Nicht zu bremsen

So viele Raser werden im Kreis Soest pro Tag erwischt

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Unfallschwerpunkt B 229: Auch dort wurde im vergangenen Jahr wieder kräftig aufs Gas getreten. Am Hevedamm wurde ein Raser mit 130 Stundenkilometern aus dem Verkehr gezogen, erlaubt wären 50 gewesen.

Kreis Soest – Die Bußgeldstelle des Kreises Soest hatte zwar im vergangenen Jahr ein paar Fälle weniger auf dem Tisch, viele Autofahrer sind aber auch in 2018 durch den Kreis Soest gebrettert, als seien sie auf dem Nürburgring unterwegs. 

Satte 100 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho hatte der Spitzenreiter, der die Mittwoch veröffentlichte Statistik des Kreises Soest anführt. Mit 180 Sachen bei erlaubten 80 war er auf der B55n bei Anröchte unterwegs. 

Von Einsamkeit an der Spitze der Statistik kann bei ihm allerdings keine Rede sein, er befindet sich in ausreichend schlechter Gesellschaft. Auf Platz zwei folgt ihm ein Raser, der mit 154 Stundenkilometern bei Bad Sassendorf-Lohne über die Kreuzung Paderborner Landstraße und Neuer Weg flog, erlaubt gewesen wären gerade 70 Stundenkilometer. Nicht weit entfernt, bei Elfsen, hat sich ein weiterer Möchtegern-Rennfahrer auf der ehemaligen B1 bei Elfsen mit amtlich gestoppten 181 Stundenkilometern (erlaubt wären 100 gewesen) den dritten Platz auf dem Podium derer gesichert, die bereit sind, auf dem Asphalt das eigene und anderer Leute Leben zu riskieren.

 Der „Spitzenreiter“ in einem 50er-Bereich wurde auf der B 229 von Soest in Richtung Arnsberg, in der Nähe des Hevedamms, mit 130 gemessen, fuhr also 80 Stundenkilometer mehr als erlaubt. Neben diesen vier Verantwortungslosen, die ihre Bleifuß-Leidenschaft mit Bußgeld, Punkten in Flensburg und Fahrverbot bezahlen durften, mussten im vergangenen Jahr noch weitere 300 Autofahrer zeitweise auf ihren Führerschein verzichten, weil sie die gültigen Tempolimits allenfalls für eine freundliche Empfehlung hielten.

 Immerhin: Ein Jahr zuvor waren es noch 373 Autofahrer, die sich ein Fahrverbot eingehandelt hatten. 196 Verkehrsteilnehmer (Vorjahr: 200) mussten den Platz hinterm Steuer verlassen, weil sie mit Drogen oder Alkohol im Blut unterwegs waren. 

Die Bußgeldstelle des Kreises Soest hatte 2018 in Summe 54 009 Verwarn- und Bußgeldfälle in Sachen Tempo-Verstöße zu bearbeiten, statistisch gesehen wurden zwischen Möhne und Lippe damit jeden Tag rund 148 Autofahrer beim allzu lockeren Umgang mit dem Gaspedal erwischt. Die Bußgeldstelle der Kreisverwaltung bearbeitet auch die Anzeigen der Polizei und rechnet neben der eigenen stationären und mobilen Geschwindigkeitsüberwachung auch die Starenkästen und Radarfahrzeuge der Stadt Lippstadt ab.

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