19 Einsätze im Kreis Soest / Auch A44 und A445 betroffen

Sturmtief Mirja pustet Bäume um und weht Ziegel von Dächern

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Die Familie Vollmer wohnt an der Illinger Straße, Sturmtief Mirja zerstörte beide Fahrzeuge, die vor dem Wohnhaus geparkt waren.

[Update 9.48 Uhr] Welver/Werl - Sturmtief Mirja hat am frühen Morgen insbesondere in Welver und Werl etliche Bäume umgepustet. Im gesamten Kreis Soest wurde die Polizei zwischen 5.30 und 7.30 Uhr zu insgesamt 19 Gefahrenstellen gerufen. "Diese waren fast über den gesamten Kreis verteilt", so die Polizei. Betroffen sind auch die A44 und die A445, wo Bäume bzw. Äste auf der Fahrbahn liegen können.

Pressesprecher Carsten Picke (vorn) und Feuerwehrchef Dirk Steinweg in der Einsatzzentrale in Welver.

Einsatzkräfte der Feuerwehr sind aktuell an mehreren Orten in diesem Gebiet im Einsatz um Straßen von umgestürzte Bäumen und herabgefallenen Ästen zu befreien. "Es kam jedoch zu keinen größeren Störungen im Verkehr. Im Bereich Werl und Welver waren an einigen Häusern Ziegel durch den Wind vom Dach geflogen. Es gab keine verletzten Personen", so Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper.

Die Feuerwehr Werl berichtete von einer Windböe, die um 5 Uhr über das Stadtgebiet gezogen sei. Bäume seien entwurzelt worden, starke Kräfte seien im Einsatz.

In Welver war die Feuerwehr bereits am Evangelischen Kindergarten im Einsatz oder auch an der Volksbank, wo eine Tanne auf ein Auto gefallen war.

Sturmtief Mirja wütet im Kreis Soest

Sturmtief Mirja wütet im Kreis Soest
Sturmtief Mirja wütet im Kreis Soest
Sturmtief Mirja wütet im Kreis Soest
Sturmtief Mirja wütet im Kreis Soest

Heftig ist die Lage auch in Illingen, besonders am Schützenplatz: Hier erinnerten die Bilder einige Augenzeugen an die Folgen des Sturmtiefs Kyrill. In Illingen wurden Dächer abgedeckt, Äste beschädigten etliche Autos. Inzwischen hat sich die Wetter-Situation beruhigt.

Das ist die Sturmbilanz aus Werl

Wenn ein Mann wie Feuerwehrchef Karsten Korte zugibt, er sei erschrocken gewesen angesichts der Wucht des Sturms und der Zahl an Einsätzen, die im Minutentakt aufliefen, dann ist klar: Werl hat Freitag am sehr frühen Morgen einiges abbekommen. Kurz zwar nur, aber sehr heftig waren die Windböen, die über die Stadt hinweg fegten. Als sich die Lage gegen 9 Uhr beruhigte, lag eine pralle Schadensbilanz vor.

Sturmnacht in Werl

Sturmnacht in Werl
Sturmnacht in Werl
Sturmnacht in Werl
Sturmnacht in Werl
Sturmnacht in Werl

Begonnen hatte alles scheinbar harmlos. Auf dem Anstaltsgelände der JVA hatten gegen 5.30 Uhr gleich zwei Brandmelder Alarm geschlagen. Natürlich sorgt so etwas immer für große Sensibilität bei den Wehrmännern. Am vermeintlichen Einsatzort eingetroffen, konnten sie aber schnell kehrt machen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Zwischen 5.30 und 7.30 Uhr jagte ein Einsatz den nächsten. An der Auffahrt der A 445 kurz vor Büderich ging nichts mehr, ausgangs der Unnaer Straße hatten sich umgestürzte Bäume ineinander verkeilt. Der Bergstraßer Weg war doppelt tangiert: Bäume lagen auf der Fahrbahn, die Straße war in Teilen unterspült. Vollsperrung! Heikel wurde es an der Siederstraße, wo eine Balkonbrüstung einzustürzen drohte. Die Feuerwehr war binnen weniger Minuten vor Ort, schaffte es, großes Unheil zu verhindern. „Die Bewohnerin hat sehr gur reagiert“, lobte der Feuerwehrchef. Auf der Autobahn 445 fuhr ein Pkw direkt unter einen Sekunden zuvor umgestürzten Baum. Der Fahrer hatte Glück im Unglück, er blieb unverletzt. Die Feuerwehr-Löschzüge 1,2 und 3 waren zusammen mit der Löschgruppe Büderich im Einsatz. Bäume, Äste, Dachziegel – all das lag auf zahlreichen Straßen und Gehwegen. Es goss dabei wie aus Kübeln, die Temperatur sank innerhalb kurzer Zeit von 13 auf 5 Grad. Berge von Laub allüberall sorgten für zusätzliche Gefahr, weil es enorm rutschig wurde in der Stadt. Neben Polizei und Feuerwehr waren auch die Mitarbeiter von Kommunalbetrieb und grünem Bauhof im Dauereinsatz. Gegen 9 Uhr drehte der Wind, ließ deutlich an Stärke nach. Und Karsten Korte hatte Zeit, kurz durchzuzählen. Rund 35 Einsätze standen bis dahin auf der Liste. Verletzt wurde niemand.

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