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Unleserliche Verkehrszeichen: 1200 kaputte Schilder im Jahr

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Christopher Schulze steht im Schilder-Lager des Kreises in Erwittte.

Kreis Soest - Was passiert, wenn ein Straßenschild nicht mehr zu lesen ist? Es wird erneuert. So lange  noch einigermaßen zu erkennen ist, was drauf ist, gilt es auch.

Wer von der A 44 ortseinwärts nach Soest fährt und an der ersten Kreuzung links abbiegt in die Emdenstraße, der bekommt eines der gelben Ortseingangsschilder der Stadt Soest zu sehen, die Zeitgenossen irgendwann einmal teilweise schwarz überpinselten. 

Alles, was verkehrsjuristisch mit einem solchen Schild verbunden ist, bleibt hier trotzdem und weiterhin gültig. Auch durch die offenbar mutwillig herbeigeführte Beschädigung bleibe der Sinn des Schildes bestehen. Jeder Autofahrer sollte daher wissen, was mit dem Schild alles verbunden ist, sagt der Soester Kreissprecher Wilhelm Müschenborn.

Der Zahn der Zeit

Aber was ist mit Verkehrszeichen, an denen der Zahn der Zeit nagt? Die, die langsam so verwitterten, dass man sie kaum noch oder gar nicht mehr erkennen kann? Holger Rehbock, Sprecher der Polizei Soest, spricht sich, was seinen Aufgabenbereich angeht, für eine pragmatische Handhabung aus. Und für Einzelfallbetrachtungen.

Wenn man wirklich nicht erkennen könne, worum es geht, wie solle man da zum Beispiel ein Bußgeldverfahren rechtfertigen?!, antwortet er rhetorisch auf Anfrage. Dass es zuletzt deswegen Konflikte gegeben habe zwischen Verkehrsteilnehmern und Ordnungshütern, daran könne er sich nicht erinnern, sagt Rehbock. Was nicht ausschließt, dass es solche Auseinandersetzungen nicht doch schon mal gegeben hat.

Bedingungen werden gemessen

Aber auch bei der Bußgeldstelle des Kreises kennt man keinen Vorgang dieser Art in den letzten zehn Jahren, so Müschenborn. Die blitzenden Kollegen machen nach seinen Worten bei jedem Einsatz sogenannte Messprotokolle, in denen genau festgehalten wird, wie die äußerlichen Bedingungen sind. Also auch der technische Zustand der Beschilderungen.

Anne Hauschild, Sachgebietsleiterin beim Kreis für Verkehrssicherheit, weist ihrerseits auf einen genau definierten Sichtbarkeitsgrundsatz hin. Zeichen seien demnach so aufzustellen, dass sie der Kraftfahrer rasch oder beiläufig erblicken kann. Kontrollen finden an den Hauptverkehrsachsen alle zwei Jahre mit Polizei und Bauhöfen statt. Dabei prüft man Schilder an allen Strecken, also Bundes- sowie Gemeindestraßen.

Alle vier Jahre gibt es auch einen Check in den Nachtstunden. Was es in jedem Fall gibt, sind weitere Beispiele unleserlicher Beschilderungen in Stadt und Land. Solche, an denen Farbe abblättert. Solche, die langsam verblasst sind und es dem ortsunkundigen Suchenden nicht leicht machen. Aber auch Beschilderungen, die einfach nur verdreckt sind, überklebt wurden mit profanen Botschaften, nach Verkehrsunfällen beschädigt wurden oder schlicht zugewachsen sind. 

Dass dies alles möglichst nicht vorkommt und die Folgen schnell korrigiert werden, ist Sache der Baulastträgers. Das sind einmal die Stadt mit ihrem Baubetriebshof oder die Gemeinden, das ist – beispielsweise auf Kreisebene – der Kreisbaubetriebshof in Erwitte.

 Dessen Leiter, Bernd Dohle, ist mit seinen Mitarbeitern zuständig für die Kreisstraßen. Das sind in seinem Fall 500 Kilometer, dazu kommen 80 Kilometer Radwege. Um die Instandhaltung kümmern sich zwei Zweierteams. Im Jahr kommen 3400 Mitarbeiterstunden zusammen. Dohle: „Pro Tag geht es im Schnitt um fünf Arbeitsaufträge, im Jahr um 1200 Vorgänge.“ Hinweise erhalten er und seine Kollegen durch eigene Kontrollfahrten. Auch nach Kreisverkehrsschauen gehen Hinweise an den Bauhof. Last not least sind es Bürger, die sich – zumeist direkt – bei ihm melden; zwei bis drei pro Woche. Oft als sachliche Hinweis gemeint, zunehmend aber formuliert als handfeste Beschwerden.

Kennen Sie auch Schilder, über die Sie sich ärgern oder amüsieren? Dann schicken Sie uns Ihre Schilder-Bilder gern als E-Mail an stadtredaktion@soester-anzeiger.de. Bitte mit Urheber und dem Recht des Abdrucks.

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