So schützen Supermärkte Kunden und Personal vor dem Coronavirus

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Vor den Theken stellten die Mitarbeiter Bierkästen auf, damit Abstand gewahrt wird.

Ense/Wickede – Der Edeka-Markt Wortmann in Niederense hat nicht zuletzt zum Schutz der Mitarbeiter, aber auch der Kundschaft entschieden, dass nur noch 50 Personen das Geschäft für einen Einkauf betreten dürfen.

„Erlaubt ist eine Person auf 10 Quadratmeter. Das wären für mein Geschäft 100 Kunden“, so Sascha Wortmann im Gespräch mit dem Anzeiger. Für den Kaufmann allerdings in Zeiten von Corona immer noch zu viel.

Und so habe er sich entschieden, die Zahl noch einmal zu halbieren. Seither dürfen nur noch 50 Kunden in das Geschäft – und das nur mit Einkaufswagen. Und weil Vertrauen zwar gut, Kontrolle aber besser ist, hat Sascha Wortmann extra zwei Mitarbeiter eingestellt, die die Einhaltung der neuen Regelung überwachen.

Doch ist das längst nicht die einzige Maßnahme, die Sascha Wortmann zum Schutz auch seiner Mitarbeiter eingeführt hat. So wurde mit Hilfe von Bierkisten eine Barriere vor den Bedien-Theken errichtet, um auch dort für den Abstand zwischen Kunden, Mitarbeitern und Waren zu sorgen. 

Mit Blick auf die Versorgung macht Sascha Wortmann seinen Kunden Mut. So verbessere sich die Situation bei haltbaren Lebensmitteln, Konserven oder auch Klopapier von Tag zu Tag. Bei der „Frische“ sei man ohnehin gut aufgestellt. 

Derweil war eine Kundin in Wickede über einer Schutzmaßnahme in ihrem Discounter irritiert: „Ich musste vorhin einkaufen und hatte vorab gecheckt, ob ich wohl alles in meinen Korb kriegen würde, damit ich keinen Einkaufswagen anfassen muss – der Hygiene wegen“, schreibt sie zu ihrem jüngsten Besuch in der Wickeder Netto-Filiale. Um dann festzustellen, dass „ein Gebot für einen Wagen besteht, selbst wenn man nur einen einzigen Artikel kaufen will.“ Ohne Einkaufswagen werde niemand reingelassen. 

Wie das denn das mit den Hygiene-Empfehlungen vereinbar sei, fragt sich nun die Leserin. Die Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount antwortet dazu, dass einige Landkreise und Städte durch eine Verordnung vorschreiben würden, dass ein Einkauf nur mit einem Einkaufswagen möglich ist. „Wir halten uns an alle Vorgaben der Gemeinden und haben unternehmensintern nationale Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt,“ heißt es. 

Wickedes Bürgermeister Dr. Michalzik weiß dagegen nichts von derlei Verordnungen. Eine von Landesebene sei ihm nicht bekannt und auch von Seiten der Gemeinde Wickede sei eine solche Anordnung nicht herausgegeben worden. 

„Das dürfte wohl eher das Hausrecht von Netto sein,“ sagt er, wolle das aber in diesen Zeiten keinesfalls in Frage stellen. Das Unternehmen Netto erklärt in seiner Mitteilung, dass es über die „Wagen-Regel“ hinaus auch je Standort und Kundenfrequenz weitere Unternehmensentscheidungen gebe, die durchaus über den Gemeindeanforderungen liegen können.

In Ausnahmefällen, beispielsweise bei Kunden mit Rollator oder Kinderwagen, werde der Zutritt zur Filiale weiterhin gewährt. Zur aktuellen Versorgungslage beobachtet auch dieser heimische Discounter, dass es in einigen Sortimentsbereichen, etwa haltbaren Lebensmitteln oder auch Hygieneprodukten zu einer erhöhten Nachfrage komme. Dennoch könne man die Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über die hauseigenen Logistikzentren weiterhin gewährleisten.

Zum Schutz der Mitarbeiter und damit auch der Kunden stünden an der Kasse Einweghandschuhe zur Verfügung, ebenso flächendeckend Desinfektionsmittel. Zusätzlich realisiere man aktuell im Kassenbereich Fußbodenmarkierungen im Abstand von zwei Metern und einen Hygieneschutz.

Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Kreis Soest gibt es in unserem News-Ticker.

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