Entspanntes Treiben an den touristischen Hotspots

So viel "Duo" gab's noch nie - Bördebewohner bleiben besonnen

Pärchen wie überall bei Corona an der Delecker Brücke an der Linkstraße. So wie hier vermieden die Wochenend-Ausflügler allerorten die Haufenbildung.
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Pärchen wie überall bei Corona an der Delecker Brücke an der Linkstraße. So wie hier vermieden die Wochenend-Ausflügler allerorten die Haufenbildung.

Besonnen und diszipliniert: Bemerkenswert entspannt genossen die Menschen in der Börde das sonnige Wochenende.

Kreis Soest – Das Wochenende bescherte dem Kreis Soest wieder herrliches Frühlingswetter. Bei blauem Himmel und strahlender Sonne zog es viele Menschen aus ihren Wohnungen hinaus ins Freie. Aber: Die Menschen blieben einmal mehr bewundernswert diszipliniert und hielten sich weit überwiegend an die Kontakt- und Abstandsregeln

Eher ruhig ging es in Soest zu.

Im Theodor-Heuss-Park Park traf man am Sonntagnachmittag vereinzelt Paare und Familien an. Eine junge Familie war aus Herne nach Soest gekommen. „Eigentlich wollten wir an den Möhnesee, doch dort waren die Parkplätze und auch die Staumauer gesperrt, so dass wir kurzerhand nach Soest gefahren sind.“ Ihre beiden Söhne Kilian und Henry gehen normalerweise in die Kita. Jetzt, in Zeiten von Corona, haben die beiden Jungs zumindest sich zum Spielen. „Soest ist eine sehr schöne Stadt, eine Reise hierher lohnt sich immer“, so die Eltern. 

Auf der Treppe zum Großen Teich machen Thomas und Bernd Pause. Die beiden Freunde sind mit ihrem E-Bike von Dortmund aus nach Soest geradelt – jetzt stärken sie sich mit mitgebrachten Getränken. „Wir hatten die Tour für dieses Wochenende geplant. Hin- und Zurück sind es dann gut 100 Kilometer.“ Klar, auch ihnen fehlt es, sich komfortabel ins Café zu setzen und dort einen Kaffee zu genießen. „In einem der tollen Biergärten hier in Soest wäre es sicherlich noch schöner!“ 

Ebenfalls mit dem E-Bike sind zwei Freundinnen aus Warstein angeradelt, die jetzt im Heuss-Park Pause machen. „Wir haben uns eine Pommes geholt und werden gleich zurückfahren. So eine Radtour machen wir häufiger“, erzählen die beiden. 

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„Na das ist doch auch mal romantisch“, sagt Britta Horbach im Scherz, die sich mit Mann und Sohn Fynn (5) in der Fußgängerzone vor einem Schaufenster niederlässt. Sie haben sich bei Eiscafé Amore einen Kaffee geholt, den sie in der Sonne genießen. „Wir haben Geo-Caching gemacht. Das tun wir öfter, denn für Fynn ist es toll, die Schätze zu finden und abends ist er schön müde.“ Ilka Wolter hat mit Tochter und zwei Spanischen Windhunden eine Radtour um Soest gemacht. Jetzt wartet sie vor der „Kuhbar“ auf eine Eis. „Das Café hat neu aufgemacht, wir hatten noch keine Gelegenheit, es zu testen und machen das jetzt.“ 

Natürlich halten sich nicht alle an die Auflagen: Hier und dort trafen am Wochenende Ordnungsamt der Stadt und die Polizei auf kleine Grüppchen von Jugendlichen, die sich auf Schulhöfen, Parkplätzen und am Bahnhof treffen. „Solche Treffen werden dann schnell aufgelöst“, sagt Thorsten Bottin, Sprecher der Stadt. Eine kreative Aktion wurde gestern im Stadtpark gestoppt: Dort hatte sich eine Gruppe Jugendlicher für ihre Bikes einen Parcours gebaut. „Das geht zurzeit leider nicht“, bedauert Bottin. 

Sportlich und fair rund um den Möhnesee 

Am sonnigen Möhnesee wimmelt es punktuell zwischen heißen Motorrädern, schicken Oldtimern, schnellen Surfbrettern und ein paar Ferraris. Spaziergänger, Jogger, Radler, Surfer und Inlinerfahrer tummeln sich bei Sonne und frischem Wind zwischen leuchtend- gelben Rapsfeldern, blauem Himmel und dem leicht wogenden Möhnesee. Die Leute atmen auf und durch: Endlich mal wieder so richtig an die frische Luft! 

Geduld bewiesen viele Ausflügler – bei entsprechendem Ziel war das auch für die Jüngsten leistbar...

Hotspots sind wie immer die Linkstraße vor dem Geronimo und die Nordeinfahrt zum Stockumer Damm. Aber selbst hier, wo sich dutzende Motorradfahrer gesammelt haben, bleibt es dabei, dass immer nur zwei Biker zusammen stehen. Das gleiche gilt für das Eiscafé neben dem Kreisverkehr an der Delecker Brücke. In Spitzenzeiten stehen hier auf zwei Metern Abstand 30 Pärchen, die auf dem Strich in der Schlange auf ihr Eishörnchen warten. Auch auf der Fußgängerbrücke in Körbecke wird die Ordnung gewahrt. Hier herrscht zwar viel Durchfluss vor allem an Radlern, aber es gibt keinerlei Haufenbildung. 

Fast zu ruhig verhält es sich unterdessen rund um die Sperrmauer. Da das Monumentalbauwerk als Übergang zum Südufer gesperrt ist, wird auch der Rundweg um den Ausgleichsweiher vermieden. Nur ein dutzend Leute sind hier zu Spitzenzeiten gegen 15 Uhr unterwegs. Sonst sind es bei schönem Wetter hunderte.

Und was sagt die Polizei?: „Wir haben auf unserer Streife am Möhnesee bisher keine Verstöße gegen die Regeln oder gar Straftaten festgestellt, das sagt das Duo, das im neuen Ford Focus zur Kontrolle um den See fährt. „Die Möhnesee-Besucher verhalten sich sehr diszipliniert und sind nur als Duo oder als Familienverbund unterwegs“., so das vorläufige Fazit. Ob es dabei geblieben ist, wenn die Disziplin abends vielleicht nachlässt, werden wir die Ordnungshüter Morgen nochmal fragen. 

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Auch in Werl gab es kleinere Schlangen vor den Eisdielen. Sonnenhungrige schlenderten durch den Kurpark oder spazierten durch den Stadtwald. Viele Radfahrer seien unterwegs gewesen, sagte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der mit einem Kollegen der Polizei am Sonntag auf „Corona-Streife“ war. Eingreifen mussten die Ordnungshüter bis zum Nachmittag nicht: „Die Leute halten sich an die Regeln.“

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