Zahlreiche Beteiligte im Rettungszentrum in Soest

Afrikanische Schweinepest im Kreis: Übung mit diesem Szenario

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Tierseuchenübung rund um die Afrikanische Schweinepest im Rettungszentrum des Kreises Soest: Das Szenario ging vom Fund eines infizierten Wildschweinkadavers im Kreisgebiet aus.

Kreis Soest - Fälle gibt es bereits in Osteuropa und Belgien. Aber was passiert, wenn die Afrikanische Schweinepest hierzulande ausbricht? Um darauf vorbereitet zu sein, fand am Dienstag im Rettungszentrum des Kreises Soest am Boleweg eine Tierseuchenübung statt. Angenommenes Szenario war der Fund eines infizierten Wildschweinkadavers im Kreisgebiet.

Professor Dr. Wilfried Hopp, Leiter des Veterinärdienstes beim Kreis Soest, habe sein lokales Krisenzentrum zu einer Übung einberufen.

Die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest in die Wildschweinpopulation sei viel wahrscheinlicher als in einen Hausschweinebestand. Deshalb sei das Übungsszenario eben vom Fund eines infizierten Wildschweinkadavers im Kreis Soest ausgegangen, hieß es.

Hier finden Sie mehr zur Afrikanischen Schweinepest

"Es galt, um den Fundort eine Kernzone mit einem Radius von fünf Kilometern, einen gefährdeten Bezirk von zehn Kilometern Durchmesser und eine 15-Kilometer-Pufferzone einzurichten und entsprechende Verfügungen zu veröffentlichen", so der Kreis am Dienstagnachmittag in einer Pressemitteilung.

Betretungs- und Ernteverbot sowie Jagdruhe drohen

Und weiter heißt es wörtlich: "Die neuen rechtlichen Bestimmungen des novellierten Tiergesundheitsgesetzes machen drastische Einschränkungen vor allem im Kerngebiet möglich. So können das Gebiet eingezäunt sowie ein Betretungsverbot, ein Ernteverbot und eine Jagdruhe angeordnet werden.

Für die operative Tierseuchenbekämpfung kann der Krisenstab des Kreisveterinärs auf der Basis eines vom Land abgeschlossenen Rahmenvertrages seit kurzem auf die Dienste der für NRW gegründeten Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft zurückgreifen. 

Deren beiden Geschäftsführer erläuterten die Vorgehensweise. Qualifizierte Mitarbeiter organisieren die Suche, die Bergung und die Verladung von Kadavern. Auch die Beprobung übernehmen sie. 

Kernzone mit Elektrozaun abschirmen

Größte Aufgabe ist die Errichtung eines elektrifizierten Zaunes, der die Kernzone sechs Monate und länger abschirmt, damit infizierte Wildschweine das Gebiet nicht verlassen können.

In Dänemark wird ein rund 70 Kilometer langer und rund 1,50 Meter hoher Wildschweinezaun entlang der dänisch-deutschen Grenze zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest gebaut.

Kreisveterinär Professor Dr. Wilfried Hopp nutzte die Übung auch dazu, um einmal mehr an die Schweine haltenden Landwirte zu appellieren, ihre Konzepte zur Biosicherheit bzw. zum Fernhalten von Wildschweinen zu optimieren oder abschließend umzusetzen. 

Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest drohten ganz Deutschland erhebliche Handelsrestriktionen und in der betroffenen Fleischwirtschaft verheerende Verluste. 

400.000 Mastschweinplätze im Kreis Soest

Alleine im Kreis Soest gebe es 400.000 Mastschweinplätze, machte er die lokale Dimension deutlich. Er dankte den Jägern für die starke Reduzierung des Schwarzwildbestandes in den vergangenen Monaten."

Die Übung sei vom NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz angeordnet worden und habe in ähnlicher Weise in allen Kreisen des Regierungsbezirks zeitgleich stattgefunden.

"Im Rettungszentrum des Kreises Soest stellten sich 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Neben dem Veterinärdienst und dem Kern des Krisenstabes des Kreises Soest waren Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jägerschaft, Polizei, Feuerwehr und die Ordnungsämter der Kommunen vertreten", so der Kreis abschließend. - eB

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Kommentare

Goran MladenovicAntwort
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Das habe ich auch schon erkannt, dass unter Lokales natürlich wenig oder vielleicht auch nichts von Nachrichtenagenturen übernommen wird. Aber so allgemein wird es häufig. Man sieht es ja auch in anderen Online-Zeitungen dann teilweise wortwörtlich stehen.
Und ob das jetzt tatsächlich so interessant ist so eine Printausgabe zu haben, bezweifele ich mal. Die Nachrichten online werden ja fast minütlich automatisch aktualisiert. Und egal welche Zeitung auch immer, irgendwo haben die alle denselben Anstrich. Als ob das alles irgendwie aus einer Feder kommt. Egal ob Print oder Online, irgendwo muss man da glaube ich ziemlich viel filtern, wenn man echt genau Bescheid wissen will. Ich weiß ja nicht ob in Print auch so viel von irgendwelchen Stars steht, die sich entblößen oder sonst irgendwelche Skandalnachrichten. Aber wenn es so ist, dann ist es auch nicht weiter interessant. Mögen die Leute dafür Geld ausgeben, wenn sie wollen. Ich persönlich finde die Art, wie heute Nachrichten produziert werden, nicht besonders interessant. Außerdem geben die Leute ja auch Geld für Online-Nachrichten aus, indem Sie die Werbung betrachten und vielleicht anklicken. Daran verdient man ja auch.

JägerkenAntwort
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Am Rande: Hier ging es um "Lokales", Abteilung "Kreis Soest". Da werden Meldungen selten bis gar nicht von Nachrichtenagenturen übernommen.

Wer das volle Programm haben will, muss ansonsten zahlen.

AndyAntwort
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Da hat es mal jemand auf den Punkt gebracht.

Was habe Ich bzw Wir davon was die Stars machen?
Die kochen auch nur alle mit Wasser, wenn Sie das überhaupt können.