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Tierpensionen werden proppevoll: Plätze bereits seit Monaten ausgebucht

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Von: Vanessa Moesch

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Ludger Küster von der Tierpension Hundehütte Soest mit seinen Schützlingen.
Ludger Küster von der Tierpension Hundehütte Soest mit seinen Schützlingen. © Peter Dahm

Wer jetzt noch einen Pensionsplatz für sein Haustier sucht, der könnte leer ausgehen. Denn für die Ferien sind die Unterkünfte für die Vierbeiner komplett ausgebucht.

Kreis Soest – Die Ferien rücken näher, der Urlaub ist lange im Voraus geplant und die Freude groß. Doch während nun die Reisezeit für viele wieder Entspannung bedeutet, stellt sich bei Haustierbesitzern die Frage, wohin mit Bello, Mieze oder Hasi?

Angebot explodiert nach Corona-Zeit

Ins Tierheim Soest können sie schon mal nicht, denn die Pension, die Birgit Oberg, Leiterin des Tierheims Soest, und ihre Mitarbeiter neben der Vermittlung betreiben, ist voll.

„Durch Corona wurde das Angebot zwei Jahre lang nicht nachgefragt. Jetzt explodiert es. Es gibt Kunden, die sogar jetzt noch kurzfristig einen Platz buchen möchten, aber es ist schon alles belegt, da die Altkunden bereits Monate im Voraus gebucht haben.“

Führzeitig buchen ist notwendig

Frühzeitig buchen ist also die Devise, wenn es um die Ferienzeit geht. Außerhalb dieser sind immer Plätze frei, egal ob in den vier Katzenzimmern mit Balkon oder den neun Hundeapartments mit Innen- und Außenbereich.

Auch ein Reserveplatz für Notfälle existiert, sollte jemand plötzlich ins Krankenhaus müssen und seinen Vierbeiner nicht mitnehmen können.

Kurzer Umzug ist Stress für die Tiere

Natürlich wird auch darauf geachtet, wie sich die Tiere in der Pension verteilen lassen. „Wenn eine Familie drei Katzen hat, kommen alle in ein Zimmer, ansonsten werden die Katzen aufgrund der Verträglichkeit getrennt, weil sie sich gegenseitig ganz schlimm verletzen könnten, wenn sie sich nicht vertragen.“ Dasselbe Prinzip gilt bei den Hunden.

Dennoch sollte daran gedacht werden, dass so ein kurzfristiger Umzug in eine Tierpension für Katzen wie Hunde Stress bedeutet. Vor allem Katzen sind nicht gerne woanders, erklärt Oberg.

80 Prozent sind Neukunden

Dass während der Coronazeit keine Unterbringung für Tiere nachgefragt wurde, kann Heinz Kosfeld, der zusammen mit seiner Frau die gleichnamige Tierpension für Katzen, Hunde, Pferde und Kleintiere in Soest leitet, nicht bestätigen.

„Wir haben zwar auch während der Pandemie Hunde dagehabt, aber nachdem die Leute wieder in den Urlaub fahren können, merkt man schon, dass es wieder mehr wird.“

Fast 80 Prozent der Nachfragen kommen von Neukunden und auch hier haben viele im Voraus gebucht. Jedes Tier hat sein eigenes Apartment, um sich jederzeit zurückziehen zu können. Die aufgenommenen Pferde sind hierbei Stammgäste.

Viele Tiere werden wieder abgegeben

Allerdings hat das Ende der Coronazeit auch eine Kehrseite. „Viele haben sich Tiere angeschafft, die mittlerweile oft auch wieder abgegeben werden“, berichtet Kosfeld, der mit Tierschutzorganisationen zusammenarbeitet.

Ludger Küster von der Hundehütte Soest/Lippetal sieht das genauso. Zwar sei es für seine Branche gut, wenn viele Hunde kommen und Urlaub in seiner Pension machen, aber „für die Tiere, die in der Coronazeit angeschafft und zum Teil nicht gut beschäftigt wurden, ist das sehr schade. Man merkt schon, dass die Hunde zu kurz kommen.“ Vor allem in der Hundeschule sehe man, wie viel oder wenig sich mit den Tieren auseinandergesetzt wird.

In der Coronazeit oder zu Zeiten der vorsichtigen Lockerung blieben die Tiere meist nur ein paar Tage und durch die vielen Wechsel mussten die Hunde häufiger vergesellschaftet werden. Im Normalfall bleiben die Tiere ein bis zwei Wochen.

Erst ab August wieder Plätze frei

Seit Februar ist die Hundehütte für die Ferien komplett ausgebucht. Erst ab August gebe es wieder freie Plätze. „Die Pension ist mehr als proppevoll, das hab ich in 15 Jahren noch nicht erlebt.

In der letzten Woche musste ich fast 100 Leuten absagen. Seit Februar sind wir für die Ferien komplett ausgebucht“, berichtet Küster.

Weitervermittlung der Tiere bei Nicht-Abholung

Gehofft wird nun auch, dass die Besitzer nach dem Urlaub ihre Vierbeiner wieder abholen. Schon vor Corona kam es vor, dass Tiere nicht mehr abgeholt wurden, berichtet Oberg.

Nach Corona sei das Risiko auf jeden Fall erhöht. „Wenn das Tier nicht nach den gebuchten Tagen oder einer bestimmten Frist wieder abgeholt wird, versuchen wir erst einmal alles, um die Halter und Besitzer ausfindig zu machen. Sollte nichts zum Erfolg führen, werden die Tiere weitervermittelt, so steht es auch im Vertrag“, erklärt Oberg.

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