Hasen haben es immer schwerer

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Der Feldhase hat ein Problem mit der mangelnden Nahrungsvielfalt.

Kreis Soest – „Beide Tierarten haben es schwer“, beschreibt die Sprecherin der Kreisjägerschaft Soest, Martina Lachmayer, wie es den Feldhasen und Wild-Kaninchen aktuell bei uns geht.

 Die Populationen gehen zurück. Die Situation mache nachdenklich. 

Für den Feldhasen habe sich der Lebensraum stark verändert. Bis zu 50 verschiedene Wildkräuter stehen eigentlich auf seinem Speiseplan, damit er, ausgewogen ernährt, auch gesund bleiben kann. Durch intensive Bewirtschaftung sei viel seines Lebensraums verloren gegangen. Die Jäger legen, so erklärt Lachmayer, in Kooperation mit den Landwirten, Wildäcker an, denn generell gehe der Bestand des Niederwildes (etwa auch Fasane) zurück. Die Wildäcker, die Unterschlupf und Nahrung bieten, seien schon in vielen Revieren des Kreises Soest realisiert worden. Neben dem veränderten und bedrohten Lebensraum setzen den Tieren auch immer wieder Seuchen zu, die die Bestände dezimieren. Die Tularämie, die Hasen befallen kann, wird auch Nagerpest genannt und gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten, da sie auch auf den Menschen übertragen werden kann. Schon lange vor der Tularämie haben sich die Jäger darauf geeinigt, im Frühjahr und im Herbst eine Hasenzählung zu machen: In der Dunkelheit fahren die Jäger ihre Reviere ab und zählen die im Scheinwerferlicht zu sehenden Tiere, gut erkennbar an den leuchtenden Augen. Daraus, so Martina Lachmayer, sei die freiwillige Übereinkunft entstanden, dass in vielen Revieren schon länger keine Hasen und kein Niederwild mehr gejagt wird. Für die eher empfindlichen Feldhasen ist sogar ein nasskaltes Frühjahr ein Problem, denn nach der Paarung im Januar haben es die im März geborenen Jungen oftmals schwer. Dann kämen noch Hunde dazu, die nicht angeleint sind. „Wer ein Jungtier findet“, so Lachmayer, „soll es liegen lassen, denn es wird in einer Kuhle auf dem Feld von der Mutter ablegt und ist nicht etwa verlassen worden.“ 

 Die Wild-Kaninchen haben vor allem mit der Myxomatose und der Chinaseuche zu kämpfen. Martina Lachmayer berichtet, dass es hier durch die Krankheiten lokal stark schwankende Bestände gibt, auch auf kleinstem Raum seien große Unterschiede zu sehen. Ganz generell seien die Bestände nicht mehr so groß wie vor zwanzig Jahren. Rücksichtnahme sei wichtig, für die Tiere, von den Spaziergängern, den Jägern und auch den Landwirten, die im Frühjahr ihre Äcker bestellen. Die Situation soll mindestens so gehalten, lieber verbessert werden .

Ein großer Unterschied zwischen Hase und Kaninchen besteht trotz ihrer Verwandtschaft im Aussehen. Hasen sind weitaus größer. Die Wildtiere werden bis zu sechs Kilogramm schwer und ihre Gestalt ist schlank und gleichzeitig kräftig. Die Ohren werden länger als der Schädel. Ihre Augen haben eine bernsteinfarbene Iris mit dunkler Pupille. Hasen kommen praktisch voll entwickelt zur Welt. Er ist ein Einzelgänger. Kaninchen hingegen haben eine eher gedrungene Gestalt. Sie erreichen bloß ein Gewicht von bis zu zwei Kilo. Ihre Ohren sind kürzer als die von Hasen. Ihre Augen sind dunkelbraun. Kaninchen werden mit geschlossenen Augen und fast nackt geboren, sie sind gesellig und leben n Kolonien Im Gegensatz zum Feldhasen sind die Kaninchen nicht ganz so anspruchsvoll, was die Lebensbedingungen angeht. Beider natürliche Feinde sind Füchse, Krähen, Wildschweine und Waschbären.

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