Corona-Krise wirkt sich auch auf Strom- und Wasserverbrauch aus 

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Versorgung sicher: Geschäftsführer Holger Hellemeier vom Wasserwerk Lörmecke liefert weiter Trinkwasser.

Kreis Soest – Es gibt beinahe keinen Lebensbereich, der nicht von den Auswirkungen der Corona-Krise beeinflusst wird. Das sieht man auch beim Verbrauch von Strom und Wasser.

Der sollte doch eigentlich in die Höhe schnellen, jetzt wo die meisten Menschen ihre Zeit zu Hause verbringen – meint man zumindest im ersten Moment. Das stimmt so allerdings nicht, wie die Energieversorger des Kreises Soest auf Nachfrage erklären.

„In Privathaushalten ist der Verbrauch aktuell stabil“, sagt Robert Stams, Geschäftsführer der Stadtwerke Werl. „Dort ist er nur leicht angestiegen.“ Anders dagegen bei den Industriebetrieben und Geschäften im Werler Raum. „Hier ist ein Rückgang zu verzeichnen“, sagt Stams. Für genaue Zahlen und Werte sei es im Moment zwar noch zu früh, die Tendenz sei jedoch eindeutig da. Überraschend sei das nicht, immerhin habe sich ein Großteil des öffentlichen Lebens durch die Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona in die Privathaushalte verlegt, während viele Industriebetriebe und Ladenlokale derweil geschlossen oder nur beschränkt aktiv sind.

Laut Siegfried Müller von den Lippstädter Stadtwerken führe das insgesamt zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs von etwa zehn Prozent. In Soest ist dagegen auch der Verbrauch in den Privathaushalten leicht zurückgegangen, wie Harald Feine von den dortigen Stadtwerken berichtet. „Das hält sich in etwa die Waage mit der Entwicklung bei den Betrieben.“ Wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickeln wird, weiß zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand. Auch wenn aktuell zwar etwas weniger Strom durch die Leitungen fließt, läuft das Wasser weiter wie gewohnt.

„Es ist kein Unterschied festzustellen“, verrät Rafael Schmidt, kaufmännischer Leiter vom Wasserwerk Lörmecke, das auch viele Gebiete im Kreis Soest versorgt. „Es gibt keine Abweichungen nach oben oder nach unten.“ Durch das vielerorts angewandte Homeoffice und die Kontaktsperre verbrauchen die Menschen das Wasser, das sonst in den Betrieben genutzt wird, eben zu Hause. 

Ganz ausgeglichen ist das Verhältnis so jedoch nicht. „Im Vergleich zum März 2019 ist der Wasserverbrauch bei uns uns um knapp unter vier Prozent gesunken“, erzählt Harald Feine von den Stadtwerken Soest. Ein außergewöhnlicher Wert sei das aber nicht. „Diesen Rückgang betrachten wir als sehr gering.“ Erst bei höheren Temperaturen erwartet Schmidt einen signifikanten Anstieg des Wasserverbrauchs. „Das ist vom Wetter abhängig“, sagt er. „Bei langen Trockenphasen geht der Verbrauch erfahrungsgemäß deutlich hoch.“ 

Auf die Qualität des Wassers hat die Verbrauchsmenge übrigens keinen Einfluss, das Trinkwasser bleibt also sicher virenfrei. „Unser Wasser wird ja auch in einer Filteranlage aufbereitet“, erklärt Rafael Schmidt. „Wir führen sogar eine Sicherungs-Chlorung durch. Außerdem ist mir nicht bekannt, dass Coronaviren über das Wasser verbreitet werden.“

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