Warnung vor großer Gefahr

Anwohner fackelt Nachbars-Hecke ab: Feuerwehren werden zu mehreren Heckenbränden gerufen

Gasbrenner und Hecken - diese Kombination sorgte am Donnerstag für mehrere Einsätze der Feuerwehr. (Symbolfoto)
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Gasbrenner und Hecken - diese Kombination sorgte am Donnerstag für mehrere Einsätze der Feuerwehr. (Symbolfoto)

Es ist mal wieder passiert - und das gleich mehrfach! Im Kreis Soest brannten am Donnerstag mehrere Hecken.

Kreis Soest - Kurz nicht aufgepasst und schon brennt die Hecke und nicht - wie eigentlich geplant - das Unkraut. So ist es am Donnerstag gleich mehrfach passiert: Am Nachmittag wurde zuerst die Feuerwehr Erwitte gegen 17 Uhr zur Bruchstraße in Erwitte-Bad Westernkotten gerufen. „Hier brannte eine etwa 30 Meter lange Eibenhecke“, erklärte Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper.

„Das Feuer breitete sich in Richtung eines Wohnhauses aus. Eine in der Nähe befindliche Markise hatte durch Funkenflug bereits erste Brandlöcher“, berichtete die Feuerwehr. Mit dem Löschwasser aus zwei Rohren hatten die Feuerwehrleute die lodernden Flammen durch einen Angriff von zwei Seiten schnell unter Kontrolle. Auslöser des Brandes war ein 76-jähriger Erwitter, der mit einem Gasbrenner das Unkraut auf seiner Einfahrt beseitigen wollte. Dabei fackelte er allerdings auch die Hecke des Nachbarn ab. Die Feuerwehr war eine Stunde lang im Einsatz.

Heckenbrand-Alarme in Soest und Werl - Feuerwehr wird nicht müde, zu warnen

Um 20.25 Uhr gab es dann den nächsten Heckenbrand-Alarm: Diesmal traf es die Feuerwehr Soest, die zum Elfser Weg gerufen wurde. Auch hier hatte ein Anwohner mit dem Gasbrenner hantiert und einen Grünstreifen in Brand gesetzt, berichtete Feuerwehrsprecher Kai Weets.

Das Werkzeug, mit dem der Brand in Soest verursacht wurde.

Nur wenige Minuten später ging ein ähnlicher Alarm für die Feuerwehr Werl ein: Um 20.30 Uhr wurde der Löschzug 2 zur Plaschkestraße gerufen. Auch hier mussten die Einsatzkräfte eine brennende Hecke löschen, auch hier hatte ein Gasbrenner den gefährlichen Funken überspringen lassen.

Direkt neben einer Gartenhütte brannte in Werl eine Hecke und musste von der Feuerwehr gelöscht werden.

„Die Anwohner haben großes Glück gehabt. Direkt neben der Hecke stand eine Gartenhütte“, erklärte Feuerwehr-Chef Karsten Korte. Zwar hatten die Anwohner selbst schon zum Gartenschlauch gegriffen, um den Flammen wenigstens irgendetwas entgegenzusetzen. Doch um das Feuer endgültig in den Griff zu bekommen, musste die Feuerwehr tätig werden. Da der Brand in einem Hinterhof ausgebrochen war, mussten die Einsatzkräfte für die Wasserversorgung Schläuche durch den Keller legen. Bereits gegen 20 Uhr war die Feuerwehr Werl zu einem Flächenbrand an der Schützenstraße gerufen worden.

Polizei nach Heckenbrand: „Gefahren sollten hinreichend bekannt sein“

Für die Einsatzkräfte ist ein derartiges Verhalten der Verursacher nicht nur aufgrund der aktuell hohen Temperaturen nur wenig nachvollziehbar: „Hinweise auf die Gefahren solcher Aktionen wurden schon reichlich gegeben und sollten auch hinreichend bekannt sein“, bringt es Polizeisprecher Lückenkemper auf den Punkt.

Am Elfser Weg in Soest wurde ein Grünstreifen abgefackelt.

Auch die Feuerwehr Soest hatte sich nach einem der ersten Heckenbrände Ende Mai ausführlich zu den Gefahren, die von der Kombination Gasbrenner/Unkraut ausgeht, geäußert. Überraschend war nach diesem Fall, dass dem Verursacher behördlicherseits keinerlei Vorwürfe gemacht werden konnten.

Feuerwehr nach Heckenbrand: „Bei Temperaturen über 30 Grad und Trockenheit äußerst gefährlich“

Doch auch nach diesen Vorfällen wird die Feuerwehr nicht müde, abermals zu appellieren: „Es sei noch einmal ausdrücklich gesagt, dass das Abflammen von Unkraut schon bei moderaten Temperaturen in der Nähe von Hecken oder dichtem Pflanzenbewuchs nicht ungefährlich ist. Bei Außentemperaturen von über 30 Grad und länger anhaltender Trockenheit ist das sogar äußerst gefährlich und nicht zu empfehlen. Schnell geraten solche Brände außer Kontrolle“, betonte beispielsweise die Feuerwehr Erwitte.

Und wenn es dann doch mal brennt: „Immer schnell den Notruf absetzen. Selbst, wenn die Flammen schon mit eigenen Mitteln gelöscht werden konnten.“

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