Bereits jetzt mehr Angriffe als 2017

126 Übergriffe auf Polizisten im Kreis Soest - Gewerkschaft: "Wir warten auf Elektrotaser"

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Mit Elektrotasern sollen Polizisten sich besser verteidigen können.

Kreis Soest - Im Kreis Soest gibt es immer mehr körperliche Angriffe auf Polizisten, das teilte die Gewerkschaft der Polizei NRW am Donnerstag mit. Demnach gab es im laufenden Jahr bereits mehr Vorfalle als 2017. Um den Übergriffen entgegenzuwirken, sollen Elektrotaser zum Einsatz kommen.

Nach Angaben der Gewerkschaft würden die Einsatzkräfte getreten, geschlagen, bespuckt und beleidigt. Bis zum 5. Dezember 2018 gab es laut GdP 126 Angriffe auf Polizisten im Kreis Soest. Im gesamten Jahr 2017 waren es 120. 

Noch 2013 habe es "deutlich weniger Gewalt" gegen Polizisten gegeben - damals gab es mit "lediglich" 69 Übergriffen nur etwa halb so viele Vorfälle wie im laufenden Jahr.

Deutschlandweit wurden im vergangenen Jahr 74.000 Fälle registriert, 2018 sei "mit ähnlichen Zahlen zu rechnen".

"Ganz normale Alltagseinsätze" mit hohem Gefahrenpotential 

Die Gewerkschaft erklärt, dass sich die meisten Vorfälle "in ganz normalen Alltagseinsätzen" ereigneten: Beim Schlichten von Streitigkeiten, bei Maßnahmen wegen Randalierens nach Alkoholkonsum, bei Einsätzen wegen häuslicher Gewalt und bei der Aufnahme von Verkehrsunfällen.

Alkohol ist ein oft gesehener Mitspieler

„Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen standen unter Alkoholeinfluss“, resümierte die GdP. Die Polizisten würden sich zunehmend mit Respektlosigkeit konfrontiert sehen, körperliche Attacken würden Einzug in den Alltag nehmen. Im Schnitt werde alle drei Tage ein Polizist im Kreis Soest angegriffen, betont der GdP-Kreisvorsitzende Siegfried Pfenninger.

Elektrotaser und Bodycams sollen Täter abschrecken

"Wir warten auf die von der Landesregierung zugesicherte Auslieferung der Elektrotaser (Elektroschockpistole), die den Einsatz der Schusswaffe überflüssig machen könnte", sagt Pfenninger. Zudem sollen Streifenpolizisten mit Bodycams ausgestattet werden. Diese sollen abschreckend auf mögliche Täter wirken.

"Lieber gestern als übermorgen eingeführt"

Positive Erfahrungen aus den anderen Bundesländern zeigen laut GdP, dass dadurch Angriffe verhindert werden können. „Insofern hätte ich für die Kolleginnen und Kollegen die Bodycams deshalb lieber gestern als übermorgen eingeführt“, unterstreicht Pfenninger.

Tiefgründige Ursache

Die Ursache der steigenden Gewalt gegen Einsatzkräfte liege laut Pfenninger "weit tiefer": "Im Elternhaus und auf Schulhöfen, wo Mitläufer zu Tätern werden. Schon in den Schulklassen, aber auch zuhause müssen Pädagogen und Eltern Ansätze schaffen, um Werte, Respekt und Toleranz zu vermitteln." 

Dass Eltern oftmals als schlechtes Beispiel vorangehen, zeigte ein Vorfall an der Soester Brunoschule im August. Damals rastete eine Mutter nach einem Streit mit Lehrern aus - Polizisten mussten eingreifen. Sie wurden ebenfalls angegriffen und verletzt.

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