„Viele schaffen mehr“: Online-Spender schieben 54 Projekte an

Die Kinder der Kita Lütgengrandweg zeigten im vergangenen Jahr bereits, wo sie sich ihr neues Trampolin vorstellen. Der Wunsch geht jetzt dank „Crowdfunding“ in Erfüllung. - Archivfoto: Dahm

Soest - Der Verein Sommerland, der sich um trauernde Kinder kümmert, benötigt einen Zuschuss, um mit den Mädchen und Jungen mal auf eine kleine Reise gehen zu können. In der Kita am Lütgengrandweg wird ein Trampolin gewünscht. Und die Bruno-Grundschule würde ebenfalls ihren Kindern in den Pausen mehr Spiel und Spaß bieten und ein neues Klettergerüst anschaffen.

Drei Wünsche, die demnächst in Erfüllung gehen. Denn für alle drei Projekte haben sich genügend Spender gefunden, die ein paar Euro dazugelegt haben.

Was alle und 53 weitere Projekte eint: Sie laufen auf der Crowdfunding-Seite „Viele schaffen mehr“ im Internet. Vor zwei Jahren hat die Volksbank Hellweg das Schwarm-Spenden (so die deutsche Übersetzung) ins Leben gerufen – und offenbar einen Volltreffer gelandet.

Mehr als 5600 Spender konnten so gefunden werden, sie zusammen haben 288. 000 Euro locker gemacht, um die kleinen und größeren Wünsche von Vereinen und gemeinnützigen Organisationen zu erfüllen.

Das Prinzip ist einfach, aber nicht minder überzeugend: Im Internet werden die Projekte vorgestellt. Wer ins Portemonnaie greift (Mausklick genügt), bekommt – neben dem guten Gefühl – ein kleines Präsent. Wer etwa fürs neue Trampolin stiftet, darf selber mal eine Runde darauf hüpfen.

„Vor allem überzeugt die Spender, dass sichergestellt ist, dass die Gelder auch genau in dem Projekt ankommen und nicht in andere Vorhaben des Vereins fließen“, sagt Volksbank-Vorstand Andreas Sommer. Die Bank ihrerseits legt bei jeder Spende noch 5 Euro obendrauf. Die dafür eingeplanten 10 .000 Euro haben in den vergangenen Jahren nicht gereicht und werden vermutlich auch 2017 nicht reichen. Sommer: „Wir stocken gern auf.“

Beim Soester Crowdfunding sind bislang nur zwei der 56 Vorhaben am mangelnden Spendenfluss gescheitert. Für die meisten werden Summen zwischen 500 und 5000 Euro benötigt, manche Wünsche knacken aber auch die 10 000-Euro-Marke.

Über die Erfolgsquote von über 90 Prozent wundern sich die Initiatoren selber: „Vielleicht liegt es am flachen Land, wo die Leute sich kennen und eher bereit sind, sich untereinander zu helfen.“

Bei den Volksbanken andernorts schätzen sich die Initiatoren schon glücklich, wenn 60 Prozent der Vorhaben funktionieren. „Eine Bank in Ostdeutschland hat das Projekt ganz eingestellt, weil es einfach nicht lief“, schildert Petra Golz, die in Soest die Schwarmfinanzierung betreut.

Alle Projekte, der Ablauf und die Hintergründe stehen hier im Internet.

Ansprechpartnerin für die Projekte st Petra Golz, Telefon 02921 / 393-260.

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