Aufklärung über Gefahren im Internet

Medien-Scouts weisen Weg

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Alle Jugendlichen sind fleißig auf Snapchat, Instagram oder Whatsapp unterwegs. Laufend wird anderen mitgeteilt, was man gerade so treibt. 

Kreis Soest - In Zeiten von Cybermobbing, zunehmendem Surfen im Internet und rasantem Wachstum der sozialen Netzwerke möchten die weiterführenden Schulen in Soest für Bewusstsein und einen verantwortlichen Umgang mit dem Netz sorgen, indem sie so genannte "Medien-Scouts" ausbilden. 

WhatsApp, Youtube, Instagram und Snapchat sind soziale Netzwerke, die die meisten Jugendlichen – und natürlich auch Erwachsene – nicht mehr missen möchten. Bilder werden in null-komma-nichts hochgeladen, gerne auch Selfies – „Bin shoppen in MS“ – Küsschen-Smiley und alle wissen Bescheid.

Über die zahlreichen Gefahren, die im Internet lauern, wollen viele gar nichts wissen. Dagegen steuern mehrere weiterführende Schulen in Soest mit dem Projekt "Medien-Scouts". Das sind Schüler, die in mehreren Modulen ausgebildet werden, um anderen Jugendlichen zu helfen, sich zu schützen, sich besser auszukennen, Gefahren richtig einschätzen zu können und im Notfall Wege aus dem Dilemma zu finden. 

Auszeichnung vom Land NRW

Medien-Scouts engagieren sich zum Beispiel am Archigymnasium und an der Hannah-Arendt-Gesamtschule. Im September wurde die Arbeit der Medien-Scouts an der Hannah-Arendt-Schule vom Land NRW ausgezeichnet. „Letztens fand an unserer Schule ein Abend für Eltern und interessierte Schüler statt, den die Medien-Scouts allein auf die Beine gestellt hatten“, berichtet Kerstin Haferkemper, Leiterin der Gesamtschule. Wenn den Medien-Scouts etwas zu groß wird, wird der Beratungslehrer eingeschaltet. 

"Schockierender Vorfall"

Auch Haferkemper kennt die Gefahren, die über das Internet auf die Jungen und Mädchen lauern. Sie berichtet von einem Fall vor einiger Zeit, bei dem offenbar Islamisten versucht haben, Jugendliche über einen Chat anzuwerben. „Die Jungen und Mädchen waren ganz unbedarft im Netz unterwegs, doch zum Glück sind sie misstrauisch geworden. Die Kinder berichteten einem Vater, der bei der Polizei war, von dem Vorfall und ruck-zuck war der Verfassungsschutz an unserer Schule“, so Haferkemper. Die Schüler seien „nachhaltig geschockt“ gewesen. „Das war beängstigend, so eine Tragweite war allen nicht bewusst“. 

Kinder Opfer von Cyber-Mobbing

 Dass Kinder und Jugendliche unter Mobbing über Whatsapp-Gruppen oder über andere soziale Netzwerken leiden, gibt es an allen Schulen. „Erst gestern hatte ich ein weinendes Mädchen hier sitzen. Dann sind wir natürlich mit den Eltern und den Eltern des Verursachers im Gespräch“, sagt Haferkemper. Doch leider vertrauen sich nicht alle Kinder Eltern oder Lehrern an.

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