und Oestereiden vor Ort war, gelöscht. Zu diesem Zeitpunkt war die Insassin bereits von Ersthelfern aus dem Fahrzeug befreit worden. Ohne die Ersthelfer hätte die Schwerverletzte in ihrem brennenden Wrack wohl keine Überlebenschance gehabt.

Unfassbar: Verkehrsteilnehmer drängeln sich durch Unfallstelle

Besonders bitter und für alle Einsatzkräfte vor Ort auch nicht ungefährlich: Einige Verkehrsteilnehmer dachten offenbar gar nicht daran, im Bereich des brennenden Fahrzeuges anzuhalten.

Sie setzten ihre Fahrt offenbar unbeirrt fort - teilweise sogar zwischen den Fahrzeugen der Retter hindurch. Bevor diese die Straße sperren konnten, gab es zunächst wichtigere Dinge zu tun: Die Unfallbeteiligten mussten versorgt, das brennende Fahrzeug gelöscht werden.

Kritik an Autofahrern, die nicht angehalten haben

Der spürbar darüber angefressene Feuerwehr-Einsatzleiter Thorsten Rose äußerte im Gespräch mit unserer Redaktion absolutes Unverständnis dafür.

"Das war überhaupt nicht schön. Die meisten Autofahrer können nicht angehalten haben, uns kamen so viele Autos auf der Anfahrt entgegen. Es wäre schön, wenn der eine oder andere zusätzlich versucht hätte zu helfen."

Den Autofahrern, die genau dies taten sprach Rose ein großes Lob aus: "Die haben das vorbildlich gemacht. Als wir eintrafen gaben sie uns zudem direkt präzise Informationen", so Rose.

Mann mit drei Enkelkindern im Auto zögerte keine Sekunde

Er verwies insbesondere auf einen Mann, der seine drei Enkelkinder im Auto bei sich hatte, aber trotzdem nicht gezögert hatte, der Frau zu Hilfe zu eilen.

Jeder solle sich mal in die Situation versetzen, was wäre, wenn man selbst als Unfallopfer am Straßenrand liegen und um sein Leben kämpfen würde, so Rose.

Zeugenhinweise zu dem weißen Sportwagen nimmt die Polizei entgegen. Zudem bestehe die Hoffnung, dass der Fahrer sich eigenständig bei den Ermittlern melde. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare